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FC Bayern | Schluss im Sommer? Heynckes: “Wissen Sie das?”

9. März 2018
Chris McCarthy

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FC Bayern | Schluss im Sommer? Heynckes: “Wissen Sie das?”

Nur zwei Tage nachdem Jupp Heynckes gegenüber der Sportbild stark ein Ende der Zusammenarbeit mit dem FC Bayern andeutete und Nachfolgekandidat Thomas Tuchel mit Lob überschüttete, rudert der 72-Jährige in einem Interview mit der tz etwas zurück.

 

Schluss im Sommer?

Ende September 2017 trennte sich der FC Bayern von Trainer Carlo Ancelotti. Obwohl in Thomas Tuchel ein geeigneter, junger Nachfolgekandidat verfügbar war, entschieden sich die Verantwortlichen des Rekordmeisters für die sichere Variante. Jupp Heynckes, der logischerweise keine Anlaufzeit benötigen würde, ließ sich von Uli Hoeneß überreden und legte mit den Münchnern einen beachtlichen Lauf hin. So beachtlich, dass Klub-Präsident Hoeneß das bis Sommer 2018 angedachte Arbeitsverhältnis am liebsten weiter verlängert hätte.

“Ich weiß, wie ehrgeizig und ambitioniert Uli ist. Daher hatte er eben in diesem Moment Träume. Nicht jeder Traum geht in Erfüllung”, kommentierte Heynckes in der Sportbild die Überzeugungsversuche seines Vorgesetzten und ließ die Gelegenheit nicht aus, den von den Medien favorisierten Nachfolgekandidaten Thomas Tuchel zu loben.

(Photo by Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images)

 

Heynckes rudert zurück

In einem Interview mit der tz rudert Heynckes, wohl äußerst bewusst, etwas zurück.

“Ich weiß nicht, was im Sommer ist. Deswegen müssen wir alle abwarten. Intern werde ich meine Meinung zu der Gesamtsituation sagen. Über Thomas Tuchel habe ich gesprochen, weil ich gefragt wurde. Und weil von ihm nach draußen ein Zerrbild gezeichnet wird. Manchmal hat man es als Trainer in Klubs nicht ganz so einfach. Vor allem wenn man innovativ, ehrgeizig und dazu noch besessen ist, wie es bei Thomas der Fall ist.” [tz]

 

“Sie sprechen über die Zukunft des FC Bayern, die Sie nicht mehr aktiv begleiten werden”, entgegnete tz-Reporter Manuel Bonke, doch auch hier blieb Heynckes gelassen:

” Wissen Sie das? Sie können es versuchen, aus allen Richtungen – aber ich werde es auch Ihnen nicht sagen (lacht).” [tz]

 

Heynckes habe jüngst zwar von einem Nachfolger gesprochen, doch wie er selbst elegant umschifft, “nicht von einem Zeitpunkt der Nachfolge.”:

“Ich bleibe aber dabei: Ich sage nichts Definitives dazu, weil ich weiß, wie die Öffentlichkeit darauf reagiert. Und wir müssen noch mal ein bisschen Ruhe haben, um unsere Träume vielleicht wahr werden lassen zu können. Da braucht man auch ein ruhiges Umfeld, das ist hier nicht immer ganz einfach.” [tz]

Wäre Ruhe nicht einfacher zu bekommen, wenn man die Thematik schnell löst? “Das mag sein”, gesteht Heynckes,  “aber es ist, wie es ist. Deswegen müssen wir alle warten. Sie und ich.”

Obwohl sich der Champions League Sieger von 2013 hier weiter bedeckt hielt, lässt im Gespräch mit der Münchner Zeitung zuletzt noch einmal durchblicken, warum trotz der fehlenden klaren Aussagen im Sommer wohl tatsächlich Schluss sein dürfte:

“Wissen Sie, Halbfinals gegen Real, Finals – das habe ich doch alles schon gehabt. Ich bin im Mai 73 Jahre alt und dann so einen Job hier machen? Der ist sehr intensiv, und ich sage ehrlich: Das kostet Sie ein großes Stück Ihrer Lebensqualität. Ich bin von morgens bis abends mit dem FC Bayern, dem Fußball, meiner Mannschaft beschäftigt. Ich bin alleine hier, habe kein Privatleben. Die Gesamtentwicklung im Profifußball und das damit verbundene Anspruchsniveau wird immer komplexer und damit für einen Trainer auch immer schwieriger, alle Bereiche abzudecken.” [tz]

Er wird seine Gründe haben, wieso er sich so bedeckt hält. Immerhin hat der FC Bayern auch in dieser Saison noch einiges vor. Jupp Heynckes hat im Fußballgeschäft schon einiges gesehen und erlebt. Die Folgen seiner Aussagen und Entscheidungen kann er wohl besser einschätzen als sämtliche Kritiker und Experten…

(Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
Chris McCarthy

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