90PLUS Kicker-Manager-Guide: Teil 1 – Strategie

Die Sommerpause ist bekanntlich die Zeit der Transfers und der Vorfreude, auch für uns Fans. Die allseits beliebten Managerspiele bringen beides zusammen und versüßen uns die Wartezeit auf den Saisonstart zumindest ein bisschen. Doch abseits des Spaßes, will man als Hobbymanager natürlich auch gewinnen. Und dabei wollen wir euch zumindest ein bisschen helfen. In einer kleinen Serie wollen wir euch auf die Kicker-Managerspiele vorbereiten, in der Hoffnung einen kleinen Teil zu eurem Erfolg beizutragen.

 

Beim Kicker gibt es vier verschiedene Varianten des Managerspiels, “Classic”, “Interactive”, “Pro” und “Football Stars”. Der Einfachheit und der Übersichtlichkeit halber, liegt hier der Fokus auf den beiden erstgenannten Varianten. Bei der “Classic”-Variante sind 15 Spieler auszuwählen, zwei Torhüter, vier Verteidiger, sechs Mittelfeldspieler und drei Stürmer. Zur Dafür stehen 30 Millionen Euro zur Verfügung, die Marktwerte sind fest und vorgegeben. Als weitere Restriktion dürfen nur drei Spieler pro Verein nominiert werden. Es gibt keine Wintertransfer und aktive Wechsel sind auch nicht möglich.

Die “Interactive”-Variante ist ähnlich, unterscheidet sich aber doch in den jeweiligen Ausprägungen. Hier sind 22 Spieler zu nominieren (3 Torhüter, 6 Verteidiger, 8 Mittelfeldspieler, 5 Stürmer) und das Budget beträgt 42,5 Millionen Euro. Es dürfen bei dieser Variante maximal vier Spieler eines Vereins nominiert werden. In der Winterpause besteht die Möglichkeit für Transfers, zudem kann aktiv gewechselt werden.

In diesem Teil soll es aber vornehmlich um die Strategie, also um generelle Fragen rund um die Auswahl der Spieler gehen.

Spitze oder Breite?

Eine äußerst elementare Frage beim Aufbau der Mannschaft ist, ob man einige wenige Top-Stars verpflichtet und dafür auf anderen Positionen Abstriche macht oder, ob man lieber einen ausgewogenen Kader ohne die absoluten Kracher aufbietet. Es gibt für beide Optionen gute Argumente.

Die Top-Spieler wie Lewandowski, Aubameyang oder Robben garantieren Punkte, viele Punkte. Sie können alleine oft mehr Punkte liefern als drei oder vier durchschnittliche Spieler zusammen. Robert Lewandowski beispielsweise sammelte in der abgelaufenen Saison stolze 291 Punkte, er kostet 8,5 Millionen. Für diese Summe könntet ihr auch Vedad Ibisevic und Mario Gomez holen, die kombiniert auch 8,5 Millionen Euro kosten, aber nur 203 Punkte in der abgelaufenen Saison gebracht haben, obwohl beide zweistellig getroffen haben. Jhon Cordoba, Poulsen und Petersen kosten kombiniert sogar 9,0 Millionen Euro und haben nur 284 Punkte gebracht. Es kann sich also durchaus auszahlen einen so großen Anteil eures Budgets auf einen einzigen Spieler zu verwenden.

Auf der anderen Seite macht man sich natürlich auch sehr abhängig von einzelnen Spielern, sodass euch Verletzungen oder Formkrisen (Thomas Müller, …) teuer zu stehen kommen können. Arjen Robben und Franck Ribery sind hier gute Beispiele. Beide zählen klar zu den besten Spielern der Liga, haben aber auch oft mit Verletzungen zu kämpfen. Mit einem Preis von 7,2 Millionen bzw. 8,5 Millionen stellen sie dennoch ein großes Investment dar. Ihr Ausfall kann euch etliche Punkte kosten, aber wenn sie spielen, sind sie ihr Geld definitiv wert. Arjen Robben sammelte in der abgelaufenen Saison 227 Punkte, obwohl er “nur” 26 Bundesligaspiele machte.

Um das Risiko zu minimieren solltet ihr Faktoren wie Verletzungsanfälligkeit, Alter und Sperren etc. auf jeden Fall einbeziehen. Robert Lewandowski beispielsweise ist auf jeden Fall eine gute Wahl. Er fällt so gut wie nie aus, ist beim amtierenden Meister unangefochtener Stammspieler und spielt seit Jahren auf höchstem Niveau.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Die Vor- und Nachteile einer ausgewogenen Mannschaft liegen im Anbetracht der eben vorgestellten Variante auf der Hand. Ihr seid weniger abhängig von einzelnen Spielern, hab tendenziell weniger Ausreißer nach unten und seid relativ gut abgesichert. Allerdings besteht die Gefahr, dass euch die wahren Big Points am Ende fehlen. Durchschnittliche Spieler holen schließlich auch nur durchschnittlich viele Punkte. Für den Sieg wird der Durchschnitt sicherlich nicht reichen.

Darüber hinaus solltet ihr euch gut überlegen, wie viel Geld ihr für eure Bank investieren wollt. Auch hier ist es eine Frage der Risikobereitschaft, wollt ihr für den Fall der Fälle abgesichert sein oder wollt ihr lieber mehr Geld in eure Startelf investieren? Auch hier solltet ihr euch fragen, ob eure Stammspieler genug spielen, ob sie auch mal rausrotiert werden, ob sie verletzungsanfällig sind und wie konstant sie sind. Mit der richtigen Spielerauswahl kann der Bedarf nach guten Ersatzspielern auf ein Minimum gesenkt werden, sodass ihr euer Geld in die Spieler investieren könnt, die euch wirklich Punkte bringen. Punkte gibt es von der Bank nämlich keine.

 

Neuzugänge? Youngster?

Neuzugänge sind stets sehr reizvolle Transferziele. Mit ihnen sind oftmals große Hoffnungen und Wünsche verbunden, doch wo Hoffnungen sind, sind auch Enttäuschungen oft nicht weit. Manche Spieler brauchen eine gewisse Anpassungszeit, manche passen gar nicht wirklich in die Mannschaft und für manche ist die Bundesliga ein zu großer Schritt. Die Gefahr des Scheiterns der Neuzugänge solltet ihr in eure Überlegungen mit einbeziehen. Die größte Gefahr besteht bei Spielern, die aus anderen Ligen in die Bundesliga wechseln, die Gründe liegen auf der Hand, Beispiele gibt es etliche. Neuzugänge von anderen Bundesligateams sind da schon sicherer, aber auch hier besteht die Gefahr, dass sie nicht zurechtkommen (Sidney Sam, Kevin Volland, …). Gestandene Stammspieler, die ein gewisses Standing in ihrer Mannschaft haben sind hier auf jeden Fall die sicherere Wahl und sollten im Zweifelsfall den Vorzug erhalten.

Ein weiterer Risikofaktor ist das Alter bzw. die Erfahrung. Junge Spieler haben tendenziell öfter mit Formschwankungen zu kämpfen als gestandene Spieler. Bei ihnen solltet ihr auch kleinere Ausreißer nach unten einkalkulieren, allerdings verfügen sie dafür über Überraschungspotenzial. Wenn ihr das Risiko in Kauf nehmen wollt, könnt ihr mit etwas Glück einen großen Wert für kleines Geld bekommen. Ousmane Dembele war in der abgelaufenen Saison für 3,2 Millionen zu bekommen und hat stolze 171 Punkte gesammelt. Übrigens auch als Neuzugang aus dem Ausland. Für die risikofreudigen unter euch ist sicherlich auch in dieser Saison ähnliches drin. Welche Spieler unserer Meinung nach dafür in Frage kommen, erfahrt ihr an gleicher Stelle in naher Zukunft.

(Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

Auf welche Teams setze ich?

Der Erfolg der einzelnen Spieler hängt vor allem auch von den Teamleistungen ab, daher will es gut überlegt sein, auf welche Teams ihr setzt. Aufgrund der Restriktionen müsst ihr auf jeden Fall auf mehrere Teams (mind. 5) setzen. Welche Teams das sind, hängt natürlich im Wesentlichen von euch ab. Im Tor bietet es sich aber erfahrungsgemäß an auf Torhüter zu setzen, die sich regelmäßig auszeichnen können, wie beispielsweise Michael Esser in der abgelaufenen Saison. In der Verteidigung empfehlen sich natürlich Spieler aus Teams, die hinten sicher stehen und wenige Gegentore bekommen. Ansonsten bieten sich hier auch torgefährliche Spieler an. Spieler wie Paul Verhaegh, der beim FCA auch für die Elfmeter verantwortlich war, sind hier ein Paradebeispiel. In der Offensive solltet ihr, analog zu den Verteidigern, Spieler auswählen, die für Teams spielen, die viele Tore erzielen. Im Zweifel solltet ihr aber lieber in eine starke Offensive investieren, als in eine starke Defensive. Beim Kicker-Manager werden die Big Points erfahrungsgemäß vorne gemacht. Teilt euch also ein, auf welchen Positionen ihr Spieler von den absoluten Top-Teams holt.

Zudem gilt es zu bedenken, dass Teams, die international vertreten sind, öfter rotieren als andere. Außerdem haben Teams wie der SC Freiburg in der Vergangenheit des Öfteren Probleme mit der Zusatzbelastung durch die internationalen Wettbewerbe bekommen. Auch Aufsteiger bedürfen einer genaueren Betrachtung. Wie kommen sie in der neuen Liga zurecht? Mit dem VfB Stuttgart und Hannover 96 sind es aber zumindest in der aktuellen Saison sicherlich keine “typischen” Aufsteiger. Hier könnte großes Potenzial lauern. In der abgelaufenen Saison wäre man mit Spielern vom SC Freiburg und RB Leipzig zum Beispiel sehr gut bedient gewesen.

(Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Welche Formation?

Wie schon zuvor erwähnt, die Big Points werden beim Kicker-Manager in der Offensive (und im Tor) eingefahren. Es bietet sich also an eine offensive Einstellung zu wählen. Empfehlenswert sind die Formationen 3-4-3 oder 3-5-2, hier könnt ihr jeweils sieben offensive Akteure unterbringen. Aber die Formation hängt natürlich in erster Linie von euren Spielern ab. Ihr solltet sie aber zumindest vorher im Blick haben, um euren Kader optimal zu gestalten.

In der kommenden Woche machen wir euch dann genauere Vorschläge für die Spielerauswahl.

 

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Christoph Albers

Redakteur

3 Gedanken zu „90PLUS Kicker-Manager-Guide: Teil 1 – Strategie

  • 14. August 2017 um 16:33
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    Hallo, tolle Analyse war sehr hilfreich! Wann kommt denn teil 2 raus?

    Antwort
  • 15. August 2017 um 22:57
    Permalink

    Wann kommen denn die Tipps für die Spieler?

    Antwort
  • 16. August 2017 um 21:00
    Permalink

    Schade, Freitag geht es schon los. Macht ihr Teil 2 oder schafft ihr es nicht mehr?

    Antwort

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