Deutschland Nachspielzeit

Die Bundesliga-Elf der Saison 2017/18

16. Mai 2018
Manuel Behlert

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Die Bundesliga-Elf der Saison 2017/18

Nach der Saison in der Bundesliga ist es Zeit sich Gedanken zu machen, welche Spieler es in die Elf des Jahres geschafft haben können. Auf einigen Positionen ist eine klare Entscheidung sehr schwierig, vielen Spielern fehlte die Konstanz, viele Spieler verpassten einige Spiele oder wurden auf verschiedenen Positionen eingesetzt. Wir haben uns dennoch auf 11 Spieler inklusive einer bunt gemischten Ersatzbank festgelegt – die Eindrücke sind natürlich rein subjektiv. 

Hier unsere Elf in der Übersicht! 
(Detaillierte Erläuterungen im Anschluss)

 

 

TOR:

Jiri Pavlenka (Werder Bremen, 26)

Im Sommer 2017 arbeitete Werder Bremen lange an der Verpflichtung von Jiri Pavlenka, überwies im Endeffekt rund 3 Millionen Euro an den tschechischen Erstligisten Slavia Prag. Dieses Geschäft sollte sich definitiv lohnen, das merkte man bei Werder bereits recht früh. Pavlenka absolvierte alle 34 Bundesligaspiele, war schnell ein sicherer Rückhalt für die gerade in den Jahren zuvor häufiger instabile Defensive der Bremer und sorgte dafür, dass die Mannschaft den Klassenerhalt feiern durfte.

(Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Pavlenka hatte vor allem an der guten Entwicklung unter Trainer Florian Kohfeldt einen großen Anteil und kassierte insgesamt 40 Gegentore, spielte 8-mal zu null. In der abgelaufenen Saison konnten einige Torhüter auf sich aufmerksam machen, doch der Tscheche vereinte viele Qualitäten. Er wechselte in eine deutlich stärkere Liga und zeigte eine enorme Konstanz, bewahrte auch im Abstiegskampf die Ruhe und produzierte wenige Fehler, gab zudem schon früh Kommandos und hielt die Defensive so zusammen. Pavlenka hat sich in seiner ersten Bundesligasaison bereits einen Namen gemacht und steht jetzt schon auf der Liste einiger Topteams. Und das zurecht!

Alternativen: Neben Jiri Pavlenka spielten auch weitere Torhüter eine sehr gute Saison. Für die “Ersatzbank” haben wir Sven Ulreich nominiert, der in einer nicht gerade ganz einfachen Situation die Nummer 1 wurde und gegen den VfL Wolfsburg auch gleich einen bösen Patzer hatte. Ulreich zeigte aber, wie wichtig Spielpraxis und Vertrauen für einen Torhüter sind und legte in der Folge eine hervorragende Bundesligasaison hin. Ebenfalls zu erwähnen sind Ralf Fährmann, Koen Casteels und in den letzten Wochen der Saison auch Ron-Robert Zieler, der dort stetig Fortschritte machte.

ABWEHR: 

Joshua Kimmich (FC Bayern, 23)

In die Fußstapfen von Philipp Lahm als Rechtsverteidiger beim FC Bayern München zu treten ist nicht gerade die einfachste Aufgabe für einen jungen Spieler wie Joshua Kimmich, gerade wenn dieser zuvor überwiegend im defensiven Mittelfeld spielte. In 29 Bundesligaspielen stand Kimmich auf dem Platz, erzielte dabei einen Treffer und bereitete 12 weitere vor. Der 23-jährige überzeugte in der Offensive und lernte defensiv eine Menge dazu, sammelte zuvor bereits in der Nationalmannschaft Erfahrungen auf dieser Position.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

In der Bundesliga absolvierte der Rechtsverteidiger kaum ein schwaches Spiel, wenn man Ansatzpunkte für Kritik suchen kann, dann möglicherweise, dass er durchaus noch 1-2 Tore mehr hätte erzielen können oder dass der ein oder andere defensive Stellungsfehler noch abgestellt werden muss. Aber in seinen jungen Jahren befindet sich Kimmich noch in einem Entwicklungsprozess, hat noch Luft nach oben – und das, obwohl er schon jetzt zu den besten Außenverteidigern der Welt zu zählen ist.

Naldo (Schalke 04, 35)

Als der FC Schalke 04 Naldo vom VfL Wolfsburg verpflichtet, waren nicht wenige Experten zumindest ein wenig skeptisch, vor allem ob der Nachhaltigkeit dieser Verpflichtung. Doch besonders in der abgelaufenen Saison zeigte Naldo seine Qualitäten mit einer hohen Konstanz. Er dirigierte die Abwehr der Schalker, war sehr zweikampfstark, machte nur wenige Fehler und stand in allen 34 Bundesligaspielen auf dem Platz. Naldo ist topfit, hat nur sehr selten mit Blessuren zu kämpfen und wird mindestens noch ein weiteres Jahr für Schalke spielen.

(Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Doch nicht nur in der Defensive trat Naldo in Erscheinung. Nahezu traditionell offensivstark zeigte sich der Brasilianer. In der Saison 2017/18 erzielte er 7 Bundesligatreffer, bereitete zudem zwei weitere Tore vor. Und Naldo erzielte auch einige wichtige Treffer, darunter das 4:4 im irren Hinrundenderby und den Freistoßhammer zum entscheidenden 2:0 im Rückrundenderby. Defensive Stabilität, offensive Gefahr und eine große Konstanz verschaffen Naldo einen Platz in der Elf des Jahres!

Mats Hummels (FC Bayern, 29)

Eine sehr konstante Bundesligasaison spielte auch Mats Hummels vom FC Bayern München. Der 29-jährige hinterließ über die gesamte Saison einen guten Eindruck, bereinigte einige gefährliche Situationen auf seine typische, lässig anmutende Art und zeigte sich im Spielaufbau häufig sehr kreativ. Sein Markenzeichen sind die Pässe mit dem Außenrist, die er in dieser Spielzeit erneut häufig benutzte, vor allem unter Jupp Heynckes, als das Selbstverständnis in das Spiel des Rekordmeisters zurückkehrte.

(Photo by PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Hummels war Bestandteil der besten Defensive der Bundesliga, schaltete sich häufig in die Offensive ein und war bei eigenen Standardsituationen ein ständiger Unruheherd im gegnerischen 16er. Ausbaufähig ist die Erfolgsquote bei den eigenen Versuchen in Richtung des gegnerischen Tores, denn am Ende erzielte Hummels “lediglich” einen Treffer in der Bundesliga, einige mehr wären durchaus möglich gewesen.

Philipp Max (FC Augsburg, 24)

Linksverteidiger Philipp Max vom FC Augsburg ist eine der positiven Erscheinungen der Saison. Trainer Manuel Baum vertraute von Beginn an auf die Qualitäten des 24-jährigen, der dieses Vertrauen auch zurückzahlte. Max wechselte 2015 für knapp 4 Millionen Euro aus Karlsruhe nach Augsburg, dürfte seinen Wert nun vervielfacht haben. Einerseits zeigte er defensiv stabile Leistungen und half mit, dass der FC Augsburg am Ende der Saison überraschend souverän die Klasse hielt, andererseits war Max aber vor allem in der Offensive sehr umtriebig.

(Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Mit 15 Scorerpunkten (2 Tore, 13 Vorlagen) legte Max eine herausragende Saison hin, zieht mittlerweile das Interesse einiger Spitzenklubs auf sich. Max vereint viele Qualitäten, er ist schnell, spielt geradlinig, weiß das Risiko seiner Vorstöße sehr gut einzuschätzen und schlägt präzise Flanken, hat das Auge für seine Mitspieler und tritt überdies auch noch sehr gefährliche Standards.

Alternativen: Auf unserer Ersatzbank sitzt als Innenverteidiger Salif Sané, der bei Hannover 96 eine Konstante in der Defensive war und individuell ein hervorragender Innenverteidiger ist. Seine Hinrunde war etwas stärker als die Rückrunde, aber es ist kein Zufall, dass es Sané am Saisonende zum FC Schalke 04 in die Champions League zieht. Eine weitere Alternative ist Daniel Caligiuri, der bei den “Königsblauen”  vor der Dreierkette gespielt hat, also offensive und defensive Aufgaben übernehmen musste. Dies tat der Deutsch-Italiener mit einer enormen Konstanz, zudem steuerte er 17 Scorerpunkte zur Schalker Vize-Meisterschaft bei.

MITTELFELD:

Javi Martinez (FC Bayern, 29)

Seit seinem Wechsel von Athletic Bilbao zum FC Bayern München im Sommer 2012 ist Javi Martinez eine feste Größe beim Rekordmeister. Besonders in der Triplesaison spielte er im Mittelfeld hervorragend, ehe es unter Pep Guardiola und anschließend auch unter Carlo Ancelotti zurück in die Innenverteidigung ging. Nach einigen größeren Verletzungssorgen in den letzten Jahren kam Martinez in dieser Saison ohne die ganz großen Ausfallzeiten aus. In 22 Bundesligaspielen überzeugte Martinez als Stabilisator beim FC Bayern, der unter Jupp Heynckes wieder im Mittelfeld agierte.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Martinez fungierte vor der Abwehr aber nicht nur als Abräumer, sondern setzte regelmäßig auch die Offensivspieler in Szene. Dennoch: Einige Parallelen zur Triplesaison waren doch vorhanden. Denn auch in dieser Spielzeit sah man häufig den Javi Martinez, der keinen Ball verloren gab, sich teilweise vierteilen wollte um vier Zweikämpfe gleichzeitig zu führen. Der Spielstil des Spaniers hat sich im Vergleich zu damals durchaus entwickelt und auch die Rolle, die er ausübt, ist nicht mehr die gleiche, eines bleibt aber: Martinez ist weiter enorm wichtig für den FC Bayern.

Santiago Ascacibar (VfB Stuttgart, 21)

Mit Santiago Ascacibar gelang Michael Reschke im vergangenen Sommer ein absoluter Volltreffer. Rund 6 Millionen Euro überwiesen die Schwaben an Estudiantes de la Plate und diese Ausgaben haben sich definitiv gelohnt. Der VfB identifizierte den talentierten Mittelfeldspieler als genau die Ergänzung, die man im Kampf um den Klassenerhalt benötigt. Ascacibar spielt aggressiv, kann durch Fouls den Spielfluss zunichte machen, ist insgesamt ein sehr unangenehmer Gegenspieler.

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

In der eigenen Mannschaft ist Ascacibar aber sehr hoch angesehen, jede Mannschaft will einen solchen Spieler haben, der ohne Respekt auch gegen die Topteams der Liga agiert und sein Spiel durchzieht. In seinen jungen Jahren kann Ascacibar die Mannschaft bereits mitreißen, treibt mit seiner Dynamik nach Ballgewinnen eigene Angriffe an. Nicht umsonst absolvierte der Argentinier 29 Bundesligapartien, in denen er sich 10 gelbe und eine gelb-rote Karte einhandelte. Diese Leistungen riefen auch Topteams wie den SSC Neapel auf den Plan, aber Ascacibar will mindestens noch ein Jahr in Stuttgart bleiben. Gut für den VfB!

James Rodriguez (FC Bayern, 26)

James Rodriguez wurde bereits in unseren Bundesliga-Awards zum Neuzugang der Saison gekürt, nun taucht der Kolumbianer auch in der 11 der Saison auf! Carlo Ancelotti wollte James unbedingt beim FC Bayern haben und nach einer kurzen Zeit der Akklimatisierung legte der Kolumbianer gleich hervorragend los. Auch der Trainerwechsel von Ancelotti zu Heynckes schien dem Wunschspieler des Italieners nicht zu schaden – im Gegenteil. James ist eine der Attraktionen der Liga und ein individuell herausragender Akteur, der in München endlich wieder regelmäßig das Vertrauen bekommt.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Auch die Zahlen können sich durchaus sehen lassen. 23 Bundesligaspiele, 7 Tore, 11 Vorlagen: Der Kolumbianer überzeugte in seiner Premierensaison in der Bundesliga und dürfte dem FC Bayern lange erhalten bleiben. Doch auch abgesehen von den tollen Werten: James’ Ballbehandlung, die Übersicht, die instinktive Spielweise – all das macht ihn zu einem der besten Spieler, die die Liga zu bieten hat. Und dementsprechend gehört er in die 11 der Saison 2017/18.

Alternativen: Wer hätte gedacht, dass Kevin-Prince Boateng derart gut zur Eintracht aus Frankfurt passt? Der 31-jährige Mittelfeldspieler zeigte seine Klasse in dieser Saison aber über weite Strecken, war ein Anführer bei der SGE und konnte gute 6 Saisontore erzielen. Gerade im Mittelfeldzentrum gab es viele gute, aber wenig überragende Spieler in der Bundesliga. Boatengs Weg ist definitiv bemerkenswert, genau wie die Entwicklung von Florian Grillitsch. Der Mittelfeldspieler aus Hoffenheim spielte vor allem in der Rückrunde extrem verlässlich, zeigte formidable Leistungen und machte sehr wenig Fehler. Auch er hat es auf unsere Ersatzbank geschafft. Ebenfalls erwähnenswert: Leon Goretzka, Lars Bender und Naby Keita.

ANGRIFF: 

Leon Bailey (Leverkusen, 20)

Nach einem schweren halben Jahr zu Beginn seiner Zeit bei Bayer 04 Leverkusen startete Flügelspieler Leon Bailey in der Hinrunde unter Heiko Herrlich voll durch. Bailey zeigte konstant gute Leistungen, war an fast jedem gefährlichen Angriff der Leverkusener beteiligt und fühlte sich in einer Offensive mit Havertz, Brandt, Volland und Alario extrem wohl. Die offensive Herangehensweise der Werkself kommt Bailey zugute, der es in Zukunft nur noch schaffen muss, über eine gesamte Saison solche Leistungen zu zeigen.

(Photo by PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Die Hinrunde des blitzschnellen, dribbelstarken Jamaikaners war beeindruckend, die Rückrunde zumindest noch gut, auch wenn die Effizienz ein wenig fehlte. Insgesamt kamen im Saisonverlauf 15 starke Scorerpunkte zusammen, einige weitere hätten noch folgen können. In der kommenden Saison wird Bailey wohl weiterhin für Leverkusen auflaufen und hat dann die Chance sich erneut zu beweisen – diesmal mit dem Ziel, dies auch über die 34 Spiele zu tun.

Serge Gnabry (TSG Hoffenheim, 22)

Die Entwicklung von Serge Gnabry bei der TSG Hoffenheim verlief genau andersherum. Zu Beginn der Saison hatte die Leihgabe des FC Bayern einige Schwierigkeiten, war verletzt, fand sich noch nicht so wirklich zurecht. Trainer Julian Nagelsmann wollte mit Gnabry an jeder erdenklichen Feinheit in dessen Spiel arbeiten, Gnabry verstand, was sein Trainer ihm vermitteln wollte und arbeitete hart an sich. Die Belohnung war eine sensationelle Rückrunde, bei der er einen großen Anteil an der Qualifikation für die Champions League hatte.

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

10 Tore und 7 Vorlagen in 22 Einsätzen stehen am Saisonende auf dem Konto des 22-jährigen, der nach seiner Leihe wieder zum FC Bayern zurückkehren wird. Gnabry hatte einen großen Einfluss auf das Offensivspiel der Hoffenheimer, wurde von Trainer Nagelsmann sehr clever eingesetzt und bekleidete im Verlauf der Saison viele verschiedene Positionen. Gnabry bestach durch Dynamik, Effizienz, Geschwindigkeit und einen enormen Willen Tore zu erzielen. Hält er seine Form, dann wird er auch in München eine gute Rolle spielen können.

Robert Lewandowski (FC Bayern, 29)

Als Mittelstürmer in der Elf des Jahres steht Bayerns Pole Robert Lewandowski. Der 29-jährige spielte vielleicht keine perfekte Saison, aber düpierte die Konkurrenz im Kampf um die Torjägerkanone und hätte durchaus mehr Treffer erzielen können, wenn er in der Rückrunde nicht häufiger für Sandro Wagner geschont worden wäre. Trotzdem: Seine Bilanz ist weiterhin beeindruckend, sein Abstand auf die Konkurrenz ebenso.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

Die Bilanz des Polen am Saisonende: 2169 Bundesligaminuten, 29 Treffer und 2 Torvorlagen. Das heißt, dass der Stürmer des Rekordmeisters etwa alle 75 Minuten ein Tor erzielt hat – und dabei traf er erneut mit links, mit rechts und mit dem Kopf – ließ aber auch die ein oder andere hochkarätige Chance liegen. Trotzdem war er der zuverlässigste Stürmer der abgelaufenen Bundesligasaison und auch wenn es ein wenig Unruhe um seine Zukunft gibt – der FC Bayern muss versuchen seinen Torjäger zu halten!

Alternativen: Eine hervorragende Saison spielte auch Michael Gregoritsch. Der Hamburger SV wird mit Wehmut nach Augsburg schauen, denn dort durchleif der österreichische Offensivspieler eine sensationelle Entwicklung und erzielte 13 Saisontore. Ebenfalls sehr stark war Hoffenheim-Stürmer Mark Uth, der nach der Saison zum FC Schalke 04 wechseln wird. Er steuerte 14 Tore und 8 Vorlagen zur erfolgreichen Hoffenheimer Saison bei. Ebenfalls sehr stark: Andrej Kramaric, Max Kruse, Kevin Volland, Nils Petersen.

 

Postet eure Elf des Jahres gerne in die Kommentare!

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