Jahresawards 2021: Newcomer des Jahres

90PLUS Newcomer des Jahres: Bellingham, Wirtz, Pedri
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Das Fußballjahr befindet sich in seinen letzten Zügen. Der Zeitpunkt ist also gekommen, um die Jahresawards zu verleihen. Wir stellen die Kandidaten vor, ihr stimmt ab. Die Nominierten bei das Newcomer des Jahres sind Jude Bellingham von Borussia Dortmund, Florian Wirtz von Bayer Leverkusen sowie „Golden Boy“ Pedri vom FC Barcelona.

  • Bellingham: Der Leader
  • Wirtz: Der Rekordebrecher
  • Pedri: Der „Golden Boy“

Das turbulente Fußballjahr 2021 ist so gut wie beendet. Wieder einmal gab es einige Mannschaften, die viele Titel gewinnen konnten und national wie international für Furore sorgten. Ein regelrechter Hype herrscht dabei auch regelmäßig um die jungen Newcomer in den Teams. Wir stellen euch die drei Nominierungen in der Kategorie „Newcomer des Jahres“ vor!

Kategorie 1: Mannschaft des Jahres

Kategorie 2: Spiel des Jahres

Kategorie 3: Tor des Jahres

Kategorie 4: Transfer des Jahres

Jude Bellingham: Newcomer mit der Attitude eines Veterans

Newcomer des Jahres. Eine Auszeichnung, für die Jude Bellingham (18) fast zu reif ist. Bellingham wirkt, als stünde er schon immer im Rampenlicht. Auf und neben dem Platz. Anpassungsschwierigkeiten an das Tempo der Bundesliga? Nicht bei Bellingham. Allüren oder verbale Entgleisungen? Keine Spur. Bellingham ist stets aufgeräumt und eloquent – und scheut nicht davor zurück, Haltung zu zeigen. Seine Antwort auf rassistische Beleidigungen im März oder die klaren Worte über Felix Zwayer (40) nach fragwürdigen Entscheidungen im Topspiel gegen Bayern München sind nur zwei Beispiele. Niemand kommentierte den Newcomer des Jahres treffender als Oliver Fritsch von der „Zeit„: Bellingham spricht aus, was alle wissen. Viele scheuen allerdings davor zurück, diese Wahrheiten zu adressieren.

Zum Sportlichen: Bellingham kam im Sommer 2020 zum BVB. Und mit ihm, Erwartungen, so hoch, wie die Wahrscheinlichkeit, dass der FC Bayern erneut Deutscher Meister wird. „Er ist mindestens so gut wie alles, was ich bisher gesehen habe“, sagte Daniel Dodds, Nachwuchsscout beim englischen Verband, gegenüber „The Athletic“. Der „Mirror“ bezeichnete ihn als das „vielversprechendste Talent seit Wayne Rooney.“ Dass der damals 16-Jährige Junge aus der kleinen Arbeiterstadt Stourbridge diese Erwartungen noch übertreffen würde, hatten damals die Wenigsten geglaubt.

Bellingham Newcomer

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Eineinhalb Jahre später hat Bellingham 46 von 51 möglichen Bundesligaspielen für den BVB absolviert, gewann im schwarz-gelben Dress den DFB-Pokal und stürmte mit den „Three Lions“ auf der Brust ins Europameisterschaftsfinale. Er hat sich unter dem neuen Dortmund-Trainer Marco Rose (45) neben Erling Haaland (21) zum wichtigsten und konstantesten Spieler seines Teams entwickelt. In jedem Spiel wirkt es, als hätte Bellingham in der vorangegangen Woche neue Dinge erlernt. In keinem Spiel wirkt es, als wäre Bellingham erschöpft oder nicht auf der Höhe.

Schon jetzt übersteigt ein Verein, dem Jude Bellingham nicht weiterhelfen würde, die Vorstellungskraft. 2021 entwickelte sich der Engländer von einem Ausnahmetalent zu einem Ausnahmespieler. Und dass diese steile Entwicklung in den nächsten Jahren ins Stocken geraten wird, ist ebenfalls kaum vorstellbar. René Marić (29), Co-Trainer des BVB, bezeichnete ihn als den „lernwilligsten Spieler“, den er je trainiert habe, Mats Hummels (33) nannte Bellingham den „reifsten, seriöseste 18-Jährigen“, den er je gesehen habe. Superlative, die eine klare Sprache sprechen.

Florian Weber 

Florian Wirtz: Wirklich noch ein Newcomer?

Kann man Florian Wirtz (18) überhaupt noch als Newcomer werten? Immerhin knackte er kürzlich Giovanni Reynas (19) Rekord als jüngster Bundesligaspieler mit 50 Einsätzen. Ausgebildet beim 1.FC Köln, ist Wirtz nach Kai Havertz (22) und Julian Brandt (25) das dritte Top-Talent, das in den letzten Jahren den Durchbruch bei Bayer Leverkusen schaffen konnte. Dieser gelang ihm allerdings schon in der vergangenen Saison unter Peter Bosz (58) und Hannes Wolf (40). Zu einem der drei Newcomer in diesem Jahr machen ihn vor allem seine hervorragenden Leistungen in der laufenden Saison. Ausgestattet mit einer enormen Ballsicherheit und einem starken Spielverständnis, ist der flexibel einsetzbare Rechtsfuß aus dem offensiven Mittelfeld der Werkself inzwischen nicht mehr wegzudenken. Folglich war er in der Hinrunde der beste Vorlagengeber und der zweitbeste Torschütze seiner Mannschaft.

Wirtz Newcomer

(Photo by Joosep Martinson/Getty Images)

Außergewöhnlich ist dabei vor allem seine Leistungskonstanz. Wirtz durchlief bislang kaum eine Schwächephase, seit er sich bei den Profis etablierte. Doch nicht nur auf Vereinsebene sorgte Wirtz in diesem Jahr für Furore. Mit starken Leistungen bei der U21-EM und seinem Doppelpack im Halbfinale, war er maßgeblich am Titelgewinn der deutschen Nachwuchsauswahl beteiligt. Belohnt wurde er im September prompt mit dem Debüt für die A-Nationalmannschaft beim WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein.

Ja, mit seinen 18 Jahren fällt Florian Wirtz (noch) unter die Kategorie „Newcomer“. Es ist bemerkenswert, wie selbstverständlich man ihn bereits zu den absoluten Leistungsträgern bei Bayer Leverkusen und zu den Hoffnungsträgern für die Zukunft der DFB-Elf zählt. In diesem Jahr ist Wirtz einer der Newcomer des Jahres, doch die Aussichten auf seine Zukunft lassen noch einiges mehr erwarten.

Kilian Thullen 

Pedri: Der amtierende „Golden Boy“

Ja, Wirtz und Bellingham haben einiges geleistet. Dennoch ist Pedri (19) die einzig richtige Wahl bei diesem Award. Der Mittelfeldspieler des FC Barcelona ist das nächste Aushängeschild der vereinseigenen Talenteschmiede La Masia. Der mittlerweile 19-Jährige ist seit der letzten Saison unangefochtener Stammspieler bei Barca und in der spanischen Nationalmannschaft. Zuvor hat er bei seiner Leihstation UD Las Palmas zu überzeugen gewusst. Dass er nach seiner Rückkehr aber sofort eine so wichtige Rolle im Spiel der Katalanen einnehmen würde, damit haben wohl nur die wenigsten gerechnet. Aber nicht nur auf Vereinsebene startete der technisch versierte Mittelfeldspieler durch. Auch bei La Furia Roja etablierte sich der Teenager und war bei der Europameisterschaft unverzichtbar.

Sage und schreibe 67 (!) Partien hatte Pedri nach der langen, kräftezehrenden Saison auf dem Buckel. Darunter mehrere K.O.-Spiele bei EM und Olympia, in denen er teilweise 120 Minuten auf dem Feld stand. Ein wahrer Dauerbrenner. Aber natürlich ist das nicht die einzige Qualität, die ihn auszeichnet. Bei der EM wurde er zum besten jungen Spieler des Turniers gekürt. Und das völlig zurecht. Trotz seines jungen Alters strahlt der Mittelfeldspieler eine Ruhe und Abgeklärtheit aus, die in seiner Altersklasse selten zu finden ist. Vergleiche mit anderen Granden von La Masia, wie Xavi oder Iniesta, liegen auf der Hand.

Pedri Newcomer

(Photo by Alex Caparros/Getty Images)

Der Youngster besticht durch herausragendes Spielverständnis und ist durch sein intelligentes Positionsspiel sowie seine Technik in der Lage, unter höchstem Druck Lösungen zu finden. Mit seinen Schnittstellenpässen und seiner Übersicht sorgt Pedri immer wieder für gefährliche Momente und ist außerdem ein guter Taktgeber im Mittelfeld. Einzig seine Torgefahr und seine Zweikampfführung gelten als ausbaufähig. Das ist allerdings auch nicht sein Kernmetier.

Trotz seines jungen Alters ist Pedri bereits ein Spieler von Weltklasse-Format, das hat er in der vergangenen Saison unter Beweis gestellt. Natürlich darf und muss man ihm Fehler zugestehen, schließlich ist er noch jung. Setzt sich seine Entwicklung aber in diesem Tempo fort, ist Pedri zweifelsohne der legitime Nachfolger anderer großer spanischer Mittelfeldspieler der vergangenen Jahre. Gemeinsam mit Spielern wie Ansu Fati (19) kann er bei Barca eine neue erfolgreiche Generation prägen.

Sarom Siebenhaar

(Bellingham Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

(Wirtz Photo by Joosep Martinson/Getty Images)

(Pedri Photo by David Ramos/Getty Images)

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