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Bundesliga | Nagelsmann-Meilenstein, Rehabilitation des BVB und Trainereffekt

14. April 2019
Manuel Behlert

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Bundesliga | Nagelsmann-Meilenstein, Rehabilitation des BVB und Trainereffekt

Awards | Die Bundesliga geht auf die Zielgeraden und sowohl im Titel- als auch im Abstiegskampf und im Rennen um die Champions League ist noch alles offen. Der Spieltag war wieder einmal ein spannender, auch wenn das Niveau nicht in jedem Stadion besonders hoch war. Wir schauen zurück – mit den 7 Awards!

Geisterbahn-Award: Das Freitagsspiel

Nürnberg gegen Schalke 04 – ein Krimi stand am Freitagabend auf dem Programm! Der Gastgeber hatte mit einem Sieg die große Chance den VfB Stuttgart unter Druck zu setzen und an den Schwaben vorbeizuziehen, die Schalker konnten das Thema direkte Abstieg mit einem Sieg schon komplett ad acta legen. Nervosität war auf beiden Seiten zu sehen – und ein Beleg dafür, warum beide Teams so weit unten stehen. Das Spiel war besonders in der Anfangsphase fürchterlich anzusehen, beide Teams überboten sich mit Ungenauigkeiten, spielten ängstlich, wirkten unkonzentriert. Die besseren Chancen hatte dabei der 1. FC Nürnberg, der zur Pause zwingend hätte führen müssen, Ein reguläres Tor wurde aberkannt, ein Elfmeter verschossen. Nürnberg arbeitete sich auch im 2. Durchgang besser in die Partie und erzielte die Führung – die nicht lange hielt. Schalke konnte etwas glücklich ausgleichen und war nach einem phasenweise schrecklichen Auftritt tatsächlich so etwas wie der Gewinner.

An der Schwelle zur Arroganz: Kai Havertz

Kai Havertz ist mit seinen 19 Jahren nicht nur einer der Topspieler von Bayer 04 Leverkusen, sondern auch der gesamten Bundesliga. Havertz merkt man selbst schwankende Leistungen des Teams nicht an, der Offensivspieler liefert nahezu in jedem Spiel eine gute Leistung ab – und weiß vor allem, wie gut er ist. Und das ist ein wichtiger Faktor. Am Samstagnachmittag entschied Havertz mit einem verwandelten Elfmeter in Stuttgart die Partie und erzielte den 1:0-Siegtreffer. Doch dieser Elfmeter war nicht nur lässig, sondern fast schon arrogant geschossen. Havertz lief langsam an, verzögerte selbst diesen Anlauf noch ein wenig und passte den Ball förmlich ins Tor. Ron-Robert Zieler im Tor der Stuttgarter hätte den Ball sogar fest noch berührt – und Havertz wäre in diesem Fall sicher kritisiert worden.

Erfolg schon vor dem Spiel: Fortuna Düsseldorf

Dass es für Fortuna Düsseldorf in der Bundesligasaison 2018/19 nur um den Klassenerhalt geht, war von Beginn an klar. Dass man diesen Klassenerhalt nun schon nach dem 29. Spieltag feiern darf, ist absolut bemerkenswert. Und dafür musste die Fortuna nichts tun außer die Ergebnisse am Freitag und Samstag von der Couch aus beobachten. Als feststand, dass der VfB Stuttgart mit 0:1 gegen Bayer Leverkusen verliert, war der Klassenerhalt auch rechnerisch in Sack und Tüten. Die große Party wird am Samstagabend nicht stattgefunden haben, allerdings werden sie Spieler sehr zufrieden eingeschlafen sein und sich durchaus auch selbst auf die Schulter geklopft haben.

Regel Nr. 1: Bremen trifft immer

Wenn es in der laufenden Bundesligasaison eine Konstante ist, dann ist das die Offensivabteilung von Werder Bremen. Denn: Bremen trifft immer! Man kann die Uhr nach einem Tor der Werderaner stellen, es fällt in jedem einzelnen Spiel. Die Offensivabteilung um Kruse, Rashica und Osako tat sich dabei gegen den SC Freiburg, der die Räume eng machte, lange sehr schwer, am Ende musste die personifizierte Erfahrung in persona Claudio Pizarro auf das Feld geschickt werden, um die Breisgauer noch ein wenig durcheinanderzuwirbeln. Geduld zahlte sich aus, denn Bremen traf auch in diesem Spiel – und gewann mit 2:1. Die Europapokalträume leben weiter.

Meilenstein-Award: Julian Nagelsmann

Am Sonntag fand in der Bundesliga ein frühes Mittagsspiel statt. Die TSG 1899 Hoffenheim empfing Hertha BSC und Julian Nagelsmann, der Trainer der TSG, feierte einen ersten Meilenstein in seiner Karriere. Mit 2:0 schlugen die Kraichgauer Hertha BSC und Nagelsmann feierte damit seinen 50. Sieg als Trainer in der Bundesliga. Im Sommer wird Nagelsmann zu RB Leipzig wechseln, wo er einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat. Läuft für Nagelsmann alles normal und geht die Entwicklung von RB Leipzig so weiter, wird der 100. Bundesligasieg während seiner Amtszeit folgen.

Rehabilitation mit Abstrichen: Borussia Dortmund

Nach der 0:5-Niederlage in München hatte Borussia Dortmund eine Woche Zeit um diesen “Schock” zu verdauen. Gegen Mainz 05 wollte man im Heimspiel von Beginn an entsprechend offensiv und engagiert auftreten, was vor allem in der ersten Halbzeit gelang. Der BVB hatte schnell die eigenen Fans hinter sich und bespielte die Defensive der Mainzer sukzessive. Die Folge: Der BVB kam zu Torchancen und traf auch, erhöhte schnell auf 2:0. Doch wer dachte, dass sich die Schwarzgelben in einen Rausch spielen, der täuschte sich. In der 2. Halbzeit ließ man erst die Konsequenz und das Tempo vermissen, hatte später noch Glück, dass die Gäste aus Mainz nach ihrem Anschlusstreffer nicht noch den Ausgleich erzielten. Komplett stabil ist diese Mannschaft derzeit also nicht, wenn auch wieder auf Kurs.

Trainerwechsel-Award: FC Augsburg

Nachdem sich der FC Augsburg von Trainer Manuel Baum trennte und stattdessen Martin Schmidt installierte, stand prompt das schwere Auswärtsspiel bei der 2019 in der Bundesliga noch ungeschlagenen Eintracht aus Frankfurt an. Schon bei der Aufstellung konnte man sehen, dass Martin Schmidt einiges verändern will. Der FCA war offensiver ausgerichtet als zuletzt, wie vorher von Schmidt angekündigt. Aber nicht nur die Aufstellung war offensiver, auch die Einstellung der Mannschaft stimmte – obwohl die SGE in Führung ging. Augsburg war in jeder Phase des Spiels präsent und drehte die Partie gegen einen sehr guten Gegner, gewann am Ende mit 3:1. Martin Schmidt scheint in den ersten Tagen bereits die richtigen Worte gefunden zu haben, die Mannschaft zieht voll mit.

Manuel Behlert

 (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

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