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WM 2018 | #ESPRUS: Brotlose Passkunst

1. Juli 2018
Marius Merck

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WM 2018 | #ESPRUS: Brotlose Passkunst

Das Feuer der beiden ersten Achtelfinalspiele der WM 2018 konnte Spanien gegen Russland nicht entfachen. Jede Menge Ballbesitz, wenig Ertrag – nach diesem Motto spielte Spanien. Über 1000 Pässe und für das einzige Tor brauchten sie ein Eigentor der Russen. Diese legten zwar Disziplin und viel Leidenschaft an den Tag, blieben aber spielerisch limitiert. Und trotzdem verdienten sie sich das Elfmeterschießen, das sie am Ende mit 4:3 gewannen. Koke verschoss gegen Russlands Keeper Akinfeev und der Schlussmann wurd edann mit der Fußspitze gegen Aspas endgültig zum Matchwinner und brachte seine Mannschaft ins Viertelfinale.

Bei Kick in Russ, dem WM-Podcast auf meinsportradio.de in Zusammenarbeit mit 90PLUS, nehmen Malte Asmus und Marius Merck das Spiel noch einmal genau unter die Lupe. Wie viel hat der Trainerwechsel kurz vor Turnierstart mit dem Aus Spaniens zu tun? Was ist mit den Russen los? Diese Fragen treiben uns gleich um.

 

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Spielbericht

Es bot sich von Beginn an das erwartete Bild. Spanien hatte den Ball, die Russen lauerten auf Konter – und sie bekamen in der Anfangsphase auch zwei Gelegenheiten dazu, ohne allerdings echte Gefahr zu versprühen – und das, obwohl die Spanier gerade bei hohen Bällen und Standards bei dieser WM durchaus angreifbar schienen.

Auf der anderen Seite brauchten die Spanier trotz deutlich größeren Ballbesitzes einen Standard und tatkräftige russische Mithilfe: Asensio brachte einen Freistoß von der Strafraumgrenze an den zweiten Pfosten zu Ramos. Der wurde von Ignashevich umgerissen und der Ball sprang von der Hacke des Russen zum 0:1 ins eigene Tor (12.). Es blieb der einzige Torschuss der Spanier bis in die Endphase der ersten Hälfte. Denn die Iberer versuchten mit 75 % Ballbesitz und vielen Pässen die Führung zu verwalten und den Gegner zu zermürben, ohne selber Chancen zu kreieren.

Die Russen ließen sich dadurch aber nicht einlullen und kamen zu ihrer besten Chance: Golovin wurde von Nacho nicht richtig attackiert, der Schlenzer des Russen verfehlte das Ziel nur knapp (36.). Und dann gab es einen Elfmeter für die Gastgeber nach Handspiel im Strafraum von Piquet. Dzyuba ließ sich die Chance nicht entgehen, verwandelte souverän zum 1:1 (41.). Der Ausgleich zwang Spanien, in der Endphase der Hälfte wieder aktiver zu werden. Akinfeev rettete in der Nachspielzeit aber gegen Costa und den ersten eigenen Abschluss der Spanier im ersten Durchgang (45.+1).

Im zweiten Durchgang wurde das Spiel der Spanier zwar etwas vertikaler, aber weiterhin unkreativ. Flanken aus dem Halbfeld waren das einzig Mittel, das der Seleccion einfiel. Russland verteidigte kompakt und lauerte vornehmlich auf Kontersituationen, bekam aber kaum welche – und wenn agierten sie zu unsauber. Wechsel sollten dann für Belebung des Spiels sorgen. Bei den Russen kam Cheryshev, bei Spanien Iniesta.

Während von Cheryshev kaum etwas zu sehen war, machte Iniesta das spanische Spiel immerhin breiter und hatte kurz vor Schluss von der Strafraumgrenze mit einem Schuss Akinfeev geprüft, Iago Aspas aus spitzem Winkel den Nachschuss ebenfalls nicht am Keeper vorbei bekommen (85.). Und da auch Smolov auf der Gegenseite nicht traf, musste die Verlängerung die Entscheidung bringen (90.).

Da kam Russland nahezu gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte hinaus. Spanien schnürte sie ein, sprühte aber weiter nicht vor Ideen. Und in allen wirklich brenzligen Situationen war Akinfeev auf dem Posten und hielt seinem Team das Remis fest und wurde im Elfmeterschießen dann mit zwei gehaltenen Bällen zum Matchwinner.

 

 

 

(Photo by JUAN MABROMATA/AFP/Getty Images)

 

Marius Merck

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