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Europareise | Monaco im Chaos, spektakuläre Pokalspiele und Torrausch im “Klassieker”

4. Februar 2019
Damian Ozako

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Europareise | Monaco im Chaos, spektakuläre Pokalspiele und Torrausch im “Klassieker”

Der Januar ist vorbei und im europäischen Fußball gab es etliche Highlights. Im fünften Teil der 90PLUS-Europareise beschäftigen wir uns mit Krisenklubs, spektakulären Pokalspielen und vielem mehr!

Monaco versinkt im Chaos

Die AS Monaco hat einen sehr turbulenten Jahresstart hinter sich. In der Liga konnten die Monegassen, trotz etlicher Neuzugänge wie z.B. Cesc Fabregas (31), keinen Sieg holen und stecken weiterhin tief im Abstiegskampf. Nachdem Monaco gegen den Zweitligisten FC Metz in der zweiten Runde des Coupe de France ausgeschieden ist (1:3), wurde Thierry Henry entlassen. Nur knapp drei Monate nach seiner Einstellung haben die Verantwortlichen die Reißleine gezogen und haben der Stürmerlegende nicht mehr zugetraut eine Trendwende einleiten zu können. Von 20 Partien konnten die Monegassen unter Henry lediglich vier nach der regulären Spielzeit gewinnen.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Als Nachfolger wurde dann ausgerechnet sein Vorgänger vorgestellt: Leonardo Jardim. Monacos Vizepräsident Vadim Vasilyev erklärte, dass man Jardim zu früh entlassen habe und im Sommer eine schlechte Transferphase hinlegte, die dazu führte, dass der Kader schlichtweg nicht konkurrenzfähig sei. Daher legten die Monegassen auch eine bemerkenswerte Transferphase im Winter hin, in der sie neun Neuzugänge präsentierten. Die wurden allerdings in Absprache mit Ex-Trainer Henry geholt. Es wirkt gerade alles sehr chaotisch beim Klub aus dem Fürstentum. Einer der neuen Spieler erlebte einen bemerkenswerten Start: der Ex-Schalker Naldo (36). Innerhalb einer Woche flog er direkt zweimal mit Rot vom Platz. Damit reihte er sich perfekt ins unglückliche Bild ein, das Monaco derzeit abgibt.


Chelsea mit Schwächephase: Sarri erzürnt

Die “Blues” starteten furios in die Saison und schon früh schien Maurizio Sarri seine Spielidee gut umsetzen zu können. Erst zum Ende des Jahres brach die Mannschaft ein wenig ein, aber angesichts des Umbruchs war das Umfeld trotzdem noch höchst zufrieden. Mitte Januar sollte die Stimmung jedoch kippen. Nach der 0:2-Niederlage gegen Arsenal war der italienische Coach mächtig angefressen und kritisierte seine Mannschaft heftig. Er erklärte, dass seine Spieler “extrem schwierig zu motivieren” seien und die Niederlage auf die fehlende Mentalität zurückzuführen sei.

Der Tiefpunkt sollte allerdings erst eineinhalb Wochen später stattfinden: Die Auswärtspartie beim AFC Bournemouth entwickelte sich zur Katastrophe und die “Blues” fingen sich eine 0:4-Klatsche ein. Medienberichten zufolge soll der Coach daraufhin eine Stunde lang auf seine Mannschaft eingeredet haben. Alle anderen Personen wurden vorher aus der Kabine rausgeschickt. Danach fuhr er auch nicht im Mannschaftsbus zurück nach London. Zusammen mit einem Co-Trainer nahm er lieber ein Auto. Wie lang das wohl noch gut geht?

(GLYN KIRK/AFP/Getty Images)


Pokalwahnsinn in Spanien: “La Remontada” und eine verrückte Nachspielzeit in Valencia

Der FC Barcelona ist ins Halbfinale der “Copa del Rey” eingezogen. Das alleine wäre jetzt natürlich keine großartige Überraschung, aber die Art und Weise wie die Katalanen den FC Sevilla bezwingen konnten, war beeindruckend. Nachdem die Andalusier das Hinspiel gegen eine B-Elf von Barça mit 2:0 gewinnen konnten, wurde im Rückspiel im Camp Nou die Stammelf rund um Lionel Messi (31) auf die Gäste losgelassen.

Sie brannten ein Feuerwerk ab und gewannen mit 6:1. Das berühmte Ergebnis, das ihnen schon bei der Aufholjagd gegen PSG in der Champions League gelang. Den Schlusspunkt setzte Messi höchstpersönlich nach einer herrlichen Kombination. Der Treffer dürfte seinen Platz in jedem Jahresrückblick schon sicher haben. Im Halbfinale kommt es nun zum Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen Real Madrid.

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Valencia hat sich ebenfalls spektakulär das Weiterkommen gesichert. Nachdem die Marcelino-Elf das Hinspiel in Getafe mit 0:1 verloren hat, geriet sie vor heimischem Publikum bereits nach 37 Sekunden schon wieder in Rückstand. Lange Zeit sah es so aus als würde Valencia an Getafe scheitern. Zwar hat Rodrigo (27) nach ca. einer Stunde den Ausgleich erzielen können, aber es fehlten noch zwei Tore.

Die Gäste agierten seit der 74. Minute in Unterzahl, da Djené (27) mit Gelb-Rot vom Platz flog, aber Valencia schaffte es einfach nicht den Ball im Tor unterzubringen. Bis zur Nachspielzeit: In der 92. Minute traf erneut Rodrigo und sorgte für neue Hoffnung. Bei der üppigen Nachspielzeit von sieben Minuten, war diese auch berechtigt. Eine Minute später behinderte sich die Offensive von Getafe gegenseitig beim Abschluss und Valencia setzte noch einen entscheidenden Konter, den Rodrigo nutzte um seinen Dreierpack zu schnüren und sein Team ins Halbfinale zu schießen. Dort wartet nun Real Betis.


Pokalwahnsinn in Italien: Florenz im Torrausch und Klatsche für Juve

Nicht nur in Spanien gab es einiges zu bestaunen im Pokal. Der AC Florenz empfing die AS Roma. In der Liga trennen die beiden nur wenige Punkte und deshalb rechnete man eigentlich mit einer engen und umkämpften Partie. Allerdings zeigten sich die Gäste in einem desolaten Zustand. Florenz schoss die Mannschaft von Trainer Eusebio Di Francesco mit 7:1 ab. Zur Pause stand es noch 3:1, aber Mitte der zweiten Hälfte ist Rom endgültig auseinandergebrochen. Überragender Mann auf dem Platz war Italiens Shootingstar Federico Chiesa, der drei Tore erzielte. Edin Dzeko (32) leistete sich unnötigerweise noch eine krasse Unsportlichkeit und spuckte den Schiedsrichter an.

(Photo by Gabriele Maltinti/Getty Images)

Nach vier Pokalsiegen in Folge wird die Coppa Italia dieses Jahr nicht an Juventus Turin gehen. Die Allegri-Mannschaft wurde von Atalanta Bergamo mit einer 0:3-Klatsche nach Hause geschickt. Zeitweise wurde die “Alte Dame” schwindelig gespielt und ist vollkommen verdient ausgeschieden. Die Defensive ist nach dem Ausfall von Abwehrchef Giorgio Chiellini (34) komplett auseinandergebrochen und hat einen sehr schwachen Eindruck hinterlassen. Den Gastgebern wurden die Tore quasi aufgelegt. Matchwinner war (mal wieder) Duván Zapata (27), der einen Doppelpack erzielte. Seit Ende Novemeber hat der Kolumbianer in jedem Spiel mindestens ein Tor erzielt.  


Klatsche im Derby: Feyenoord demütigt Ajax

Nachdem Ajax Amsterdam bereits im Heimspiel gegen Heerenveen Punkte liegen gelassen hat und in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 4:4 (!) hinnehmen musste, gab es im Kampf um die Meisterschaft den nächsten Rückschlag. “De Klassieker” gegen Feyenoord Rotterdam verlor die Mannschaft von Trainer Erik ten Hag mit 2:6. Im ausverkauften De Kuip spielte sich der Gastgeber in einen Rausch und nahm Ajax richtig auseinander. In der zweiten Hälfte zeigte die Defensive um Kapitän und Shootingstar Matthijs de Ligt (19) Auflösungserscheinungen. Es war eine auf vielen Ebenen enttäuschende Leistung und könnte schon eine kleine Vorentscheidung in der Meisterschaft sein. Auf Seiten der Gastgeber fiel Kapitän und Stürmerlegende Robin van Persie (35), nicht nur aufgrund seines Doppelpacks, sehr positiv auf. Er war an vielen Angriffen beteiligt und verhielt sich im letzten Drittel sehr geschickt. Für die Verteidigung von Ajax war der Routinier ein absoluter Albtraum.

(OLAF KRAAK/AFP/Getty Images)

Und sonst so: Kevin-Prince Boateng hat sich überraschenderweise dem FC Barcelona angeschlossen. Im Spätherbst seiner Karriere nochmal ein richtiges Highlight! – PSG ist im Viertelfinale des Ligapokals gegen EA Guingamp ausgeschieden. Knapp eineinhalb Wochen später gab es die Torrache und man schoss den Tabellenletzten der Ligue 1 mit 9:0 ab. – Die “Spurs” machen mal wieder das, was sie am besten können: Titelchancen wegwerfen. Sowohl im FA Cup (0:2 gegen Crystal Palace), als auch im Ligapokal (3:6 n.E. gegen Chelsea) ist Tottenham im Januar ausgeschieden. Sieht so aus, als würde die Pochettino-Elf mal wieder leer ausgehen und keinen Titel gewinnen. – Hannover 96 hat sich kurz nach Rückrundenstart dazu entschieden Trainer André Breitenreiter zu feuern. Nachfolger ist Thomas Doll, der zuletzt 2008 in der Bundesliga als Trainer aktiv war.

(LLUIS GENE/AFP/Getty Images)

Damian Ozako

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