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Zoff der Trainer: Mourinho beendet Streit mit Conte – auf eigene Weise

12. Januar 2018
Marius Merck

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Zoff der Trainer: Mourinho beendet Streit mit Conte – auf eigene Weise

In den letzten Tagen haben die verbalen Attacken zwischen José Mourinho und Antonio Conte für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Der Portugiese beendete den “war of words” bei der heutigen Pressekonferenz nach eigener Ansicht (vorerst) – natürlich nicht ohne eine Spitze.

 

“Ich wähle Verachtung.”

Selten haben sich zwei Übungsleiter in den letzten Jahren einen derart hassgeprägten Schlagabtausch geliefert. Zwischen den Trainern von Manchester United und Chelsea hatte es schon in der Vergangenheit häufiger gekracht. Die letzten Tage setzten dem Ganzen jedoch die Krone auf.

Conte war erzürnt über die Äußerung seines Kollegen gewesen, der behauptet hatte, dass sich manche Trainer aufgrund ihrer Emotionen “an der Seitenlinie wie Clowns aufführen” würden. Dieses Statement von Mourinho hatte sich im Ursprung nicht einmal auf Conte selbst bezogen (naja, wobei…), einige Journalisten wollten lediglich wissen, wieso der Portugiese im Vergleich zu seinen Anfangsjahren mittlerweile ein wenig unterkühlt an der Seitenlinie wirke.

Diese Aussage verpackten wiederum einige andere Journalisten und präsentierten eine präzise formulierte Frage dazu an Conte auf der Chelsea-PK. Der Italiener nahm daraufhin an, dass die Äußerung konkret über ihn getroffen worden wäre und schien sich ebenfalls an das frühere Verhalten seines Vorgängers bei den “Blues” zu erinnern, weswegen er ihm in diesem Kontext ” senile Demenz” vorwarf.

(Photo by Ian Walton/Getty Images)

Der Ball wurde damit zurück nach Manchester gespielt, die erneute Replik aus dem Lager der “Red Devils” ließ nicht lange auf sich warten. Mourinho forderte zunächst eine Entschuldigung der Journalisten, verwies aber nach seinem Eingeständnis, dass er “Fehler an der Seitenlinie gemacht habe und auch in Zukunft machen werde”, noch süffisant darauf hin, dass er “niemals eine Sperre für Spielmanipulation” erhalten werde. Eine Anspielung auf eine Suspendierung des Chelsea-Coaches im Jahr 2012 wegen eben jenen Vorwürfen, Conte wurde später davon freigesprochen.

Diese Aussagen brachten Conte endgültig auf die Palme, der Mourinho deshalb “als kleinen Mann” in der Vergangenheit, in der Gegenwart und auch in der Zukunft bezeichnete. Er werde die gewählten Worte des United-Trainers “nicht vergessen.”

Auch Mourinho schien heute im Gespräch mit der Presse nichts Vergessen zu haben:

“Ich denke, wenn eine Person eine andere beleidigt, dann kann man eine Antwort oder Verachtung erwarten. Als er mich das erste Mal beleidigt hat, habe ich eine Antwort gehabt – eine Antwort, die den Punkt getroffen und ihn damit verletzt hat. Jetzt beleidigt er mich ein zweites Mal, aber nun wechsele ich zur Verachtung. Und Verachtung heißt für das Ende der Geschichte.”

Damit dürfte vorerst Ruhe in den Streit einkehren. Wie lange “vorerst” sein wird, lässt sich übrigens ganz gut abschätzen: Am 25. Februar gastiert Chelsea im Old Trafford bei Manchester United.

Marius Merck

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