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Chelsea-Probleme wegen Abramovich? – Seri zum BVB? – Lookman: Everton oder Leipzig?

10. Juli 2018

Chelsea-Probleme wegen Abramovich? – Seri zum BVB? – Lookman: Everton oder Leipzig?

Wir haben euch aufgefordert, uns eure Fragen zum aktuellen Geschehen und dem Transfermarkt zu senden. In diesem Teil geben wir unsere Einschätzungen zu den Folgenden Themen: “Chelsea-Probleme wegen Abramovich?”, “Seri zum BVB?” und “Lookman: Everton oder Leipzig?”

Chelsea-Probleme wegen Abramovich?


Es ist korrekt, dass die Pläne des Stadionbaus offiziell aufgrund eines “ungünstigen Investmentklimas” erst einmal eingefroren wurden. Der geschätzte Aufwand dieses langatmigen Projekts ist seit 2014 von 500 Millionen Pfund auf 1 Milliarde Pfund angestiegen und auch die Option, zwischenzeitlich Heimspiele im Wembley Stadium auszutragen, ist, da die Arena zum Verkauf steht, scheinbar nicht mehr in Stein gemeißelt.

An dieser Stelle müssen wir betonen, dass wir in dieser Angelegenheit lediglich spekulieren. Fakt ist jedenfalls, dass Chelsea-Besitzer Roman Abramovich aufgrund strikterer Visa-Regularien (2015), bzw. strikterer Prüfungen in Folge der angespannten Situation zwischen Russland und England, die Einreise verweigert wurde. Der Russe beantragte zuletzt die israelische Staatsbürgerschaft, was ihm eine Arbeit in England dennoch nicht ermöglicht. Es bedarf keinen Finanzexperten, um festzustellen, dass der Klub bei dem Stadionbau wohl von Abramovich abhängig wäre. Ob er allerdings nicht investieren kann oder womöglich nicht mehr möchte, ist absolut unklar.

(Photo GLYN KIRK/AFP/Getty Images)

Ob und inwiefern die Komplikationen hinsichtlich seines Visums einen Einfluss auf das Tagesgeschäft (u.a. Transfergeschäft) beim FC Chelsea haben, ist ebenfalls nicht zu belegen. Dazu fehlen die Argumente und Beweise vertrauenswürdiger Quellen. Medienberichten zufolge geht die Tendenz jedenfalls eher zu nein. Dass er dem Klub, der ihm bekanntlich wirklich viel bedeutet, aus eigenem Volontär den Geldhahn zudreht (und damit ist keine immense Investition in ein Stadionprojekt gemeint), ist unwahrscheinlich. Unabhängig davon, wäre es unserer Meinung nach etwas verwunderlich, wenn die Blues, die natürlich auch signifikante Einnahmen vorzuweisen haben, nicht dazu in der Lage wären, ihre übliche Rolle auf dem Transfermarkt zu spielen. Nochmal: Das ist reine Spekulation.

Bezüglich der Passivität auf dem Transfermarkt könnten die Unklarheiten und Komplikationen hinsichtlich der Trainerfrage eher die entscheidenden Faktoren sein. Nach den Differenzen zwischen Conte und Klub hinsichtlich der Transferpolitik, war an eine weitere Zusammenarbeit eigentlich nicht mehr zu denken. Die Hürde, dem Italiener eine Abfindung in Höhe von zehn Millionen Euro zu zahlen, möchte Chelsea derzeit scheinbar trotzdem noch (?) nicht nehmen, obwohl in Maurizio Sarri ein Nachfolger bereitsteht. Die Folge: Weder der Verein kann mit vollkommener Sicherheit Transferziele ausmachen, noch stellt der Klub aufgrund der Unklarheiten auf dem Trainerstuhl derzeit eine attraktive, bzw. sichere Adresse dar. Es ist zu erwarten, dass der FC Chelsea, mit Conte oder ohne, aufgrund des früheren Transferschlusses in vier Wochen, bald aktiver wird. – Chris McCarthy

 

Seri zum BVB?

Dies könnte auch Jean Michael Seri betreffen, der schon seit einiger Zeit mit dem Pokalsieger in Verbindung gebracht wird. Eine auffällig lange Zeit, trotzdem würde es uns wundern, wenn der Transfer aufgrund von Abramovichs Umständen nicht vollzogen werden konnte oder kann. Dazu herrscht(e) auf der Trainerbank der Blues zu viel Unklarheit und dazu ist der Spieler bei den Einnahmen des Vereins wohl ohne größere Umstände erschwinglich. Viel mehr scheint Seri schlichtweg nicht so gefragt zu sein, wie es der Berater gerne hätte. Erst recht nicht für die Höhe seiner Ausstiegsklausel (40 Millionen Euro) bei einem Jahr Restvertrag – dafür spricht jedenfalls auch das aktuelle Gerücht um einen Wechsel zum FC Fulham!

Ein konkretes Interesse an Seri seitens des BVB, würde uns ebenfalls überraschen. Sicher, auch nach der Verpflichtung von Thomas Delaney könnte es im zentralen Mittelfeld Nachholbedarf geben (Sebastian Rode, Nuri Sahin oder auch Guerreiro werden mit Wechseln in Verbindung gebracht), andererseits dürften die finanziellen Mittel, trotz der Seri-Favre-Verbindung (was gleichzeitig wohl der Ursprung des Gerüchts ist), aus Sicht des BVB im Sturm wohl besser angelegt sein. – Chris McCarthy

(Photo by Andy Astfalck/Getty Images)

 

 

Lookman: Everton oder Leipzig?

Ja, die Situation beim FC Everton ist zum jetzigen Zeitpunkt sicher etwas unübersichtlich, der Kader noch recht groß. Marcel Brands und Marco Silva haben viele Gespräche geführt, um einen gemeinsamen Nenner bei der Kaderplanung zu finden und beginnen nun mit dem Aussortieren und den Neuverpflichtungen. Bisher wurde nämlich noch kein externer Neuzugang vorgestellt, lediglich Funes Mori, Grant, Robles, Rooney und Garbutt abgegeben.

Das Thema Lookman könnte für Leipzig natürlich weiterhin interessant sein, wir gehen aber davon aus, dass RBL sich noch eine Weile gedulden muss. Denn der neue Trainer Marco Silva wird sich erstmal ein umfassendes Bild von Ademola Lookman machen wollen, ehe er über einen permanenten Abgang des Offensivspielers entscheidet.

Betrachten wir die Situation auf den offensiven Außenbahnen des FC Everton: Henry Onyekuru steht vor einer Leihe in die Türkei, ob mit Rückkehrer Mirallas geplant wird, ist unklar. Ansonsten stehen mit Walcott und Bolasie nur zwei offensive Flügelspieler neben Lookman im Aufgebot, was das für die Kaderplanung zu bedeuten hat, ist ebenfalls von den Plänen von Brands und Silva abhängig.

(Photo by Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)

Das bedeutet, dass es momentan noch viele offene Fragen hinsichtlich der Kaderplanung und Aufstellung des FC Everton gibt. Wenn diese Fragen geklärt sind, kann man auch eine verlässliche Aussage über die Zukunft von Ademola Lookman treffen. Klar ist jedenfalls: Durch den frühen Transferschluss in England, also der Tatsache, dass nach dem 1. Spieltag kein Spieler mehr gekauft werden kann, Abgänge aber weiter möglich sind, ist auch denkbar, dass der Spieler Mitte/Ende August erkennt, dass seine Perspektiven womöglich eben nicht so gut sind – und einen Abgang forciert. Leipzig sollte hartnäckig bleiben. – Manuel Behlert

 

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