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Zweitligacheck – Die Plätze 18-10: Darmstadt, Kaiserslautern und der Kampf gegen die 3. Liga

22. März 2018

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Zweitligacheck – Die Plätze 18-10: Darmstadt, Kaiserslautern und der Kampf gegen die 3. Liga

In der laufenden Zweitligasaison ist vor allem eines vorhanden: Spannung. 7 Punkte beträgt der Abstand zwischen Platz 4 und Platz 16, außer der Fortuna aus Düsseldorf, die derzeit auf Platz 1 steht, ist noch niemand enteilt. 7 Spieltage sind noch zu absolvieren, viele spannende Duelle stehen noch an und die Frage ist, wer sich noch in den Aufstiegskampf einmischen kann und vor allem, welche Klubs im Abstiegskampf die Nerven behalten. Wir machen den Check aller Teams und schauen auf das Restprogramm!

Kaiserslautern – Der Betze sieht schwarz!

Platz 18, 29:45 Tore und nur 25 Punkte auf dem Konto. So sieht die Lage des Traditionsvereins 1. FC Kaiserslautern derzeit aus. Rückstand auf den Relegationsplatz? 8 Punkte und 5 Tore. Die Hoffnung ist nur noch verschwindend gering, der Verein bezahlt jetzt für fehlende Kontinuität in den letzten Jahren, teilweise verheerende Personalentscheidungen und eine Negativspirale, die man nicht aufhalten konnte. Nur 6 Siege in 27 Spielen sind viel zu wenig und der Gang in die Drittklassigkeit droht und würde eine ganze Region treffen. Derzeit stehen 32 Spieler im Kader des FCK, die Mischung stimmt nicht. In den verbleibenden 7 Spielen treten die “Roten Teufel” noch viermal auswärts an. Damit noch Hoffnung besteht müssen die Heimspiele gegen Regensburg, Dresden und Heidenheim gewonnen werden, ansonsten ist der Abstieg nicht mehr zu vermeiden.

Darmstadt – Der nächste Traditionsklub wackelt

(Photo by Thomas Eisenhuth/Bongarts/Getty Images)

Neben dem 1. FC Kaiserslautern sieht es auch für den SV Darmstadt 98 düster aus. Der Bundesligaabsteiger hatte von Beginn an Probleme seinen Rhythmus zu finden und gewann zu wenige Spiele. Mit bisher 28 Punkten hat man schon 5 Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und nur noch 7 Spiele übrig um dem Abstieg noch von der Schippe zu springen. In den letzten Spielen unter Trainer Dirk Schuster konnte man mitunter feststellen, dass die “altbekannten” Tugenden wie Kampf, Leidenschaft und zurückgekehrt sind, aber die Resultate blieben teilweise aus. In den letzten 4 Spielen gab es zwar keine Niederlage für die “Lilien”, dreimal spielte man allerdings nur unentschieden und dementsprechend tritt man weiter auf der Stelle. In den letzten Wochen der Saison müssen die Hessen unbedingt noch effizienter werden und eine Serie starten, ansonsten sieht es nach dem direkten Durchmarsch in Liga 3 aus.

Erzgebirge Aue – Runter vom Relegationsplatz

Mit 33 Punkten steht Erzgebirge Aue derzeit auf dem Relegationsplatz in der 2. Liga. Mit 5 Punkten mehr und einer besseren Tordifferenz würde der Klub auf Platz 5 stehen,  was die enge und unvorhersehbare 2. Bundesliga noch einmal unterstreicht. Erzgebirge Aue kennt die Situation und weiß, wie es ist wenn man sich im Abstiegskampf befindet. Diese Erfahrungen könnten den Erzgebirglern zugute kommen, zumal an den letzten drei Spieltagen noch direkte Duelle mit Dynamo Dresden, Darmstadt und dem VfL Bochum auf dem Programm stehen. Ein wichtiger Aspekt für die Elf von Trainer Hannes Drews dürfte das gewonnene direkte Duell mit Greuther Fürth vor der Länderspielpause sein, das noch einmal für Selbstvertrauen sorgt. Sollte Aue beim Auswärtsspiel in Regensburg nachlegen können, sieht es für die kommenden Wochen durchaus gut aus.

Greuther Fürth – Aue-Niederlage als Problem

(Photo by Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images)

Geplagt von wiederkehrenden Verletzungen schaffte es Greuther Fürth in dieser Saison nicht die eigenen Ansprüche zu erfüllen. Stand jetzt befindet sich das “Kleeblatt” auf Platz 15, gerade die Niederlage vor der Länderspielpause bei Erzgebirge Aue könnte noch einmal für Probleme sorgen. Das Restprogramm kann sehr unangenehm sein, die beiden nachfolgenden Spiele gegen Union Berlin und den SV Sandhausen könnten richtungsweisend sein. Die unglaublich enge Liga sorgt dafür, dass sich mittlerweile kaum jemand mehr sicher sein kann, dass er der Abstiegszone im restlichen Saisonverlauf entgeht. Ein Teil der Grundproblematik der Fürther ist, dass mit Wittek, Narey und Caligiuri gleich drei Spieler zu den Topscorern des Teams gehören, die eher defensiv ausgerichtet sind, wenngleich Narey häufig auf der Position des rechten Mittelfeldspielers eingesetzt wird. Im Saisonendspurt müssen die Offensivspieler also dafür sorgen, dass sie effizienter werden – ansonsten dürfte es für Fürth extrem eng werden.

Heidenheim – Auf und Ab für Frank Schmidt

Der 1. FC Heidenheim steht wie kaum ein anderer Klub im deutschen Profifußball für Loyalität und Kontinuität. Das zeigt sich vor allem anhand zweier Personalien: Einerseits Trainer Frank Schmidt, der seit 2007 (!) beim Klub tätig ist und sicherlich bereits die Chance hatte zu einem größeren Klub zu wechseln, andererseits bei Mittelfeldspieler Marc Schnatterer, der seit dem Aufstieg der Heidenheimer immer wieder zu den Topscorern der zweiten Liga zählt. Auch in dieser Spielzeit steht Schnatterer wieder bei 8 Toren und 14 Vorlagen. Heidenheim hat eines der härtesten Programme in der Schlussphase der Saison, spielt unter anderem noch gegen Sandhausen, Nürnberg, Ingolstadt, Düsseldorf und Union Berlin, aber der Klub wird die Ruhe behalten, auch wenn sich die Situation noch einmal verschlechtert. Und genau das könnte entscheidend sein. Mit 34 Punkten steht Heidenheim nur einen Zähler vor dem Relegationsplatz, der Vorsprung auf Platz 17 beträgt 6 Punkte.

Bochum – Viel zu viel Unruhe

Die laufende Saison des VfL Bochum wird weder die Verantwortlichen noch die eigenen Fans auch nur ansatzweise zufriedenstellen. Chaos, Trainerentlassungen, unglückliche Aussagen der Verantwortlichen und des Vorstands, Zoff mit Spielern wie bei der Personalie Felix Bastians – all das steht sinnbildlich für die Saison des Ruhrpott-Klubs. Zurzeit ist Robin Dutt Trainer des VfL und die Bochumer sind seit 4 Spielen ungeschlagen. Trotz der Unruhe über fast die gesamte Saison hinweg scheint es so, als würde der Trend am Saisonende dann doch noch einmal ein wenig nach oben zeigen. Gerade das 3:2 in Sandhausen nach dem 0:2-Rückstand könnte noch einmal Energie freisetzen. Bochum muss nun dafür sorgen, dass in den kommenden Jahren ein klares Konzept verfolgt wird, nachdem der Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht wurde. Beim nächsten Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig könnte man sich mit einem Sieg sehr gut von einem Teil der Konkurrenz absetzen.

Dynamo Dresden – Festhalten an Trainer Neuhaus

(Photo by Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images)

Dass Dynamo Dresden vor einer nicht ganz einfachen Saison steht, war den Fans wohl bereits vor der laufenden Saison klar. 35 Punkte nach 27 Spielen sind eigentlich keine ganz so schlechte Bilanz, aber trotzdem steht Dynamo nur zwei Tore vor dem Relegationsplatz. Es ist davon auszugehen, dass man auch mit dem Erreichen der 40-Punkte-Marke noch keine Ruhe im Abstiegskampf hat. Trotz kleinerer Krisen hielt Dynamo an Trainer Uwe Neuhaus fest, dessen ruhige Art mitverantwortlich dafür ist, dass keine Panik entsteht. Dynamo spielt an den kommenden drei Spieltagen gegen Nürnberg, Braunschweig und Kiel, ehe ein Abstiegsduell mit dem 1. FC Kaiserslautern ansteht. Ein sehr wichtiges Spiel könnte das Ost-Derby gegen Erzgebirge Aue am 33. Spieltag sein, bis dahin sollte im Idealfall alles geklärt sein, damit dieses Duell nicht zu einer großen mentalen Belastung wird.

FC St. Pauli – Fehlende Durchschlagskraft

Betrachtet man den aktuellen Kader des FC St. Pauli, dann fällt auf, dass mit Sami Allagui (3 Tore, 4 Vorlagen) zwar ein Stürmer der Topscorer in dieser Saison ist, aber einen echten Torjäger gibt es nicht. Buchtmann und Sobota sind mit jeweils 4 Treffern die besten Torschützen im Kader der Hamburger, insgesamt fehlt es der Mannschaft an Durchschlagskraft und an einem zuverlässigen Torjäger, der regelmäßig trifft. Auch beim FC St. Pauli fand in dieser Saison ein Trainerwechsel statt, nach Olaf Janßen ist nun Markus Kauczinski im Amt, der den Klub zwar etwas stabilisieren, aber noch nicht komplett in die richtige Richtung lenken konnte. Mit nur zwei Punkten aus den letzten drei Spielen hat es der FC St. Pauli verpasst sich etwas von den Abstiegsrängen zu distanzieren, in den kommenden Spielen müssen also Punkte eingefahren werden, damit man (derzeit 36 Punkte), nicht in Bedrängnis kommt. Die nächsten drei Gegner sind Sandhausen, Union Berlin und Erzgebirge Aue.

SV Sandhausen – Da, wo man hingehört

Der SV Sandhausen steht auf einem ordentlichen 10. Platz und die Mannschaft von Kenan Kocak kann damit sehr gut leben. Im zweiten Jahr verfeinerte der junge Trainer die Abläufe beim SVS und teilweise klopfte man in dieser Saison auch an den Aufstiegsrängen an. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld ist aber im Endeffekt auch akzeptabel, wäre da nicht die Tatsache, dass es derzeit ab Platz 5 kein gesichertes Mittelfeld gibt. Die Mannschaft ist aber weitgehend stabil und Kocak findet auch in schwierigeren Situationen immer wieder Lösungen. Das macht Mut für den Saisonendspurt und stimmt Spieler, Verantwortliche und Fans zuversichtlich, dass die Mannschaft sich am Ende in dieser Tabellenregion halten wird. Abstiegsgefahr besteht hier eher nicht mehr.

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