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Champions League: Barca empfängt Chelsea zum Nervenduell

14. März 2018

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Champions League: Barca empfängt Chelsea zum Nervenduell

Vor dem Hinspiel schrieb ich an dieser Stelle: “Gegen Barca hilft nur eins: Selbst das Spiel machen!” Genau damit tat sich der FC Chelsea zuletzt schwer. Und doch: Die beiden ewigen CL-Kontrahenten gehen heute Abend (20:45 Uhr, live auf Sky) in ein nahezu offenes Spiel – denn Chelseas Kontertaktik aus dem Hinspiel (ein aus Barca-Sicht glückliches 1:1) war goldrichtig.

Für Antonio Conte kann die Partie indes schnell zum Schicksalsspiel werden – der Italiener steht nach wie vor in der Kritik – und ganz unberechtigt ist die nicht: Mehr noch als im Hinspiel (1:1 nach Toren von Messi und Willian) steht Chelsea national unter Druck – zuletzt wurde Contes Mannen gar Lustlosigkeit vorgeworfen. Ein Ausscheiden aus dem europäischen Wettbewerb würde die Stimmung an der Standford Bridge noch weiter verschlechtern.

Barca: Mit Minimalismus zum ganz großen Erfolg?

Die Aussage hat Bestand: Vom Barca-Zauber vergangener Jahre ist in dieser Saison nur selten etwas zu sehen. Gegen den Liganeuling Girona blitzte er beim 6:1 kurz auf – doch es folgten ein mühevolles 1:1 gegen Las Palmas, ein noch mühevolleres 1:0 gegen den Ligakonkurrenten Atlético sowie ein im Schongang gegen den in Unterzahl spielenden Tabellenletzten aus Malaga erspieltes 2:0. Im letzteren Spiel verzichtete Ernesto Valverde gar auf Lionel Messi, der bei der Geburt seines dritten Kindes weilte. Barcas Superstar ist also ausgeruht. Und das muss er auch sein – denn in dieser für Barca-Verhältnisse so torarmen Saison läuft mehr denn je über den unumstrittenen Führungsspieler der Blaugrana. Gegen Chelsea wird zusätzlich der zuletzt eingespielter wirkende Coutinho (nicht spielberechtigt) nicht auflaufen können. Was jedoch deutlich schwerer wiegt: Andres Iniesta steht zwar im Kader, wie fit der zuletzt (wieder) verletzte Aufbauspieler wirklich ist, wird sich erst zeigen müssen.

Aufgrund der zahlreichen Verletzten und angeschlagenen Mittelfeldspieler könnte dagegen Ousmane Dembélé einige Spielminuten erhalten. Es wird allemal Zeit für den Ex-Dortmunder, gegen einen ernstzunehmenden Gegner unter Beweis zu stellen, dass er 105-120 Mio. Euro wert war. Da Barca mit einem Mittelfeld aus Busquets, Rakitic, Iniesta und Paulinho nicht gerade übermäßig mit Geschwindigkeit gesegnet wäre, wird Ernesto Valverde ernsthaft darüber nachdenken, den dribbelstarken Franzosen gegen Chelsea einzusetzen. Denn Dembélé mag taktisch undiszipliniert und noch längst nicht in guter Form sein… doch seinem Trainer wird das Hinspiel noch gut im Gedächtnis sein, als ein weitgehend ideenloses Barca letztlich nur von einem individuellen Fehler Christiansens zurück ins Spiel gebracht wurde.

(Photo by Alex Caparros/Getty Images)

 

Chelsea: Eine durchwachsene Saison – mit versöhnlichem Ende?

Seit dem letzten Aufeinandertreffen mit Barca lieferte Chelsea zwei magere Vorstellungen gegen die beiden Kontrahenten aus Manchester ab, von denen vor allem die stellenweise hilflose Niederlage gegen Guardiolas City-Team im Gedächtnis der Spieler geblieben sein dürfte.

 

Es folgte ein ungefährdeter Sieg gegen den Abstiegskandidaten Crystal Palace (2:1), bei dem (wie auch im Hinspiel) Eden Hazards Flügelpartner Willian mit starken Dribblings und Fernschüssen (wie etwa den zum 1:0) auf sich aufmerksam machte. Chelsea steht damit recht ungefährdet auf dem fünften Tabellenplatz und darf nach oben schielen. Die Spitzengruppe um Liverpool, Tottenham ist nur 4, bzw. 5 Punkte entfernt. Das konteranfällige Mittelfeld Barcas wird Chelsea dieses Mal vielleicht nicht mit einem ungewohnt zentral postierten Hazard bestreiten, wenn man Trainer Antonio Conte Glauben schenken darf, der Alvaro Morata, zuletzt vor allem mit Verletzungen und Streitereien (mit Conte) beschäftigt auf der Pressekonferenz zum Spiel in den höchsten Tönen lobte. In der Tat war Moratas “Ersatz” Pedro im Hinspiel einer der schwächsten Akteure – und der pressingstarke Mittelstürmer könnte Barcas weit aufgerückter Abwehr das Leben mit seinem physischen Spiel womöglich noch etwas schwerer machen, als es Pedro gegen die Ex-Kollegen aus Barcelona tat.

Prognose

Beide Teams strahlen, wie schon vor Wochen, deutlich aus, dass sie sich in einer Übergangssaison befinden. Während bei Chelsea vor allem der Trainer im Zentrum der Kritik steht, krankt Barca an vielen Verletzten und einem unausgewogenen Kader. Nicht von ungefähr kam es deshalb, dass Chelsea das Team von Ernesto Valverde im Hinspiel dank einer diszipliniert ausgeführten Defensivtaktik am Rande einer Niederlage hatte. Hiervon wird Antonio Conte (erst recht nach dem für Barca schwergängigen Spiel gegen die Defensivspezialisten von Atlético) höchstwahrscheinlich auch nicht abweichen. Wer dieses Spiel für sich entscheidet? Sicherlich wird es auf die individuellen Leistungen von Messi, Alba, Hazard und Willian sowie auf die Nerven beider Teams ankommen. Der Ausgang ist dieses Mal aber völlig offen.

Personelles und mögliche Aufstellungen

Ob Chelseas Antonio Conte mit Alvaro Morata dieses Mal einen “echten” Mittelstürmer bringt, steht in den Sternen. Eigentlich gibt es keinen Grund, von seiner Strategie aus dem Hinspiel abzuweichen – auch was das Personal angeht. Lediglich Christensen könnte nach seinem Bock in London dieses mal für Routinier Cahill auf der Bank sitzen.

Auch bei Barca dürfte es kaum Überraschungen geben: Lediglich der Gesundheitszustand von Iniesta gibt noch kleinere Rätsel auf: Sollte Valverde ihn nicht von Anfang an bringen wollen, dürfte Dembélé in die Startelf rücken. Ohnehin wäre er aufgrund seiner Unausrechenbarkeit eine Option – es ist jedoch wahrscheinlich, dass er zugunsten des starken Paulinho zunächst auf der Bank Platz nehmen wird.

 

Chelsea: Courtois – Azpilicueta , Cahill , Rüdiger – Moses , Fabregas , Kanté , Alonso – Willian, Hazard – Morata

Barca: ter Stegen – Sergi Roberto, Piqué, Umtiti, Jordi Alba – Paulinho, Busquets, Rakitic, Iniesta – Messi, Suarez

One Comment
  1. Anonymous

    Welcher Real fan hat den das hier geschrieben? Torarm? Mühevoll? Sollte sich aufjedenfall besser informieren..

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