Die Auferstehung von Ciro Immobile

„Grande Ciro.“ Ein Satz, den man als neutraler Betrachter im Stadio Olimpico sehr häufig hört. Ciro Immobile hat bei Lazio Rom zu alter Stärke zurückgefunden. Nach vielen Monaten der Tristesse scheint der talentierter Mittelstürmer dort anzuknüpfen, wo er beim FC Turin aufhörte: Tore am Fließband schießen.

 

Lazio-Stürmer findet zu alter Stärke zurück

Sein aktuellstes Opfer: Der AC Mailand. Gleich drei Buden erzielte der 27-Jährige für die Adler am vergangenen Spieltag und führte die Mannschaft zu einem nie gefährdeten 4:1-Erfolg. In der aktuellen Spielzeit steht er somit bei wettbewerbsübergreifend sechs Treffern. Auch Juventus Turin bekam seine Klasse im Supercoppa-Finale schon zu spüren.

Doch was macht er anders, als noch zuvor bei Borussia Dortmund oder dem FC Sevilla? Viel hat höchstwahrscheinlich damit zu tun, dass er wieder in seiner Heimat spielt. Das gewohnte Umfeld liegt ihm scheinbar weitaus besser, als auf sich alleine in einem fremden Land gestellt zu sein. Aber auch die Mannschaft der SS Lazio hat einen entscheidenden Anteil daran.

Sei es Stevan Milinkovic-Savic, sei es Luis Alberto, oder Senad Lulic. Sie versuchen, ihren Frontstürmer im Strafraum in Szene zu setzen. Im variablen System von Simone Inzaghi, mal ein 3-5-2, mal ein 3-4-3, kommt er gut zur Geltung. Der Trainer weiß exakt, was er an ihm hat und schneidet die Taktik so auf ihn zu. Flanken und Hereingaben von außen sind das höchste Gut bei den Laziali, die schon in der vergangenen Saison zu den treffsichersten in Italien gehörten. Ciros Stern: Er geht wieder auf.

(Photo by Marco Rosi/Getty Images)

Genau das ließ er auch nach dem Sieg über die Rossoneri verkünden: „Ich glaube, ich bin in den letzten Monaten gereift. Das macht mich glücklich.“ Sein Trainer fügte hinzu: „Wenn wir immer so spielen, wie heute, können wir uns glücklich schätzen. Ciro kann stolz auf seine Leistung sein.“

Diese Leistungssteigerung führte ihn auch wieder zurück in die Nationalmannschaft. Immobile markierte zuletzt per Kopf den wichtigen Treffer zum 1:0-Erfolg über Israel in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018. Seine Dienste werden höchstwahrscheinlich auch in den Playoffs benötigt. Zurzeit gibt es wohl keinen besseren Mittelstürmer in der italienischen Nationalmannschaft. Und der Coach Giampiero Ventura kennt ihn ja ohnehin aus seiner Zeit beim FC Turin. Der Kreis schließt sich.

 

Joachim Schultheis

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Chefredakteur

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