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Super-Leak: Ausführliche Betrachtung

2. November 2018
Julius Eid

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Super-Leak: Ausführliche Betrachtung

Wie auch wir schon berichteten, veröffentlichte der Spiegel im Rahmen der FootballLeaks auch die Pläne des FC Bayern und anderer großer europäischer Vereine zur Gründung einer Super League. Was die Pläne für die Bundesliga bedeuten, wie die Strukturen der Liga aussehen sollen, das erfahrt ihr hier.

11 unabsteigbare Gründer

Dem Spiegel soll eine Absichtserklärung vorliegen, die noch in diesem Monat von 16 Clubs unterzeichnet werden soll und die Gründung der “European Super League” befürwortet. Diese soll 2021 an den Start gehen. Die Liga würde aus 11 Gründungsvereinen bestehen, die einen festen Startplatz innehätten und somit auch nicht absteigen könnten. Diese Vereine sollen namentlich folgende sein: FC BAyern, Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, Manchester City, FC Liverpool, Paris St.Germain, Juventus Turin und der AC Mailand. Hinzu kämen fünf “Gastmannschaften”, die wohl jederzeit absteigen beziehungsweise der Liga verwiesen werden könnten. Diese sollen laut SPiegel Atletico Madrid, Borussia Dortmund, Olympique Marseille, Inter Mailand und die Roma sein.

Ende der nationalen Ligen?

Zumindest der FC Bayern soll im Rahmen der Konzeption einer Super League geprüft haben, ob ein Austritt aus der Bundesliga möglich wäre. Dies war 2016 der Fall. Diese Überlegungen sollen aber schnell vom Tisch gewesen sein, da es rechtlich auch im Bezug auf die Spielerverträge fast unmöglich schien. Für den BVB war der Gedanke an einen Ligaaustritt wohl nie eine Überlegung wert. So Geschäftsführer Watzke:

“So lange ich hier die Verantwortung trage, wird der BVB die Bundesliga nicht verlassen.”

Die jetzige Idee hätte wohl vorrangig Auswirkungen auf die Champions League. Denn die UEFA wird mit keinem Wort in den Plänen erwähnt. Die Vereine würden die Liga gerne privatwirtschaftlich tragen. Somit würden auch alle Einnahmen an die mitspielenden Vereine gehen. Eine Champions League scheint bei einem solchen Konkurrenzprodukt undenkbar.

Von nichts gewusst?

Der FC Bayern soll dem Spiegel gegenüber bereits mitgeteilt haben, dass weder die Existenz noch der Inhalt einer solchen Absichtserklärung dem Verein bekannt wäre. Auch Watzke ging nicht direkt auf das konkrete Dokument ein, wollte die Idee einer Super League allerdings nicht ganz leugnen.

“[…]Das ist klar, und ich glaube auch, dass ein paar der großen europäischen Clubs da deutlich dran stricken.”

Dennoch halte er diese Gedankenspiele für nicht sehr konkret. Wir werden also abwarten müssen inwiefern sich die Echtheit des Absichtsschreibens herausstellt und welche Parteien in welchem Maße daran beteiligt waren.

Doch nicht so schlimm?

Schon direkt nach der Veröffentlichung wurden einige Stimmen laut, die eine Super League in dieser Form relativierten. So sei es doch gar nicht so schlimm, wenn nur die Champions League darunter leide, und nicht die nationalen Ligen. Diese Sichtweise ist mehr als kurzsichtig. Eine private Liga, die gerade den fest gesetzten Gründungsmitgliedern über zwei Jahrzehnte Einnahmen in nie erreichten Höhen garantieren würde, würde ein solches Zweiklassensystem schaffen, dass die nationalen Ligen auch den letzten Reiz verlieren würden. Ein Topf voll Gold, an den nur bestimmte Mitglieder einer geschlossenen Gesellschaft herankommen würden, sozusagen. Bayern und, zu Teilen, sogar Dortmund enteilen der nationalen Konkurrenz auch jetzt schon aufgrund finanzieller Vorteile. Wie würde es also aussehen, wenn sich der finanzielle Vorsprung noch exponentiell erhöhen würde? Ab von den finanziellen Reizen wäre es wohl auch nur Teams dieser Super League möglich für die besten Spieler von Interesse zu sein. Es ist vielleicht nicht der plötzliche Tod der nationalen Ligen, ein Tod auf Raten bleibt es trotzdem.

Photo by Maja Hitij / Getty Images Sport

Julius Eid

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