Barça: Leise Kritik nach dem 0:0 – Neuzugänge im Fokus

Nach zwei Remis in der Liga in Folge, gibt es erste, leise Kritik rund um den FC Barcelona. Unter der Woche gelang zwar der Einzug ins Finale der Copa del Rey, doch in La Liga schrumpfte der Vorsprung auf Atletico Madrid innerhalb von zwei Spielen von 11 auf nur noch sieben Punkte. Von Nervosität ist man noch weit entfernt, aber gerade der Mangel an Kreativität gibt zu denken. 

Coutinho braucht noch Zeit

Ein wesentlicher Grund für den Mangel an Kreativität im Offensivspiel ist leicht auszumachen, die Abwesenheit von Andres Iniesta. Der Altmeister wurde gegen Getafe zunächst geschont und kam erst in der 62. Spielminute für Winter-Neuzugang Philippe Coutinho ins Spiel. Danach wurde das Spiel der Katalanen besser und hatte sichtlich mehr Esprit. Die Abhängigkeit vom “Maestro” ist also weiterhin klar ersichtlich. Angesichts seines zunehmenden Alters kann ihn Trainer Ernesto Valverde allerdings nur dosiert einsetzen.

Mit der Rekord-Verpflichtung von Philippe Coutinho wollte man Iniesta eigentlich etwas entlasten und das kreative Potenzial erhöhen, doch noch ist er nicht so weit. Trotz seines Premieren-Treffers gegen Valencia am Donnerstag, braucht er noch Zeit um sich richtig anzupassen. Er hat seinen Platz in der Mannschaft noch nicht gefunden und kann dieser folglich auch noch nicht so helfen wie gewünscht. Bei einem Wechsel im Januar sind solche Komplikationen aber immer zu erwarten, sodass noch kein Grund zur Sorge besteht. Angesichts der hohen Ablösesumme wird er sich aber dennoch immer einem immensen Druck ausgesetzt sehen.

(Photo by Manuel Queimadelos Alonso/Getty Images)

Mina mit Licht und Schatten

Ein anderer Grund für die momentanen Probleme dürften auch die Personalprobleme in der Defensive sein. Gegen Getafe fehlte Vermaelen verletzt, Umtiti gesperrt und Pique saß auch nur angeschlagen auf der Bank. Aufgrund dessen kam der zweite Januar-Neuzugang, Yerry Mina, zu seinem Startelf-Debüt. Der Kolumbianer verteidigte an der Seite von Lucas Digne, der eigentlich links hinten Zuhause ist, aber (aus der Not geboren) im Zentrum aushelfen musste.

Mina machte seine Sache alles in allem relativ solide. Defensiv war er die meiste Zeit recht sicher und vorne trat er mit seinem guten Offensiv-Kopfball sehr positiv in Erscheinung, ihm gelang sogar beinahe das späte 1:0. Einen groben Aussetzer im Aufbauspiel leistete er sich dennoch, relativ früh in der Partie spielte er einen fürchterlichen No-Look Fehlpass, der zu einem Konter (glücklicherweise für ihn aber nicht zu einem Gegentor) führte. Und auch ansonsten hält er im Aufbauspiel den Ball gelegentlich deutlich zu lange, eine Eigenheit, die er sich wohl schnell abgewöhnen sollte.

Sein erstes Spiel lässt noch vieles offen, doch sein mutiges, beherztes Auftreten ist aber ein durchaus positives Zeichen, auch wenn ein Fragezeichen bezüglich seiner Verlässlichkeit bleibt.

(Photo by JOSEP LAGO/AFP/Getty Images)

Enorme Belastung seit dem Jahreswechsel

Abgesehen davon ist natürlich auch die hohe Belastung ein wesentlicher Grund für das müde Auftreten gegen den Madrider Vorort-Verein. Das 0:0 war das bereits zwölfte Spiel innerhalb von nur fünfeinhalb Wochen. Da ist es absolut nachvollziehbar, dass auch mal solche Spiele dabei sind. Dennoch sollte Barcelona die Zügel in der Liga wieder etwas anziehen, wenn man den Kampf um die Meisterschaft nicht wieder anfachen will. Am 4. März ist Atletico Madrid, der einzige noch ernst zunehmende Konkurrent, zu Gast im Camp Nou. Sollte man bis dahin weitere Punkte liegen lassen, wäre wohl alles wieder offen.

Nun haben die Spieler aber zumindest mal ein paar Tage Zeit, erst am Samstag steht das nächste Spiel an, in der Liga bei Eibar. Danach kommen dann mit der Champions League auch die englischen Wochen wieder…

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Christoph Albers

Redakteur

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