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Abstiegscheck Bundesliga | Wer ist gerettet, wer muss zittern?

13. April 2018

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Abstiegscheck Bundesliga | Wer ist gerettet, wer muss zittern?

Anfang

29 Spieltage in der Bundesliga sind absolviert, lediglich 5 Chancen blieben für die “Kellerkinder” noch um zu punkten. In einer relativ engen Bundesliga-Saison haben einige Teams ihr Potenzial nicht einmal ansatzweise ausschöpfen können, wiederum andere hatten mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Wir machen den Abstiegscheck in der Bundesliga und blicken auf die aktuelle Situation im Keller! 

 

FC Augsburg: Eigentlich besser als erwartet

Platz 11 |  36 Punkte | -2 Tore

Dass der FC Augsburg vor einer jeden Saison erst einmal zu den Mannschaften zählt, die gegen den Abstieg spielen, ist bekannt. In den letzten Jahren schaffte der FCA aber immer den Klassenerhalt, spielte sogar eine Saison im Europapokal. Auch vor dieser Saison gab es zumindest leise Zweifel, niemand wusste wie Manuel Baum nach einem guten halben Jahr weiterarbeiten würde, Transfers wie Cordova oder Rani Khedira waren nicht einfach einzuschätzen, dafür verließen einige gute Spieler den Klub, darunter Dominik Kohr und der langjährige Führungsspieler Paul Verhaegh.

(Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Doch die Zweifel konnten schnell beiseite geräumt werden. Die Fuggerstädter starteten gut in die Saison, gerade Neuzugang Gregoritsch, der aus Hamburg kam, fügte sich hervorragend in die Offensive ein. Der Österreicher ist derzeit mit 11 Treffern vereinsinterner Torschütze Nummer 1, gleichauf mit Alfred Finnbogason. Diese Torgaranten in der Offensive kombiniert mit einem sehr effizienten Caiuby und vielen lauf- und zweikampfstarken Spielern sind der Schlüssel dafür, dass der FC Augsburg auf einem relativ beruhigenden 11. Platz steht, dabei auch noch eine sehr ordentliche Tordifferenz (-2) hat.

Improvisation und kleine Formdellen

Gerade die Rolle von Trainer Manuel Baum muss in dieser Saison hervorgehoben werden. Nicht nur, dass es ihm gelang, die Schlüsselspieler gut zu ersetzen, er schaffte es auch häufig hervorragend auf die Ausfälle zu reagieren, die die Augsburger schwer trafen. Zurzeit fehlen Finnbogason, Framberger, Jakob und Danso – es gab aber Phasen in dieser Saison, in denen noch deutlich mehr Spieler ersetzt werden mussten. In diesen angesprochenen Phasen musste Baum improvisieren und das gelang häufig auch ganz gut. Auch die Suspendierung von Daniel Opare fiel bei gleichzeitiger Framberger-Verletzung nicht ins Gewicht, Augsburg spielt seitdem mit dem eigentlich offensiv ausgerichteten Jonathan Schmid auf der rechten Außenverteidigerposition.

(Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Die ständigen Wechsel, die hohe Intensität im Spiel und die eher rar gesäten Rotationsmöglichkeiten haben aber einen immensen Kräfteverschleiß zur Folge, den man in Augsburg nun spürt. Es gelingt seltener über 90 Minuten hochkonzentriert zu sein, individuelle Fehler, die bestraft werden, sind die Folge. In den letzten 8 Spielen konnte man nur einen Sieg einfahren (3:1 in Hannover), die Stimmung ist aber trotzdem weiterhin gut, weil der Klub sich im Soll befindet. Zudem könnte Alfred Finnbogason nach seiner Wadenverletzung in Kürze wieder eingreifen, zumindest ab dem 31. Spieltag stehen die Chancen ganz gut.

Restprogramm: 
Wolfsburg (A)
Mainz (H)
Hertha (A)
Schalke (H)
Freiburg (A)

 

Prognose: Augsburg bleibt souverän drin

5 Spieltage sind noch zu absolvieren, der Vorsprung des FC Augsburg auf den Relegationsplatz beträgt 9 Punkte und der derzeitige Tabellen-16. aus Mainz versprüht auch nicht die allergrößte Gefahr, dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit eines Augsburger Klassenerhaltes als sehr hoch einzustufen. Hinzu kommt, dass nach schwierigen Wochen mit Duellen gegen Hoffenheim, Bayern, Dortmund und Leverkusen ein machbares Restprogramm mit einigen Konkurrenten ansteht. Der FCA hat alles selbst in der Hand.

 

Werder Bremen: Es wird Fußball gespielt

Platz 12 | 36 Punkte | -2 Tore

Was in Sachen Abstiegskampf für den FC Augsburg gilt, gilt auch für Werder Bremen – zumindest in den letzten Jahren. Das ist nicht der Anspruch des Vereins und soll sich mittelfristig auch wieder ändern. Dass man an der Weser genau daran wieder glauben kann liegt nicht zuletzt daran, dass man sich entschieden hat Alexander Nouri Ende Oktober 2017 als Cheftrainer zu beurlauben und Florian Kohfeldt zu installieren, der die Mannschaft sukzessive in Schwung brachte. Der 35-jährige wählte im Abstiegskampf einen fußballerischen Ansatz, verbesserte die Mannschaft Schritt für Schritt und spielte phasenweise wirklich sehenswerten Fußball.

(Photo by PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Die grundsätzliche Entwicklung unter Kohfeldt ist definitiv positiv, dementsprechend wurde der Vertrag kürzlich auch langfristig verlängert. Ihm gelingt es häufig eine gute Startelf zu finden, gleichzeitig aber auch während des Spiels Dinge anzupassen und zu verändern, wie vor wenigen Spieltagen in Gladbach, als Bremen nach einem 0:2-Rückstand noch zurückkam und einen Zähler holte. Besonders wichtig ist auch die Heimstärke, denn die letzten 4 Begegnungen im Weserstadion gewann Werder, die letzte Niederlage datiert vom 29. Oktober gegen Augsburg.

Derzeit voll im Soll

Wichtig ist, dass in Bremen derzeit niemand zu euphorisch wird. Die Mannschaft befindet sich nach einem problematischen Start mittlerweile im Soll, hat sich ein Polster erarbeiten können, weiß aber auch, dass noch einige Punkte einzufahren sind. Das kurzfristige Ziel ist der frühzeitige Klassenerhalt, mittelfristig will sich Werder langsam nach oben orientieren und langfristig wieder die Möglichkeit haben international zu spielen. Dafür müssen aber weitere kluge Entscheidungen getroffen werden und deswegen wird man wohl Thomas Schaaf installieren, der den Klub kennt und künftig die Strukturen überwachen und verbessern soll. Werder hat den ersten wichtigen Schritt in Richtung Kontinuität gemacht, weitere müssen nun folgen.

Restprogramm:
RB Leipzig (H)
Stuttgart (A)
Dortmund (H)
Leverkusen (H)
Mainz (A)

Prognose: Auch Werder lässt nichts mehr anbrennen

Die Heimstärke von Werder Bremen wurde bereits angesprochen, bei drei verbleibenden Heimspielen dürfte die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt die nötigen Punkte ziemlich sicher einfahren. Die Mannschaft befindet sich in einer guten Form, auch wenn die Niederlage in Hannover als kleines Warnsignal gesehen werden sollte. Noch ist es nicht überstanden, die Ausgangslage ist aber sehr gut.

 

Hannover: Gutes Polster, aber…

Platz 13 | 35 Punkte | -6 Tore

Als Aufsteiger war für Hannover 96 klar, dass es nur darum geht in der Liga zu bleiben. Das Duo bestehend aus Andre Breitenreiter und Horst Heldt machte vor allem in der Hinrunde einen sehr guten Eindruck, sorgte aber auch dafür, dass in der sportlich schwächeren Rückrunde größtenteils die Ruhe bewahrt wurde, trotz einiger Nebenkriegsschauplätze. Das große Polster aus der Hinrunde ist entscheidend für die jetzige Platzierung, hinzu kommt der elementar wichtige Heimsieg gegen Werder Bremen vergangene Woche.

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Und dieser Sieg war so wichtig, weil es zuvor 6 sieglose Spiele in Folge gab, darunter 5 Niederlagen. Die Frage ist nun, ob sich Hannover durch den Werder-Sieg stabilisieren kann, oder ob es weitere Rückschläge geben wird, gerade da es in der Defensive einige Personalprobleme gibt, zudem auch noch der Wechsel von Salif Sane zu Schalke 04 so gut wie fix sein soll, was zusätzlich nicht gerade zur Ruhe beiträgt. Trotzdem kann Hannover weitgehend zufrieden mit der Aufstiegssaison sein, Heldt und Breitenreiter müssen bereits die kommende Saison planen und benötigen erneut Transfers der Güteklasse Bebou oder Füllkrug, wenngleich letzterer bereits 2016 kam.

Mehr Effizienz in den letzten Spielen

Wichtig für den Klassenerhalt dürfte sein, dass die Angreifer in den letzten Spielen wieder effizienter werden. Martin Harnik traf nach längerer Durststrecke gegen Werder wieder, was für seine mentale Verfassung sehr wichtig sein dürfte. Zudem sollten keine weiteren Ausfälle mehr dazukommen, gerade in der Defensive ist die Personaldecke eher dünn. Alles in allem können die Anhänger der 96er aber zuversichtlich sein, dass man auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielt.

Restprogramm:
Stuttgart (A)
Bayern (H)
Hoffenheim (A)
Hertha (H)
Leverkusen (A)

 

Prognose: Nur bei Negativserie noch Probleme

Bei 8 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz sieht es für Hannover 96 sehr gut aus. Das Restprogramm der Niedersachsen ist aber keinesfalls zu unterschätzen und hat es mit drei Auswärtsspielen durchaus in sich. Probleme könnte es aber wohl nur dann geben, wenn 96 alle restlichen Spiele verliert, aber selbst dann müssen Mainz & co. auch noch einige Zähler einfahren. Hannover bleibt wahrscheinlich drin!

 

Weiter geht’s mit Freiburg, Wolfsburg & Mainz

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