#RUSCRO: Drama in Sotschi

Spielanalysen

Das Ammoniak in der Hand, aber kein Halbfinalticket in der Tasche. Russland Reise bei der WM 2018 ist vorbei. Im Viertelfinale von Sotschi unterlagen die Gastgeber trotz Führung und dann dem späten Ausgleich in der Verlängerung und enormer Laufleistung den Kroaten im Elfmeterschießen mit 3:4. Und die stehen nun erstmals seit 1998 wieder im Halbfinale einer WM. Held des Abends mal wieder Keeper Subasic. Der schien kurz vor Ende der regulären Spielzeit schon verletzt ausscheiden zu müssen. Doch am Ende stand er im Elfmeterschießen parat und trug erheblich zum Sieg seiner Mannschaft bei.

Hier bei Kick in Russ, dem WM-Podcast von meinsportradio.de und 90PLUS analysieren wir das letzte WM-Viertelfinale. Am Mikrofon: Malte Asmus und unser 90PLUS-Experte Manuel Behlert.

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Spielbericht:

Die Russen starteten mutig und offensiv in die Partie. Dzyuba steckte schön auf Cheryshev durch, dessen Schuss aber von Vrsaljko geblockt wurde (2.). Und dann war es Cheryshev, der eine Golovin-Flanke per Kopf zu Dzyuba weiterleitete. Doch Lovren konnte zur Ecke klären (5.). Aber auch die Kroaten versteckten sich nicht und setzten offensive Akzente: Rebic schoss aus spitzem Winkel und Akinfeev konnte zur Ecke retten. Und nach der köpfte Lovren über das russische Tor (8.).

Die Kroaten rissen das Spielgeschehen mehr und mehr an sich. Die Russen zogen sich zurück, blieben aber mit ihren gelegentlichen Ausflügen in die gegnerische Hälfte gefährlich. Nach einer Flanke von Samedov verlor Cheryshev allerdings das Kopfballduell mit Lovren (14.). Nach diesem munteren Auftakt entwich der Schwung aber mehr und mehr aus diesem Spiel. Querpässe prägten die Szenerie, kein Team wollte einen Fehler machen.

Und dann fasste sich Cheryshev nach einer russischen Balleroberung im Mittelfeld und Doppelpass mit Dzyuba aus 18 Metern ein Herz, hielt drauf und traf zur 1:0-Führung (31.). Ein Tor wie aus dem Nichts – aber Resultat des russischen Pressings. Russland schien am Drücker. Doch die Kroaten wurden nicht nervös. Im Gegenteil, sie lauerten auf Konterchancen: Mandzukic drang links in den Strafraum ein, flankte kurz in den Rücken der Abwehr, wo Kramaric zum 1:1 einköpfte (40.).

Ein unkontrollierter Fallrückzieher von Kramaric war der erste Höhepunkt der zweiten Hälfte, allerdings keine Gefahr für Akinfeev (52.). Er deutete aber an, dass Kroatien wieder um mehr Spielkontrolle bemüht war. Und das wäre durch Perisic nach einem russischen Abwehrfehler fast belohnt worden. Doch der Abschluss des Mailänders landete am Innenpfosten und sprang von dort zurück ins Feld (60.). Das Spiel verflachte danach wieder zusehends.

Kroatien war zwar auch in der Folge um Spielkontrolle bemüht, fand aber keine Lücken. Die Russen lauerten auf Konter und kamen zu ihrer besten Chance im zweiten Abschnitt. Fernandes flankte auf Erokhin, doch dessen Ball flog weit über das kroatische Tor (72.). Ansonsten war Leerlauf, bis sich in der Schlussphase der regulären Spielzeit Keeper Subasic sich beim Versuch, eine Ecke zu verhindern, verletzte, sich aber nach kurzer Behandlung in die Verlängerung rettete und auch noch einen Smolov-Fernschuss entschärfte (90.+3).

Die Verlängerung begann mit Nackenschlägen für die Kroaten. Denn Mandzukic humpelte und Vrsaljko musste sogar verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Corluka. Die Wechselmöglichkeiten der Kroaten waren damit ausgeschöpft. Fußball gab es wenig zu sehen, bis Vida nach einer Ecke im Strafraum der Russen am höchsten stieg und den Ball per Kopf zum 2:1 ins rechte Eck beförderte (101.).

Doch die Russen drängten auf den Ausgleich. Erst entschärfte Subasic einen Schuss von Kuzyaev, dann wehrte er eine Flanke vor Gazinsky ab. Aber gegen Fernandes war er machtlos. Dessen Kopfball nach einer Dzagoev-Vorarbeit landete in der linken Ecke (115.).

Im Elfmeterschießen verschossen Smolov, Fernandes auf russischer Seite, bei den Kroaten patzte Kovacic, ehe Rakitic wie schon gegen Dänemark den entscheidenden Elfmeter verwandelte.

 

 

(Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

 

 

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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