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Elfmeter-Drama! Deutschland im Finale!

27. Juni 2017
Manuel Behlert

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Elfmeter-Drama! Deutschland im Finale!

Im ersten Halbfinale bei der diesjährigen U21-EM in Polen traf die englische Mannschaft auf die DFB-Auswahl. England steigerte sich nach einem 0:0 gegen Schweden, spielte vor allem am dritten Spieltag gegen Polen sehr gut. Deutschland absolvierte zwei gute Gruppenspiele, gegen Italien konnte man nicht das Leistungsmaximum erreichen.

Vor dem Spiel: England mit einem kompakten Mittelfeld, Hughes, der zu Watford wechseln wird, ist neu in der Partie. Der arbeitende, große Stürmer Abraham kehrt zurück und soll mit seiner Wucht die deutsche Hintermannschaft beschäftigen. Die DFB-Auswahl bringt Haberer und Philipp für Weiser und Dahoud, die eine Pause erhalten. Zwangsweise musste man kurzfristig auch noch in der Innenverteidigung umbauen und den bisher so guten Niklas Stark durch Gideon Jung ersetzen.

England 2:2 (3:4 i.E.) Deutschland

0:1 Selke 35.; 1:1 Gray 41., 2:1 Abraham 50., 2:2 Platte 71.

England: Pickford, Holgate (106. Iorfa), Chambers, Mawson, Chilwell, Chalobah (65. Murphy), Baker, Hughes (86. Swift), Ward-Prowse, Gray (74. Redmond), Abraham

Deutschland: Pollersbeck, Toljan, Kempf, Jung (80. Kehrer), Gerhardt, Arnold, Haberer (102. Kohr), Meyer, Philipp, Gnabry (88. Amiri), Selke (63. Platte)

England dominiert die Anfangsphase

Intensiver Beginn beider Mannschaften. Nach einem langen Ball konnte sich Gideon Jung Selbstvertrauen holen, indem er einen englischen Angreifer souverän ablief. Kurz darauf gab es die erste Gelegenheit für die deutsche Mannschaft, als Selke geschickt wurde und nach einem kleinen Kontakt mit Chambers einen Elfmeter haben wollte. Im direkten Gegenzug setzte sich Hughes elegant durch, Jung konnte zum Eckball klären. England zeigte sich bei ruhenden Bällen sehr gefährlich, so auch in der 6. Minute, als Chalobah frei zum Kopfball kam, diesen aber über das Tor beförderte. Die englische Mannschaft hatte die Anfangsphase unter Kontrolle und kam nach feiner Vorarbeit von Hughes durch Demarai Gray zur nächsten Chance. Toljan und Pollersbeck konnten klären, danach hatte Jung Glück, dass kein Elfmeter gegen ihn gepfiffen wurde.

(Photo by PIOTR NOWAK/AFP/Getty Images)

Nach ganz starken ersten Minuten der Engländer beruhigte sich die Partie etwas. Deutschland konnte den Spielrhythmus des englischen Teams ein wenig zerstören, die nächste Abschlusschance ließ dementsprechend auch 7 Minuten auf sich warten. Ward-Prowse schoss aber deutlich am Tor vorbei. Nach 17 Minuten hatte die DFB-Elf die erste sehr gute Idee, als Arnold einen Ball herausragend auf Gnabry spielte, der ihn aber nicht verwerten konnte. In der 18. Minute musste Pollersbeck erneut eingreifen, als Abraham vollkommen frei standet en Ball aber glücklicherweise nicht platzieren konnte. Nach 20 Minuten kombinierte sich die deutsche Mannschaft gefällig nach vorne und hatte eine ordentliche Chance, als Selke den Ball nicht ideal platzieren konnte.

Nach 24 Minuten schloss Toljan ab, der Ball war aber deutlich zu hoch angesetzt. Das Spiel war ausgeglichener, Deutschland fand besser ins spiel und kam zu Chancen, unter anderem durch Meyer in der 28. Minute. Nach 31 Minuten versuchte erneut Toljan sein Glück, Pickford konnte den Ball aber zum Eckball abwehren. Deutschland übernahm zunehmend das Kommando, Philipp hatte die nächste Chance, verzog aber ebenfalls deutlich. In der 35. Minute erzielte Deutschland dann das 1:0! Jeremy Toljan wurde auf rechts sehr gut freigespielt und bediente Davie Selke, der aus kurzer Distanz mit einem wuchtigen Kopfball vollenden konnte. In der 41. Minute schloss Gray eine Ecke der Engländer nach großer Verwirrung und großem Durcheinander im 16er gut und wuchtig ab, ließ Pollersbeck keine Chance – Ausgleich. Das Remis zur Halbzeit ging in Ordnung.

Deutschland in Halbzeit 2 besser

Zu Beginn der 2. Halbzeit erarbeitet sich die deutsche Mannschaft sofort einen Eckball. Nach dem Eckball hatte Meyer eine Abschlusschance, sein abgefälschter Schuss war aber kein Problem für Pickford. In der 50. Minute brachte Tammy Abraham die englische Mannschaft in Führung. Gnabry arbeitete gut nach hinten, eroberte den Ball, nachdem Gerhardt ausgespielt wurde, Hughes konnte das Spielgerät allerdings wieder für England gewinnen, bediente Abraham und der schloss aus kurzer Distanz ab. Deutschland schüttelte sich kurz, erarbeitete sich in der 55. Minute nach einem Gerhardt-Schuss einen Eckball, der nicht für große Gefahr sorgen konnte. Nach 57 Minuten hätte Jeremy Toljan beinahe zum 2:2 getroffen, als eine Flanke komplett durchrutschte, er aber zu überrascht war, um den Ball im Tor unterzubringen.

(Photo by PIOTR NOWAK/AFP/Getty Images)

In der 63. Minute wechselte die DFB-Elf erstmals, wenn auch unfreiwillig. Selke musste angeschlagen aus dem Spiel genommen werden, Felix Platte kam für ihn in die Partie. Nur 2 Minuten später musste auch England verletzungsbedingt wechseln. Chalobah ging aus dem Spiel, Murphy war nun neu dabei. Deutschland versuchte weiterhin fußballerisch in Erscheinung zu treten, spielte sich mit Meyer und Toljan auf der rechten Seite durch, erarbeitete sich aber erneut nur einen ungefährlichen Eckball. In der 70. Minute versuchte sich Haberer aus der Distanz, sein Schuss war noch leicht abgefälscht und ging am Tor vorbei. Die darauffolgenden Ecke von Maximilian Arnold wurde durch Felix Platte verwertet, der den Ball wuchtig ins Tor köpfte – 2:2! Die Passivität Englands nach der 2:1-Führung wurde bestraft.

Und es kam fast noch dicker für England! In der 73. Minute hatte Philipp die Chance zum 3:2, verzog aber knapp. Deutschland drückte, hatte richtig gute Chancen durch Gnabry und Philipp und blieb dran. Pickford musste zweimal hervorragend klären. Felix Platte machte enormen Betrieb, hatte nach 77 Minuten die Chance zum 3:2, stand aber bei seinem Treffer ganz knapp im Abseits. Nach 82 Minuten schoss Gnabry links am Tor vorbei, Deutschland war weiterhin das spielbestimmende Team. Trotzdem hatte in der 85. Minute Redmond eine gute Chance, als er ganz knapp links am Gehäuse der deutschen Elf vorbeischoss. Deutschland setzte die englische Mannschaft weiter unter Druck, hatte kleinere Gelegenheiten. Für England ging es nur um die Verlängerung. Und diese erreichten sie dann auch.

Nachlassende Kräfte

Amiri brachte Schwung in das Spiel der deutschen Elf, hatte gleich zu Beginn der Verlängerung zwei gute Szenen, unter anderem im Zusammenspiel mit Gerhardt. England blieb weiterhin eher harmlos, Deutschland hatte das Spiel im Griff. Die DFB-Auswahl versuchte weiter viel, zog nicht jeden Angriff nach dem gleichen Schema auf, versuchte sogar in der Verlängerung bei Eckbällen auf Variantenreichtum zu setzen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung hatte Gerhardt noch eine Abschlusschance nach einem Eckball, Pickford konnte den Ball aber halten. Im Gegenzug kam sogar England noch zu einer Halbchance. Deutschland blieb aber das bessere Team. Die erste Chance in der zweiten Halbzeit hatte England durch einen Kopfball von Swift. In der 108. Minute verschätzte sich Pollersbeck, aber dieser Fehler blieb unbestraft.

(Photo by PIOTR NOWAK/AFP/Getty Images)

Man merkte mittlerweile beiden Mannschaft an, dass dieses Spiel unglaublich viel Kraft gekostet hat. Die Aktionen beider Mannschaften waren nicht mehr genau genug, es fehlte mitunter an Präzision, einzelne kleine Krämpfe stellten sich ein. In der 115. Minute hatte die DFB-Elf die Riesenchance zum 3:2, als Toljan überragend auf Amiri spielte, der aber den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte. Deutschland hatte in der 119. Minute noch einen lukrativen Freistoß, den Amiri allerdings in die Mauer schoss.

Der Elfmeter-Spielfilm

  • Maximilian Arnold trifft! 1:0 für Deutschland
  • Lewis Baker trifft ebenfalls. 1:1
  • Yannick Gerhardt scheitert an Pickford! Es bleibt beim 1:1!
  • Tammy Abraham scheitert ebenfalls! Pollersbeck hält, weiter 1:1!
  • Maximilian Philipp trifft in die obere Ecke – 2:1 Deutschland!

 

  • Ben Chilwell bleibt cool. 2:2!
  • Max Meyer ebenso cool! Deutschland 3:2 in Führung!
  • Kapitän Ward-Prowse verwandelt sicher. 3:3! Irre Spannung.
  • Nadiem Amiri mit ein bisschen Glück, aber drin! 4:3! England muss treffen.
  • Nathan Redmond muss treffen – und verschießt! Pollersbeck hat den Ball! Finale!!! 4:3!
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