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WM 2018: Die Elf des Turniers – Varane, Modric, Hazard & Co.

17. Juli 2018
Manuel Behlert

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WM 2018: Die Elf des Turniers – Varane, Modric, Hazard & Co.

Die Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist vorüber, Frankreich konnte sich den Titel im Finale mit einem 4:2-Sieg gegen Kroatien sichern, Belgien wurde nach einem 2:0 gegen England Dritter. Nach dem Turnier ist es an der Zeit um die Elf der Weltmeisterschaft zu küren, zusätzlich benennen wir noch sieben weitere, auffällige Spieler für die “Bank”. 

 

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Torhüter: Jordan Pickford (England)

Die Leistungen des 24-jährigen Jordan Pickford bei dieser Weltmeisterschaft zeigen, dass die englische Mannschaft zurzeit wahrhaftig kein Torwartproblem hat. Pickford zeichnete sich durch eine sehr gute Strafraumbeherrschung aus, ging mit dem Ball am Fuß kein Risiko, wusste seine Fähigkeiten einzuschätzen und spielte ein Turnier, in dem er keine signifikanten Schwächen offenbarte. Zudem avancierte er im Spiel gegen Kolumbien zum Matchwinner und parierte den entscheidenden Elfmeter von Carlos Bacca. Sein erstes großes Turnier war ein voller Erfolg, Pickford hat die Erwartungen übertroffen.

 

Verteidigung: Kieran Trippier (England)

Dass die englische Mannschaft bis ins Halbfinale der WM 2018 vorstoßen konnte lag auch an Kieran Trippier. Der Rechtsverteidiger der Tottenham Hotspurs zeigte sich defensiv stabil, hielt im gesamten Turnierverlauf die Balance im Spiel Englands aufrecht und war zu jeder Zeit ein umtriebiger Antreiber mit guten Pass- und Zweikampfquoten. Ein weiterer, elementarer Aspekt für die guten Bewertungen Trippiers sind die hervorragend getretenen Standardsituationen. Der 27-jährige erzielte einen Treffer im Halbfinale, bereitete ein Tor gegen Panama vor und sorgte häufig mit präzise getretenen ruhenden Bällen für Torgefahr.

(Photo by Kirill KUDRYAVTSEV / AFP)

Verteidigung: Diego Godin (Uruguay)

Der Innenverteidiger von Atletico Madrid spielte eine fantastische Weltmeisterschaft. Der 121-fache Nationalspieler räumte im Turnierverlauf nahezu alles weg, sorgte dafür, dass die Südamerikaner die Gruppenphase ohne Gegentreffer überstanden und auch im Achtelfinale gegen Portugal defensiv weitgehend sehr gut aussahen. Im Defensivzentrum spielte er zusammen mit José Gimenez eine überragende Rolle, hielt seinen Mannschaftskollegen den Rücken frei. Godin spielte gewohnt kompromisslos, war der Anführer und Dirigent der starken Defensive und musste sich mit seiner Mannschaft lediglich dem späteren Weltmeister Frankreich geschlagen geben.

Verteidigung: Raphael Varane (Frankreich)

Der französische Innenverteidiger Raphael Varane spielte ein überragendes Turnier nach einer ebenso starken Saison bei Real Madrid. Varane verpasste in diesem Turnier nicht eine Minute, war ein stets sicherer Rückhalt für die französische Mannschaft und ließ defensiv nichts anbrennen. Sein Zweikampfverhalten war gewohnt stark, zudem spielte er häufig seine immense Schnelligkeit aus. Außerdem köpfte Varane im Viertelfinale gegen Uruguay das wichtige und vorentscheidende 1:0, führte die französische Mannschaft im dritten Gruppenspiel gegen Dänemark sogar als Kapitän aufs Feld.

(Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Verteidigung: Marcelo (Brasilien)

Ja, Marcelo hat im dritten Gruppenspiel lediglich 10 Minuten gespielt und fehlte im Achtelfinale gegen Mexiko, allerdings waren die Leistungen des Linksverteidigers von Real Madrid in den Minuten, in denen er auf dem Platz stand, waren fantastisch. Vielleicht kommen einem die Leistungen von Marcelo gar nicht so besonders vor, weil er in den letzten Jahren eben konstant auf diesem Level spielte, aber sein Einfluss auf das Spiel der Brasilianer war immens. Marcelo hatte in jedem Spiel, das er über 90 Minuten absolvierte, über 100 Ballaktionen, brachte immer mindestens 90 % seiner Pässe an den Mann, belebte die linke Seite und wie wichtig er ist, zeigte sich vor allem, als er gegen Mexiko fehlte und Neymar von Filipe Luis kaum Unterstützung erhielt.

Mittelfeld: Ivan Rakitic (Kroatien)

Das Duo Rakitic/Modric im Mittelfeldzentrum der Kroaten war im gesamten Turnierverlauf sehr stark. Rakitic spielte weitgehend fehlerfrei, erzielte gegen Argentinien auch einen Treffer und war ansonsten immer in das gute Passspiel involviert, half mit, das Mittelfeld zu dominieren. Rakitic war sicher nicht so dominant wie sein Nebenmann Modric, aber hatte dennoch einen wahnsinnigen Einfluss auf das kroatische Spiel, gerade weil er auch für das Defensivverhalten enorm wichtig war, viele Lücken zulaufen konnte und Zweikämpfe gewann.

Mittelfeld: N’Golo Kanté (Frankreich)

1,68m geballte Power! N’Golo Kante zeichnete sich durch einen enormen Einsatz aus, absolvierte in jedem Spiel ein immenses Laufpensum und war mitverantwortlich für die defensive Stabilität der Deschamps-Elf. Vor allem sein Einfluss im Viertelfinale gegen Uruguay und im Halbfinale gegen Belgien war enorm, insbesondere das spielstarke belgische Team wurde weitgehend gut kontrolliert. Kante wirkt keinesfalls spektakulär, aber er ist der Schlüsselspieler Frankreichs, der unermüdlich arbeitet. Dass er im Finale nach 55 Minuten und mit einer gelben Karte vorbelastet ausgewechselt wurde, schmälert seine Leistung keinesfalls.

Mittelfeld: Luka Modric (Kroatien)

Wenn man versucht, die Leistungen von Luka Modric mit einem Wort zu beschreiben, dann wäre dieses Wort wohl “phänomenal”. Modric war zu jeder Zeit ein kreativer Denker und Lenker des kroatischen Spiels, spielte Pässe nahe an der Perfektion und behielt in jeder Phase eines jeden Spiels die Übersicht. Modric steuerte zwei Treffer und eine Vorlage bei, darunter ein absolut sehenswertes Tor im Gruppenspiel gegen Argentinien. Wenn man zwangsläufig nach einem Makel im Spiel des erfahrenen Kroaten suchen wollen würde, dann wären das wohl die im Verhältnis schwachen Elfmeter, die Modric im Turnierverlauf schoss. Ansonsten war er allerdings DER überragende Spieler des Turniers.

(Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Angriff: Kylian Mbappe (Frankreich)

Mit 19 Jahren kann Kylian Mbappe schon fast alles – und das weiß er auch noch. Mit 4 Treffern war Mbappe am französischen Titelgewinn beteiligt, darüber hinaus war er ein ständiger Antreiber in der Offensive. Mbappe zeigte durch seine unfassbare Schnelligkeit seine Qualitäten, lief der gegnerischen Defensive permanent davon. Mbappe hätte mit etwas Glück vielleicht noch den ein oder anderen Scorerpunkt mehr auf dem Konto haben können, gerade seine hervorragende Hackenvorlage im Halbfinale war ein beeindruckender Moment. Dass Mbappe irgendwann in den Dunstkreis der Topfavoriten auf die Weltfußballerauszeichnung vorstoßen wird, ist klar. Dass er mit 19 Jahren schon zu den besten Angreifern der Welt zählt, ebenfalls. Mbappé kam in diesem Turnier in jedem Spiel zum Einsatz und ist schon jetzt ein unverzichtbarer Faktor im Spiel des neuen Weltmeisters.

Angriff: Eden Hazard (Belgien)

Eleganz, Effizienz, traumhafte Pässe und Kombinationen, aber auch ein hohes Maß an Mannschaftsdienlichkeit. Wenn es einen Spieler in diesem Turnier gab, der sich am ehesten mit Luka Modric um den Titel des besten Spielers hätte streiten können, dann wäre es der Belgier gewesen. Hazard spielte in jedem Spiel eine wichtige Rolle, bestach durch schnelle Dribblings, tolle Vorlagen, gute Abschlüsse und arbeitete zudem immer wieder defensiv mit. 3 Tore und 2 Vorlagen sprechen eine deutliche Sprache, zumal Hazard im dritten Gruppenspiel geschont wurde.

Angriff: Antoine Griezmann (Frankreich)

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Natürlich hat Antoine Griezmann seine Turniertreffer durch Elfmeter erzielt, zudem profitierte der Angreifer Frankreichs von einem schweren Torwartpatzer von Muslera. Allerdings war der Wert von Griezmann nicht nur anhand der Tore zu bemessen, denn er spielte in eher ungewohnter Rolle, ließ sich häufig zurückfallen und trieb das Angriffsspiel voran. Griezmann bereitete zudem drei Treffer durch seine ruhenden Bälle vor, war auch im Finale mitentscheidend, als er den Freistoß zum 1:0 trat, den Elfmeter zum 2:1 verwandelte.

 

 

Die 7 Spieler für die Bank

Tor: Thibaut Courtois (Belgien) – Spielte genau wie Pickford ein überragendes Turnier, war stets ein sicherer Rückhalt und hätte sicher ähnlich viele Argumente für die Startelf gehabt wie der Engländer.

Abwehr: John Stones (England) – John Stones und Harry Maguire waren nicht nur defensiv weitgehend sehr stabil, sondern auch immens wichtige Faktoren bei den Offensivstandards der Engländer. Stones spielte auf einem konstant hohen Niveau und erzielte überdies 2 Tore.

Abwehr: Diego Laxalt (Uruguay) – Ein klassischer Außenverteidiger war Laxalt natürlich nicht, vielmehr spielte er eine Hybridposition auf der linken Seite. Der 25-jährige hinterließ einen hervorragenden Eindruck, setzte sowohl defensive als auch offensive Akzente.

Mittelfeld: Aleksandr Golovin (Russland) – Der Antreiber im Mittelfeld der Russen spielte ein sehr starkes Turnier. Golovin war ein Dauerläufer, der spielerische Akzente mit einem cleveren Defensivverhalten kombinierte.

Mittelfeld: Kevin de Bruyne (Belgien) – De Bruyne spielte bei der belgischen Mannschaft eine tiefere Rolle als im Verein, brillierte über weite Strecken des Turniers, hatte aber im Halbfinale gegen Frankreich Probleme. Im Spiel um Platz 3 hätte er unter Umständen 4 Tore vorbereiten können, seine Mitspieler vergönnten ihm dies aber nicht.

Mittelfeld: Philippe Coutinho (Brasilien)  – Alles konzentrierte sich in der Offensive der “Selecao” auf Neymar, doch der Superstar spielte kein besonders auffälliges Turnier. Diese Rolle übernahm Coutinho, der jederzeit unspielbar, Kreativität ausstrahlte und wichtige Scorerpunkte erzielen konnte.

Angriff: Romelu Lukaku (Belgien) – Der wuchtige Angreifer zeigte weitgehend gute Leistungen, bewies auch, dass er sich in Sachen Spielintelligenz enorm weiterentwickelt hat. Lukaku erzielte gegen Panama und Tunesien einen Doppelpack, brillierte mit einem Geistesblitz gegen Japan, als er den Ball perfekt durchließ. Allerdings: Einige schwache Ballannahmen im 16er, hätte mehrere Treffer erzielen können.

 

 

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