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Premier League Vorschau – Teil IV: “Die Teams”

10. August 2016

Premier League Vorschau – Teil IV: “Die Teams”


In unserer großen vierteiligen Vorschau zu anstehenden Premier League Saison befassen wir uns heute mit den Teams im englischen Fußballoberhaus

 

 

Wie werden die besten Teams der abgelaufenen Runde abschneiden? Kann Titelverteidiger Leicester erneut einen Coup landen? Wie schlagen sich die runderneuerten Manchester Teams? Behält Arsenal erneut die Oberhand in Nordlondon? Stößt Klopp mit Liverpool in die Spitze dazu?

 

Leicester City

Der Titelverteidiger geht in seine erst dritte Saison nach dem Aufstieg in die Premier League und hat eine Menge Herausforderungen vor sich. Natürlich erwartet niemand eine Titelverteidigung, allerdings steigen auch hier der Etat und die Erwartungshaltungen.

 

Mit der Champions League kommt zudem eine weitere große Belastung hinzu, neben der Liga selbst und den zwei Pokalwettbewerben. Von daher war man logischerweise gefordert den Kader in der Breite zu verstärken. Dafür kamen u.a. Ron-Robert Zieler als Konkurrent zu Schmeichel, Innenverteidiger Luis Hernandez, Bartosz Kapustka und Ahmed Musa. Nampalys Mendy hingegen kommt dagegen als Ersatz für N´Golo Kante, der zum FC Chelsea wechselte. Der Abgang des Mittelfeldspielers wiegt besonders schwer, da er sowas wie das Herzstück der Mannschaft in der abgelaufenen Saison war. Allerdings ist er (bislang) der einzige Leistungsträger der abgegeben werden musste, der Rest konnte gehalten werden.

Mendy ist ein anderer Spielertyp, jung und talentiert, aber ob er die Lücke füllen kann darf bezweifelt werden. Coach Ranieri hat also weiterhin ein stabiles, eingespieltes Grundgerüst, dass mit den Neuzugängen gut und sinnvoll verstärkt wurde. Jedoch ist noch fraglich, ob die Neuen einschlagen werden, keiner von ihnen konnte schon Premier League Erfahrung sammeln.

Fraglich ist zudem ob die Schlüsselspieler, wie Kapitän Morgan, Robert Huth, Riyad Mahrez und Jamie Vardy ihre Form der vergangenen Saison ansatzweise halten können. Aufgrund der vielen Fragezeichen rund um den Überraschungsmeister gehen wir davon aus, dass es nicht nochmal zu einer Top-Platzierung reichen wird. Die „Foxes“ werden es aber in die obere Tabellenhälfte schaffen, vielleicht sogar um einen Europa League Platz kämpfen, aber zu mehr wird es nicht reichen.

 

FC Arsenal

Im Endspurt der abgelaufenen Saison gelang den „Gunners“ gerade noch der Sprung auf Platz 2, es reichte um vor dem Erzfeind, den Spurs, zu landen, dennoch wollte keine Zufriedenheit rund ums Emirates Stadium einkehren, zu groß war die Enttäuschung den großen Wurf erneut verpasst zu haben. Tatsächlich schien es so, als wäre die letzte Saison die große Chance gewesen, angesichts der schwächelnden Konkurrenz. Aber am Ende fehlte wieder mal die Tiefe im Kader, zudem kam erneut das Verletzungspech zur Unzeit und so mussten wieder Spieler aus der zweiten Reihe in die Bresche springen, zudem wurde ein wirklicher Top-Stürmer erneut schmerzlich vermisst.

Alles Probleme die man eigentlich in dieser Transferperiode angegangen werden sollten. Bisher wurde mit Granit Xhaka jedoch nur ein wirklich großer Spieler verpflichtet, ansonsten kein Kandidat für die Startelf. Ein Stürmer soll noch kommen, eine mögliche Verpflichtung gestaltete sich aber bislang schwierig. Zudem ist man, angesichts der Verletzungen von Mertesacker und Gabriel, zunächst auf der Suche nach Innenverteidigern. Der Kader hat dennoch ausreichend Qualität für einen Platz in den Top 4.

Cech ist im Tor immer noch eine Garantie für Top-Leistungen, Bellerin ist auf einem tollen Weg, Xhaka passt vom Stil perfekt und bringt eine Menge Qualität mit, Ramsey kommt mit viel Rückenwind von der EM, Özil steht ohnehin außer Frage und Alexis Sanchez ist frischgebackener Spieler der Copa America, um nur mal einige zu nennen. Ob man um den Titel kämpfen kann, hängt für uns von der Verpflichtung eines echten Torjägers ab. Aber die Champions League Qualifikation ist ihnen mehr als zuzutrauen.

 

Tottenham Hotspur

Die abgelaufene Saison kann man, obwohl man letztlich doch „nur“ Dritter wurde, zweifelsohne als Erfolg für die Londoner werten. Die Qualifikation für die Champions League ist wichtig für den Verein, zudem konnte das Team von Mauricio Pochettino nachweisen, dass man auf einem richtig guten Weg ist. Die Defensive um Keeper Hugo Lloris und den belgischen Innenverteidigern Vertonghen und Alderweireld funktioniert hervorragend und konnte so zusammengehalten werden. Insgesamt wurde kein Leistungsträger abgegeben.

Das Team wurde zudem nur punktuell verstärkt. Mit Victor Wanyama konnte man einen Premier League erfahrenen „Sechser“ verpflichten, der den Spurs mit seiner Physis ein weiteres Element hinzufügt. Der zweite Neuzugang ist Vincent Janssen. Der niederländische Nationalstürmer kommt mit der Empfehlung von 27 Ligatoren in den Niederlanden. Er soll den amtierenden Torschützenkönig der Premier League, Harry Kane, entlasten und eine Alternative sein.

Ansonsten setzt man auf die vorhandenen Spieler, angesichts der jungen, talentierten Spieler in den Reihen der Spurs , scheint das der absolut richtige Weg zu sein. Dele Alli, Eric Dier, Christian Eriksen, Heung-Min Son oder Erik Lamela, alle sind noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt.

Man darf also durchaus viel von den Spurs erwarten, das Team ist gut besetzt und eingespielt, eine längere Eingewöhnungszeit bedarf es also nicht. Mit der Champions League steigt natürlich die Belastung, allerdings scheint der Kader ausreichend Alternativen zu bieten, sodass das kein Problem sein sollte.Die Spurs werden sich unserer Ansicht nach erneut für Europa qualifizieren. Wir tippen auf eine Platzierung zwischen Rang 4 und 6.

 

Manchester City

Kevin de Bruyne, Sergio Aguero, David Silva, Yaya Toure, Raheem Sterling, Vincent Kompany, Joe Hart, klingt nach einem starken Team, oder? Stimmt, aber jetzt kommen auch noch Leroy Sane, John Stones, Nolito, Ilkay Gündogan und (im Winter) Gabriel Jesus hinzu. Ach ja, und Pep Guardiola steht jetzt auch noch als Trainer am Rand. Auf dem Papier scheint Manchester City klar das stärkste Team der Liga zu stellen.

Allerdings bestehen rund um das Team noch einige Unsicherheiten. Natürlich hängt in erster Linie viel von Trainer Guardiola ab, wie schnell kann das Team seine Vorstellungen umsetzen und vor allem wie gut funktionieren seine Ideen in der Premier League. Nebenbei müssen die neuen Spieler integriert werden. Ein Selbstläufer wird es, gerade auch angesichts der Konkurrenz, natürlich nicht. Dennoch sind die Voraussetzungen top, die individuelle Klasse ist beeindruckend.

Wenn die Abläufe schnell funktionieren ist City definitiv der Top-Favorit auf den Titel. Punkt. Allerdings steht dahinter vorerst noch ein „wenn“. Denn sowohl den meisten Neuzugängen, als auch Guardiola selbst, fehlt es noch an Premier League Erfahrung. Könnte gerade zu Beginn ein Problem werden. Wir sind allerdings optimistisch, dass City die Fragezeichen schnell in Ausrufezeichen umwandeln kann. Wir erwarten sie im Kampf um die Meisterschaft.

 

Manchester United

Der Rekordmeister sorgte in diesem Sommer mal wieder für großes Aufsehen. Man verpflichtete Jose Mourinho als Nachfolger von Louis van Gaal. Ein wahrer Coup, der Portugiese steht wie kaum ein anderer Trainer für Erfolge und Titel.

Als wäre das nicht schon genug, holte man auch noch Zlatan Ibrahimovic ins Old Trafford. Ebenfalls so etwas wie eine Titelgarantie, zumindest auf nationaler Ebene. Zudem verfügt der Schwede nach wie vor über eine unheimliche Qualität und ist immer noch für mehr als 20 Tore pro Saison gut. Und natürlich, ganz frisch, Paul Pogba. Der teuerste Spieler der Welt, große Hoffnungen und Erwartungen sind an ihn geknüpft. Er ist logischerweise gewillt diese zu erfüllen und es ist ihm definitiv zuzutrauen! Der Franzose bringt Qualitäten mit, die dem Spiel der Red Devils zuletzt gefehlt haben, von daher, unabhängig von der Ablöse, ein toller Transfer.

Zudem hat man mit Henrikh Mkhitaryan einen Spieler geholt, der wohl jedem Klub der Welt gut zu Gesicht stehen würde, zumal er sicherlich kein Problem damit hat nicht der Top-Star des Teams zu sein, und des Weiteren Eric Bailly, einen jungen Innenverteidiger, der ebenfalls alles mitbringt, was es braucht, um in der Premier League erfolgreich zu sein, außer vielleicht Erfahrung.

Vier Top-Transfers, welche die Red Devils wieder auf Kurs bringen könnten. Darüber hinaus stehen mit de Gea, Smalling, Mata, Lingard, Martial, Rooney und Youngster Rashford etliche weitere tolle Spieler. Nun liegt es an Mourinho aus dieser Ansammlung von Stars ein funktionierendes Team zu bauen. Er hat schon des öfteren bewiesen, dass er dazu in der Lage ist. Von daher erwarten wir United wieder im Titelkampf. Allerdings glauben wir, dass es im ersten Jahr noch nicht zum ganz großen Wurf reichen wird. Aber ein Top 4 Platz wird es in jedem Fall.

 

FC Southampton

Die Saints erreichten in der vergangenen Saison einen tollen sechsten Platz in der Liga und setzten damit nach Platz 14, Platz 8 und Platz 7 die kontinuierliche Entwicklung fort. Allerdings folgte, wie in den letzten Jahren auch, ein personeller Aderlass. Besonders bitter ist der Abgang von Trainer Ronald Koeman, der zum FC Everton gewechselt ist. Mit Claude Puel wurde aber schnell ein Nachfolger gefunden, der schon in der Ligue 1 seine Qualitäten unter Beweis stellen konnte.

Zudem sind mit Graziano Pelle, Victor Wanyama und Sadio Mane drei der besten Spieler gegangen. Mit Pierre-Emile Höjbjerg und Nathan Remond dafür aber auch zwei sehr vielversprechende Talente zum Team gestoßen. Southampton hat zudem schon des Öfteren bewiesen, dass man Abgänge auf diese Weise sehr gut auffangen kann. Allerdings muss man aktuell feststellen, dass das Team deutlich an Qualität verloren hat. Winterneuzugang Charlie Austin wird nun mehr gefordert sein für Tore zu sorgen und Kreativgeist Tadic muss seine Bestform wieder zeigen. Die Verteidigung steht allerdings nach wie vor. Die gute Basis des Kaders bleibt also erhalten.

Allerdings gehen wir davon aus, dass es nicht erneut zu Rang 6 reichen wird, wir sehen die Saints im gesicherten Mittelfeld, zwischen Platz 8 und Platz 12. West Ham United Die erste Saison im neuen Stadion, im Olympiastadion, steht an. Die „Hammers“ haben Großes vor, das merkt man. Schon die letzte Saison war mit Rang 7 durchaus erfolgreich und der Kader wurde nochmals verstärkt. Vor allem aber wurden die Leistungsträger, allen voran Superstar Dimitri Payet, gehalten werden.

Schon in der letzten Saison war es gerade die Offensive, die überzeugen konnte (65 Tore, wie Arsenal), und diese wurde nun weiter namenhaft verstärkt. Mit Sofiane Feghouli (ablösefrei (!) von Valencia), Gökhan Töre und Rekordtransfer Andre Ayew konnte man weitere qualitativ hochwertige Alternativen für sich gewinnen, zudem wurde der zuletzt geliehene Manuel Lanzini fest verpflichtet. Aber auch in der Defensive hat man was getan, mit Havard Nordtveit kam ein echter Allrounder, ablösefrei, von Borussia Mönchengladbach, zudem wurde Arthur Masuaku als Ersatz für den verletzten Aaron Cresswell verpflichtet.

Der Kader verfügt somit über wesentlich mehr Breite als in der abgelaufenen Saison, aber was die individuelle Qualität angeht, sind die Neuzugänge eine klare Verstärkung. Zudem herrscht durch den Umzug eine große Euphorie rund um den Verein. Man gewinnt nahezu zwangsläufig den Eindruck, dass West Ham einen Schritt nach vorne machen will und bereits im Begriff ist, diesen auch zu tun. Deshalb sind wir optimistisch, dass die Mannschaft von Slaven Bilic an die starke abgelaufene Saison anknüpfen kann und trauen ihnen sogar die erneute Qualifikation für die Europa League zu.

 

FC Liverpool

Die erste richtige Saison von Jürgen Klopp bei den „Reds“ steht bevor, in der vergangenen Saison reichte es nur zu Platz 8 in der Liga. Das ist zu wenig für die Ansprüche des Klubs, das weiß auch Klopp und deshalb hat er einiges verändert.

Die erste Baustelle war die Torhüterposition, der Belgier Simon Mignolet konnte den Ansprüchen nicht gerecht werden, dafür kam Loris Karius aus Mainz. Er verletzte sich leider in der Vorbereitung, sodass er zum Start fehlen wird, aber ansonsten sicherlich eine klare Verstärkung. Nächte Baustelle: Die Innenverteidigung. Mit Joel Matip und Ragnar Klavan wurden ebenfalls Spieler aus der Bundesliga geholt, um diese zu beseitigen. Gerade Matip ist ein bemerkenswerter Transfer, jung, schon erfahren und mit guter Spieleröffnung, dazu ablösefrei. Top! Klavan ist dagegen eine solide Variante, man weiß, was man bekommt, aber kein absolutes Top-Niveau. Mit Sakho steht eine streitbare Alternative parat. Clyne und Moreno dürften auf den Außenverteidigerpositionen gesetzt sein.

Im Mittelfeld hat Klopp mit Henderson, Milner, Can, Coutinho, Lallana und Neuzugang Wijnaldum einige sehr flexible Spieler, die gut zu seiner Spielidee passen. Allerdings ist auch keiner von ihnen internationales Top-Niveau. Auch im Angriff fehlt das. Mit Sturridge hat man einen sehr aufregenden Spieler, der aber leider immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat. Roberto Firmino, Neuzugang Sadio Mane und Divock Origi sind ebenfalls alle sehr talentiert, blieben aber auch ausnahmslos den Beweis schuldig eine ganze Saison lang auf dem Niveau konstant Leistung zu bringen.

Klopps Mannschaft ist eine absolute Wundertüte, etliche Spieler mit viel Potenzial und aufregenden Spieler, allerdings sind fehlen Spieler, an denen sich die Mannschaft aufrichten kann, falls Sturridge mal wieder verletzt ist. Auch in dieser Hinsicht ist Klopp gefordert. Wir glauben, dass die „Reds“ eine klare Verbesserung im Vergleich zur letzten Saison erleben werden, allerdings wird es in der Tabelle bestenfalls ein Platz in der Europa League, für mehr fehlt die absolute Klasse.

 

Stoke City

Die Potters erlebten eine sehr unaufgeregte Saison im Tabellenmittelfeld, nur anfangs wirkte es so, als wäre möglicherweise mehr drin, aber dafür waren die Leistungen dann doch zu wechselhaft.

Darin wird in der kommenden Saison die größte Herausforderung liegen, in der Konstanz. Was die Platzierungen in der Liga angeht, liegt diese allerdings schon vor. Dreimal in Folge landete man auf Platz 9, seit Mark Hughes Trainer der „Potters“ ist. Mark Hughes´ größter Verdienst ist aber zweifelsohne die fußballerische Verbesserung. Eine Entwicklung die nach Möglichkeit weitergehen soll. Dafür hat man auch den Waliser Joe Allen verpflichtet. Er kam für stolze 15,5 Millionen Euro vom FC Liverpool. Er steht für gutes, gepflegtes Passspiel und soll helfen diesen Stil auch weiter im Team zu etablieren, schließlich verfügt das Team über viele sehr gute Techniker in der Offensive.

Marko Arnautovic, Xherdan Shaqiri, Ibrahim Afellay. und Bojan Krkic stehen exemplarisch dafür. Auch defensiv bleibt das Team weitestgehend unverändert. Wenn er fit ist, ist Jack Butland im Tor gesetzt, Ryan Shawcross und der Deutsche Philipp Wollscheid bilden eine zuverlässige Innenverteidigung. Die Mannschaft ist gut eingespielt. Das wird auch weiterhin ein großes Plus sein.

Die Mannschaft ist sehr solide aufgestellt, rund um den Verein gibt es wenig Aufregung, große Veränderungen hat es nicht gegeben, aus diesen Gründen sehen wir Stoke erneut im Mittelfeld der Tabelle. Wenige Hoffnungen nach vorn, wenige Ängste nach unten. Wir tippen auf Platz 9 bis 13.

 

FC Chelsea

Die „Blues“ blicken auf eine Saison zum Vergessen zurück, nur Platz 10 in der Liga, das war in allen Belangen zu wenig. Gerade der miserable Saisonstart unter Jose Mourinho rächte sich böse. Allerdings ging es unter Guus Hiddink deutlich bergauf, die Tendenz zeigte nach oben. Und jetzt soll ein echter Neustart unter Trainer Antonio Conte folgen. Der Italiener ist emotional, laut und vor allem erfolgreich. Er soll dem FC Chelsea neues Leben einhauchen. Eine neue Taktik und neue Spieler gehören logischerweise dazu.

Aber auch unter Conte wird eine solide Defensive höchste Priorität genießen, wie z.B. zuletzt bei Italien oder Juventus Turin. Auch ein großer personeller Umbruch blieb bisher aus. Kein Schlüsselspieler hat den Verein verlassen. Mit N´Golo Kante und Michy Batshuayi wurden aber dafür zwei große Transfers realisiert. Gerade Kante, der vielleicht beste Spieler der abgelaufenen Saison, konnte man einen echten Coup landen. Batshuayi wird der Offensive mehr Flexibilität verleihen. Zudem könnte Juan Cuadrado, der von der Leihe zu Juventus zurückkehrte, eine echte Verstärkung werden. Zumal ein System mit Dreierkette, das auch unter Conte wahrscheinlich Anwendung finden wird, schon aus Turin kennt.

Entscheidend wird aber sein, dass die vermeintlichen Leistungsträger wie Hazard, Fabregas, Costa oder Cahill wieder zu ihrer Form finden. Zudem ist von weiteren Verstärkungen im Defensivbereich auszugehen. Auf Conte wartet noch eine Menge Arbeit. Dennoch steckt eine Menge Qualität im Kader (Courtois, Willian, …). Wir gehen davon aus, dass Chelsea sich im Vergleich zur letzten Saison deutlich verbessern kann. Auch wenn Conte noch keine Erfahrung in der Premier League hat, ist es ihm zuzutrauen, dass er die richtigen Hebel findet. Allerdings sind die Blues für uns in dieser Saison noch kein Titelanwärter, dafür fehlt noch zu viel, zumal einige Leistungsträger ihren Zenit schon überschritten haben. Wir prognostizieren Platz 3 bis 7.

 

FC Everton

Auch die „Toffees“ blicken auf eine enttäuschende Saison zurück, weil man das Gefühl hatte, dass wesentlich mehr drin wahr. Als Folge dessen musste Trainer Martinez gehen. Dafür wurde mit Ronald Koeman jemand geholt, der beim FC Southampton in zwei Jahren bewiesen hat, dass er das Beste aus einer Mannschaft rausholen kann. Ihm ist es zuzutrauen, dass er Everton defensiv stabilisiert, was Martinez nicht gelang. Denn nach vorne hat das Team eine Menge Potenzial. Allerdings schwebt ein möglicher Abgang von Top-Stürmer Romelu Lukaku wie ein Damoklesschwert über dem Goodison Park. Vor allem weil man mit John Stones bereits ein Teil des Tafelsilbers, an Manchester City, abgeben musste. Zudem ist der Torwart-Veteran Tim Howard gegangen.

Mit Ashley Williams konnte man aber einen guten Ersatz für Stones verpflichten, der Waliser ist sehr erfahren und wird dem Team sofort helfen können. Zusammen mit Phil Jagielka in der Innenverteidigung. Offensiv wird auch Youngster Ross Barkley gefordert sein noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Zudem konnte man mit Idrissa Gueye einen sehr vielversprechenden „Sechser“ für sich gewinnen, für uns ein sehr guter Transfer.

Probleme sehen wir auf der Torhüterposition und in der Breite des Kaders. Ein stabiles Fundament besteht ansonsten, aber weitere Verpflichtungen sind dringend notwendig. Es ist davon auszugehen, dass bis zum 31. August noch einiges passieren wird. Wenn man es schafft noch 2-4 Spieler mit Startelf-Format zu bekommen, dann darf man den „Toffees“ eine gute Saison zutrauen. Wir prognostizieren aber, dass die Konkurrenz zu stark sein wird, um einen Platz in Europa zu sicher, wir tippen auf Platz 8 bis 11.

 

Swansea City

Seit dem Aufstieg 2011 hat sich Swansea als solides Mittelfeldteam in der Premier League etabliert, stets zwischen Platz 8 und 12 in der Tabelle, sehr respektabel für die vorhandenen Möglichkeiten. In der abgelaufenen Saison sah es zunächst nicht gut aus, aber Francesco Guidolin gelang es die „Swans“ aus dem Abstiegskampf zu führen.

Die kommende Saison dürfte aber erneut eine große Herausforderung für die Waliser werden. Mit Ashley Williams und Andre Ayew verlor man zwei absolute Leistungsträger, die nur schwer zu ersetzen sein werden. Zudem haben Alberto Paloschi, Bafetimbi Gomis und EM-Held Eder den Klub verlassen. Demnach ist man vorne sehr dünn besetzt, obwohl mit Fernando Llorente ein sehr guter Spieler geholt wurde. Rekordtransfer Borja Baston muss sich erstmal beweisen. In der Innenverteidigung ist ebenfalls eine große Lücke, Mike van der Hoorn, der von Ajax geholt wurde, wird Williams auf Anhieb nicht ersetzen können.

Dafür wurde aber der zuletzt schon ausgeliehene Leroy Fer fest verpflichtet und Spielmacher Gylfi Sigurdsson hat seinen Vertrag langfristig verlängert. Auf ihn wird es erneut in besonderem Maße ankommen, als Schlüsselfigur im Spiel von Swansea. Außerdem kehrt Nathan Dyer von seiner Leihe zurück, er wurde mi Leicester Meister und verlängerte nun ebenfalls bei Swansea. Dennoch wird es weitere Verstärkungen brauchen, um die Abgänge aufzufangen.

Wir haben Zweifel ob dies gelingen kann, zu wichtig waren gerade Williams und Ayew. Wir prognostizieren eine schwierige Saison, allerdings gehen wir von einem Klassenerhalt aus. Wir tippen auf Platz 12 bis 16.

 

FC Watford

Die „Hornets“ gehen als große Wundertüte in die kommende Saison. Trainer Sanchez Flores hat den Verein verlassen (zu Espanyol) und wurde durch den Italiener Walter Mazzarri ersetzt. Seine letzte Station (Inter) liegt schon bald zwei Jahre zurück, dennoch gilt er als guter Stratege. Auch er setzte in der Vergangenheit zumeist auf eine Dreierkette, die in der Premier League nur sehr selten gebraucht wurde.

Auch die Neuzugänge sind spannend. Brice Dja Djedje und Camilo Zuniga sind prädestiniert für die Außenpositionen in einem System mit einer variablen 3er-/5er-Kette. Christian Kabasele, ein durchaus vielversprechender belgischer Innenverteidiger hat ebenfalls viel Erfahrung mit diesem System. Vieles deutet daraufhin. Königstransfer ist aber Angreifer Isaac Success, der durch Tempo und Durchsetzungsstärke besticht, 15 Millionen Euro hat 20-jährige Nigerianer gekostet. Allerdings ist er kein wirklicher Torjäger, aber in jeden Fall ein ständiger Unruheherd.

Für die Tore hat man mit Odion Ighalo und Troy Deeney ohnehin schon zwei sehr zuverlässige Leute, die aber noch nachweisen müssen, dass sie das Niveau über einen längeren Zeitraum halten können. Zudem musste man mit Miguel Layun nur einen schwerwiegenden Abgang hinnehmen. Der Kader ist insgesamt relativ ausgewogen und beinhaltet viele sehr erfahrene Spieler, was sich im Kampf gegen den Abstieg auszahlen kann.

Die Mannschaft hat genug Qualität für den Klassenerhalt, vorausgesetzt Mazzarri kann sich etablieren. Für mehr wird es aber unserer Meinung nach nicht reichen. Ein Platz im unteren Mittelfeld wird es wohl werden. Wir tippen auf Platz 13 bis 17.

 

West Bromwich Albion

Die „Baggies“ gehen in ihre nun schon siebte Premier League Saison am Stück, damit kann man sich nun endgültig von dem Image der Fahrstuhlmannschaft trennen, allerdings bleibt West Brom ein Kellerkind, der Abstiegskampf gehört fast schon dazu. Letzte Saison landete die Mannschaft auf Rang 14. Große Unzufriedenheit scheint nicht zu bestehen, insgesamt ist es sehr ruhig um den Verein.

Bisher wurde mit Matt Phillips (6,5 Mio. von QPR) nur ein Spieler verpflichtet, auf der anderen Seite mit Anichebe, Lindegaard und Sessegnon auch nur drei Spieler, die auch keine allzu große Rolle spielten, abgegeben. Konstanz ist das Stichwort. Es könnte allerdings nochmal Bewegung reinkommen, falls Evans oder Berahino (höchstwahrscheinlich) den Verein noch verlassen sollten. Der Kader ist insgesamt recht klein, aber sehr ausgeglichen. Große Highlights bietet der Kader nicht, höchstens Salomon Rondon könnte man hervorheben. Das Team kommt vorwiegend über Stabilität, vor allem Defensiv, Geschlossenheit und Kampfgeist, die Mannschaft von Tony Pulis ist bestens eingespielt, das könnte ein großer Trumpf werden. Qualitativ ist sie aber sehr limitiert.

Wir erwarten West Brom mal wieder im Abstiegskampf, der Klassenerhalt dürfte das höchste der Gefühle sein. Wir prognostizieren Platz 17 bis 20.

 

Crystal Palace

In der vergangenen Saison sind die „Eagles“ sehr gut gestartet, aber genauso stark haben sie auch nachgelassen. Nur magere 11 Punkte holte man in der Rückrunde, nur Aston Villa war schlechter. Trotzdem hielt man weiter an Trainer Alan Pardew fest, die Mannschaft bekommt dafür aber einen neuen Anstrich.

Crystal Palace trennt sich von einigen älteren Spielern, u.a. Adebayor, Chamakh und Hangeland, zudem wurde Gayle an Newcastle verkauft. Dafür wurden gleich drei potenzielle Schlüsselspieler verpflichtet. Mit Steve Mandanda kommt ein sehr erfahrener und zuverlässiger Keeper, der das zuletzt durchaus vorhandene Torwartproblem lösen sollte, darüber hinaus war er ablösefrei, ein guter Deal! Mit James Tomkins wurde zudem ein Premier League erprobter Innenverteidiger von West Ham verpflichtet, der die zuletzt wackelige Defensive verstärken wird. Der Königstransfer dürfte allerdings Andros Townsend sein, der für stolze 15 Millionen Euro von Newcastle geholt wurde. Er war einer der wenigen Lichtblicke bei den „Magpies“ in der abgelaufenen Saison. Er ist schnell, torgefährlich und hat seine Qualitäten auch schon in der Premier League nachweisen können. Er könnte auf Anhieb eines der Gesichter des Teams werden.

Problematisch könnte sein, dass der Kader auf einigen Positionen sehr dünn besetzt ist. Connor Wickham ist im Sturm kaum zu ersetzen, zudem stehen auch nur drei Innenverteidiger im Kader. Hier sollte Palace auf jeden Fall noch nachbessern, z.B. Benteke war immer wieder ein Thema. Dafür sind die Flügel mit Zaha, Sako, Townsend und Bolasie bestens besetzt, wobei letzterer den Verein möglicherweise noch verlässt. Auch das zentrale Mittelfeld bietet viele Alternativen, wobei hier besonders der Franzose Yohan Cabaye hervorzuheben ist, der sowas wie die Schlüsselfigur im Spiel der „Eagles“ ist.

Crystal Palace hat sich gut verstärkt, ein solides Gerüst wurde gehalten, wenn bis zum 31. August noch die angesprochenen Lücken, mit z.B. Spielern wie Benteke, geschlossen werden, dann steht Palace unserer Meinung nach eine entspannte Saison ohne Abstiegssorgen bevor. Für große Sprünge wird es in dieser Liga aber sicherlich nicht reichen, Platz 11 bis 15 prognostizieren wir.

 

 

AFC Bournemouth

In der vergangenen Saison konnten die „Cherries“ positiv überraschen, als absoluter Außenseiter gehandelt zeigte die Mannschaft von Trainer Eddie Howe, dass man definitiv in die Liga gehört, dem Verletzungspech zum Trotz. Vor allem der Top-Stürmer Callum Wilson sollte schmerzlich fehlen, die Mannschaft fing das aber sehr gut auf. Er ist jetzt wieder voll da und wird dem Team helfen. Im Sturm hat man zudem mit Winterneuzugang Benik Afobe einen weiteren sehr interessanten Mann, die beiden könnten zusammen ein sehr gefährliches Duo abgegeben, das eine Menge Tore verspricht.

Dazu kommen etliche junge, talentierte Spieler, die in diesem Sommer verpflichtet wurden. Nathan Ake (von Chelsea geliehen) überzeugte zuletzt bei Watford, zudem kommt Brad Smith von Liverpool für die Verteidigung. Der 19-jährige Lewis Cook kommt aus der zweiten Liga von Leeds und soll das Mittelfeld verstärken. Königstransfer ist aber unbestritten Jordan Ibe. Der 20-jährige kommt von Liverpool und konnte dort bereits andeuten, wozu er im Stande ist. Ein schneller, trickreicher und durchaus torgefährlicher Flügelspieler, der für Furore sorgen könnte.

Dazu kommen einige Routiniers wie Keeper Artur Boruc, Abwehrchef Steve Cook, Mittelfeldmotor Dan Gosling oder Außenspieler Max Gradel. Zudem kommt bald der Top-Transfer des letzten Sommers, Tyrone Mings zurück, der bisher viel Verletzungspech hatte.

Bournemouth und Trainer Eddie Howe, dem ebenfalls eine große Zukunft vorausgesagt wird, haben eine sehr spannende Mannschaft zur Verfügung. Das zweite Jahr gilt zwar als das schwerste, aber wir haben das Gefühl, dass sie dafür gut gerüstet sind. Ein Plan ist klar zu erkennen und das erste Jahr hat durchaus gezeigt, wozu man in der Lage ist. Wir trauen ihnen sogar eine bessere Platzierung zu, unser Tipp lautet daher Platz 11 bis 15.

 

AFC Sunderland

Die „Black Cats“ haben es mal wieder geschafft am Ende der Saison über dem Strich zu stehen, wie zuletzt eigentlich immer wurde es aber wieder knapp. Nichtsdestotrotz bleibt man in der ersten Liga, steht aber erneut vor einer schweren Saison. Trainer „Big Sam“ Allardyce ist weg, jetzt englischer Nationaltrainer, und dafür ist jetzt David Moyes da. Nach seinen zuletzt doch sehr unglücklichen Stationen bei Manchester United und bei Real Sociedad kann er jetzt mal wieder unter Beweis stellen, dass er eigentlich ein sehr guter Trainer ist, wie er es schon jahrelang beim FC Everton getan hat. Ihm ist es durchaus zuzutrauen, dass er die Mannschaft stabilisiert und weiterentwickelt.

Mit Giaccherini hat man zudem nur einen wirklich nennenswerten Abgang. Dem gegenüber stehen drei Neuverpflichtungen, Paddy McNair und Donald Love kommen von ManUnited, zudem kommt Papy Djilobodji vom FC Chelsea. Allesamt Verteidiger, sie sollen für mehr Stabilität sorgen. Aber alle drei haben auch gemeinsam, dass sie ihre Qualität noch nicht ernsthaft in der Premier League unter Beweis gestellt haben, daher müssen sie erst noch zeigen, ob sie wirkliche Verstärkungen sind, auch wenn Djilobodji bei Werder überzeugen konnte.

Auch ansonsten gibt der Kader nicht allzu viel her, der 33-jährige Jermain Defoe ist wohl besonders gefragt, wenn es erneut für den Klassenerhalt reichen soll. Er hat in der abgelaufenen Saison eindrucksvoll bewiesen, dass er es immer noch draufhat. Ansonsten sei noch hingewiesen auf die beiden Niederländer Jeremain Lens und Patrick van Aanholt, die ebenfalls aufregende Spieler sind. Gerade letzterer überzeugte als offensiver Außenverteidiger.

Dennoch halten wir die Mannschaft für zu schlecht besetzt, um nochmals in der Liga bestehen zu können. Sollte man nicht nochmal kräftig auf dem Transfermarkt zuschlagen, sind die „Black Cats“ für uns ein definitiver Abstiegskandidat. Wir Prognostizieren Platz 18 bis 20.

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