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#BELJPN: Psst, Geheimfavorit!

3. Juli 2018
Chris McCarthy

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#BELJPN: Psst, Geheimfavorit!

Belgien – die scheinbar ewigen Geheimfavoriten – drohten auch in Russland über dieses Attribut nicht hinauszukommen. Nach überragender Gruppenphase drohten sie gegen Japan nämlich zunächst überraschend den Kürzeren zu ziehen. Doch am Ende gewannen sie doch in einem intensiven und mitreißenden Spiel mit 3:2 – auch dank der Einwechslungen ihres Trainers. Und damit treffen die Roten Teufel nun im Viertelfinale auf Brasilien.

Allerdings lag die Sensation lange Zeit in der Luft. Denn die Japaner verpassten den Belgiern zwei ganz dicke blaue Augen. Die Blue Samurai verkauften sich teuer, hatten einen taktischen Plan, an dem sich die Belgier ganz lange die Zähne ausbissen.

Wir dröseln das hier alles ganz genau auf – bei Kick in Russ, dem gemeinsamen WM-Podcast von meinsportradio.de und 90PLUS. Malte Asmus und der 90PLUS-Experte Chris McCarthy übernehmen das.

 

Spielbericht:

Japan überraschte die Belgier zu Beginn des Spiels mit einer hohen und aggressiven Verteidigung und einem ersten Abschluss nach noch nicht einmal einer Minute durch Kagawa.  Mit zunehmender Spieldauer kamen die Belgier besser ins Spiel und nach einer Viertelstunde durch Witsel aus der Distanz zum ersten Abschluss, der allerdings das Tor knapp verfehlte (15.). Belgien kam vermehrt in das letzte Drittel, aber nur selten in den Strafraum. Dort verteidigten die Japaner gut und zwangen die Belgier zu Distanzschüssen, die aber vergleichsweise harmlos blieben.

Belgien verlagerte das Spiel fast komplett in die japanische Hälfte, hatte Ballbesitz und Chancenplus – allerdings kein Mittel, um die Samurai Blue zu knacken. Japan verstand es selbst, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Und bei einem solchen kurz vor der Pause wäre Belgiens Keeper fast auf dem falschen Fuß erwischt worden. Nagatomo hatte von links geflankt, Osako den Ball Richtung Tor bugsiert. Torhüter Courtois rutschte der Ball zunächst durch die Beine, konnte dann aber im Nachfassen den Ball packen (44.).

Kurz nach dem Seitenwechsel setzte Japan wieder zwei Nadelstiche. Und beide trafen wunde belgische Punkte. Belgien verlor den Ball im Zentrum, Inui steckte auf Haraguchi durch, der sich auch von Vertonghen nicht beirren ließ und aus halbrechter Position zum 1:0 ins linke Eck schoss (48.). Und kurz nachdem Belgien prompt mit einem Pfostentreffer von Hazard nach Mertens-Hereingabe geantwortet hatte (50), bediente Kagawa seinen Teamkollegen Inui mit der Hacke und der traf aus 18 Metern zum 2:0 (51.).

Belgiens Trainer Roberto Martinez reagierte, brachte mit Fellaini und Chadli für Mertens und Carrasco neue Offensivkräfte. Den Anschlusstreffer brachten aber zunächst eine von Japan nicht gut geklärte Ecke und viel Glück. Der Befreiungsschlag landete bei Vertonghen, dessen Kopfball aus unmöglichem Winkel länger und länger wurde und sich im hohen Bogen über Kawashima ins Netz senkte (70.). Belgien witterte wieder Morgenluft und kam nur vier Minuten später zum Ausgleich. Joker Fellaini stach und köpfte eine Hazard-Flanke zum 2:2 ein (74.).

Auch Japan wechselte zehn Minuten vor dem Ende doppelt. Yamaguchi kam für Shibasaki und Honda für Haraguchi. Doch das Übergewicht hatte weiter Belgien. Kawashima rettete zunächst gegen einen Chadli-Kopfball und dann gegen einen von Lukaku (86.). Und auf der anderen Seite musste sich Courtois auszeichnen, als Witsel eine Nagatomo-Flanke auf das eigene Tor abgefälscht hatte (90.+1). Und dann schaltete Belgien nach einer japanischen Ecke blitzschnell um. Courtois rollte den Ball zu De Bruyne, der Meunier auf der rechten Seite bediente. Meunier flankte in die Mitte, Lukaku ließ durch und Chadli konnte aus zehn Metern zum 3:2 einschieben und alles klar machen (90.+4).

(Photo JEWEL SAMAD/AFP/Getty Images)

Chris McCarthy

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