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#MerciArsene, Plötzlich Spannung in den Top-4 & ganz viel Abstiegskampf…

7. Mai 2018
Chris McCarthy

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#MerciArsene, Plötzlich Spannung in den Top-4 & ganz viel Abstiegskampf…

Der vorletzte Spieltag der Premier League Saison 2017/2018 ist Geschichte und die erste Entscheidung im Abstiegskampf bereits gefallen. Das und viel mehr in unseren 7 Awards zum vergangenen, englischen Fußballwochenende.

 

“Merci Arsene” – Award: Arsene Wenger

Nach beinahe 22 Jahren, sieben Pokalsiegen, sechs Superpokalsiegen, drei Meistertiteln, darunter einer ohne eine einzige Niederlage, stand Arsene Wenger am Sonntag gegen den FC Burnley das letzte Mal bei einem Heimspiel seiner Gunners an der Seitenlinie. Seine Zeit im Norden Londons zeichnen allerdings nicht nur Titel aus. Der Franzose veränderte mit teilweise atemberaubenden Kombinationsfußball und seinen innovativen Methoden die gesamte Premier League und machte Arsenal zu dem Verein, der er heute ist.

Die letzten enttäuschenden Jahre waren jedoch auch für Arsene Wenger zu viel. Am Sonntag nahm er nun ein letztes Mal in seinem Wohnzimmer, dem Emirates Stadium, auf der Trainerbank Platz und durfte dabei ein Torfestival genießen. Das ganz große Happy End blieb dem Elsässer durch das Aus in der Europa League zwar verwehrt, doch gegen den FC Burnley demonstrierte seine Mannschaft zum Abschluss noch einmal den guten alten Wengerball. Ohne den verletzten Mesut Özil zerlegten die Gunners das Abwehrbollwerk der Gäste.  Henrikh Mkhitaryan glänzte als Initiator, während Alexandre Laczazette (ein Tor) und Pierre-Emerick Aubameyang (Doppelpack) ihre Torserien fortsetzten. Wenger konnte sich entspannt zurücklehnen und das 5:0 Spektakel genießen.

(Photo MARCO BERTORELLO/AFP/Getty Images)

Mit dem Sieg sicherte sich Arsenal Platz sechs – die schlechteste Platzierung seiner Karriere. Doch das war Nebensache, denn nach dem Schlusspfiff bedankten sich das zuletzt so gespaltene Fanlager gemeinsam bei einer Trainerikone.


Sichtlich gerührt verabschiedete sich der 68-Jährige mit den Worten:

“Ich bin ein Arsenal Fan…wie ihr. Ihr werdet mir fehlen. Danke, dass ihr so ein wichtiger Teil meines Leben seid. Hoffentlich bis bald. Passt auf euch auf, bye bye”

 

“Plötzlich Spannung” – Award: Die Top-Four

Vor genau einem Monat schien die “Top-Four“ bereits in Stein gemeißelt zu sein. Ganze zehn Punkte betrug der Abstand des FC Chelsea auf Platz vier. Doch nun kommt im Kampf um die Champions League Plätze womöglich doch noch einmal Spannung auf. Nach einem – zugegeben etwas schmeichelhaften – 1:0 Sieg gegen eine sichtlich müde Mannschaft des FC Liverpool dürfen die Blues eine Woche vor Saisonende doch noch von der Königsklasse träumen.

Sowohl die von der Champions League stark beanspruchten Reds (nur ein Sieg in den letzten fünf Spielen) als auch die dünn besetzten Spurs (ein Sieg in den letzten vier Spielen) ließen zuletzt viele Punkte liegen. Trotz eher mäßigen Leistungen hat sich Chelsea nun wieder in Schlagdistanz positioniert. Der Rückstand auf Liverpool (drei Punkte) und Tottenham (zwei Punkte) ist beachtlich geschmolzen.

Sollte Chelsea nun gegen Huddersfield und Newcastle gewinnen, stünde man bei 75 Punkten (Torverhältnis +27) . Tottenham (69 Punkte, +42; Restprogramm: Newcastle und Leicester) und Liverpool (72 Punkte, +36; Restprogramm: Brighton) stehen plötzlich mächtig unter Druck, haben aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses aber noch einen Vorteil in der Hinterhand.

(Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

 

„Showdown“ – Award: Swansea – Southampton

Sowohl Swansea als auch Southampton ließen am Wochenende jeweils hervorragende Gelegenheiten aus, sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen.

Trotz mehr Spielanteilen bei Bournemouth ließ Swansea im Angriff jegliche Kreativität vermissen und verlor folglich – nicht unverdient – mit 0:1. Southampton dagegen spielte sich beim FC Everton eine Vielzahl von nennenswerten Möglichkeiten heraus und ging auch verdient nach 56 Minuten durch Nathan Redmond in Führung. Weitere Chancen wurden jedoch liegen gelassen und so kam es wie es kommen musste. In der sechsten Minute der Nachspielzeit mussten die Saints aufgrund eines abgefälschten Schusses von Tom Davies doch noch den Ausgleich hinnehmen.

Die Konsequenz: Sowohl Swansea als auch Southampton stehen bei 33 Punkten und treten im Nachholspiel am Dienstag im absoluten Showdown direkt gegeneinander an.

 

„(Fast) Nicht tot zu kriegen“ – Award: West Bromwich Albion

In unserem großen Abstiegscheck am 13. April waren wir so frei und schickten West Bromwich bereits fünf Spieltage vor Schluss in die zweite Liga. Die zehn Punkte Rückstand, aber vor allem die unglaublich schwachen Leistungen während der gesamten Saison gaben keinerlei Anlass, noch auf das Wunder zu hoffen.

Ist es die Tatsache, dass die Baggies nichts mehr zu verlieren hatten, oder ist es Trainer Darren Moore (der vierte der Saison) gelungen, das Beste aus dem schwachen Kader herauszuholen? Ganz egal, West Bromwich hat durch nicht für möglich gehaltene Punkte gegen Manchester United (A 0:1 Auswärtssieg), Liverpool (2:2 zuhause), Newcastle (0:1 Auswärtssieg) und nun auch gegen Tottenham (1:0 Heimsieg in der Nachspielzeit) bewiesen, dass sie nicht so einfach tot zu kriegen sind.

Fast, denn obwohl der Abstand auf das rettende Ufer nur noch zwei Punkte beträgt, gliche der Klassenerhalt weiterhin einem Wunder. Selbst wenn das einzig verbleibende Spiel bei Crystal Palace gewonnen werden sollte, ist der Abstieg nicht aus eigener Kraft zu vermeiden. WBA hätte im Idealfall 34 Punkte (Torverhältnis -23). Da zwei weitere Absteiger gesucht werden, muss der Vorletzte im Nachholspiel zwischen Southampton und Swansea (je 33 Punkte) auf ein Unentschieden hoffen. Darüber hinaus dürfen sowohl die Waliser (Torverhältnis -26; Gegner Stoke) als auch die Saints (-19; ManCity) ihr letztes Spiel jeweils nicht gewinnen.

Äußerst unwahrscheinlich also, doch das war die Aufholjagd auch…

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

 

“Zu wenig” – Award: Stoke City

Eigentliche lieferte das Restprogramm Stoke City genügend Gelegenheiten, den Abstieg noch zu vermeiden. Die Potters betrieben auch großen Aufwand, doch letztendlich fehlte es neben dem nötigen Glück in den “Sechspunkte”-Spielen gegen West Ham (1:1) und nun gegen Crystal Palace (1:2) schlichtweg auch an Qualität.

Selbst der Trainerwechsel zu Paul Lambert konnte die erheblichen Defizite des Kaders nicht kompensieren, sodass Stoke gerade in der wichtigsten Phase der Saison in den letzten 12 Spielen ohne Sieg blieb – zu wenig: Nach neun Jahren in der Premier League ist vorerst Schluss.

(Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

 

“Respekt” – Award: Brighton & Hove Albion

Wer hätte vor der Saison gedacht, dass Brighton & Hove Albion über die gesamte Spielzeit lediglich zwei Spieltage auf dem Abstiegsplatz stehen und bereits zwei Spiele vor Schluss den Klassenerhalt feiern würde? Dass es nun so gekommen ist, liegt vor allem an der mannschaftlicher Geschlossenheit, Leidenschaft, Heimstärke und Trainer Chris Hughton, der aus einem dem limitierten Kader Woche für Woche das Maximum herausholte.

Genau diese Tugenden machten auch beim beeindruckenden 1:0 Heimerfolg gegen ein enttäuschendes Manchester United den Unterschied. Respekt an die Seagulls für eine starke Leistung gegen die Red Devils und für eine inspirierende Saison, die tatsächlich mit dem Klassenerhalt endete.

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

 

“Historische Rettung” – Award: Crystal Palace

Auch wenn Crystal Palace in Scott Dann, Yohan Cabaye, Mamadou Sakho, Ruben Loftus-Cheek und vor allem Wilfried Zaha über mehr als genügend Premier League Qualität verfügt, war der eigentlich sicher geglaubte Klassenerhalt zum Saisonbeginn in ganz weite Ferne gerückt.

Mit dem 2:1 gegen Stoke konnte Roy Hodgson, der nach dem missglückten Experiment mit Frank De Boer bereits am fünften Spieltag übernahm, allerdings doch noch den Abstieg vermeiden.
Die Eagles sind damit seit Liverpool in der Saison 1899/1900 die erste Mannschaft in der Geschichte der ersten englischen Liga, die einen Saisonauftakt mit sieben Niederlagen in den ersten sieben Spielen noch überkommen konnte.

(Photo by Bryn Lennon/Getty Images)
Chris McCarthy

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