Für einige Superstars, die den Fußball in den letzten Jahrzehnten geprägt haben, wird die WM 2026 wohl die letzte sein.
Schon 2022 wurde vom letzten Turnier der“Goats“ Lionel Messi und Cristiano Ronaldo geschrieben. Vier Jahre später sind beide Routiniers jedoch wieder dabei, es wird die sechste Weltmeisterschaft für die Legenden. Die Tormaschinen sind jedoch nicht die einzigen Fußball-Ikonen, die zum letzten Mal um den goldenen Pokal spielen werden. Wir werfen einen Blick auf die größten Namen, die sich von der WM-Bühne verabschieden.
Lionel Messi, 38 Jahre, Argentinien
Lionel Messi hat in seiner langen Karriere alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit dem Triumph in Katar bei der WM 2022 sicherte sich der achtmalige Weltfußballer auch noch die größtmögliche Krönung und hätte sich danach eigentlich zur Ruhe setzen können. Doch die Mission Titelverteidigung lässt sich die Barca-Legende nicht nehmen.

Bei der Albiceleste ist der Superdribbler, der inzwischen für Inter Miami in der Major League Soccer kickt und sich in den Stadien der USA daher bereits bestens auskennt, weiterhin unantastbar. Dass man „La Pulga“ auch 2030 nochmal bei der Weltmeisterschaft sieht, gilt dagegen als ausgeschlossen. In wenigen Wochen wird der wohl beste Fußballer aller Zeiten 39 Jahre alt.
Cristiano Ronaldo, 41 Jahre, Portugal
Sogar zwei Jahre älter ist sein ewiger Rivale Cristiano Ronaldo. In den 2010er-Jahren beherrschten die beiden Ausnahmekönner den Weltfußball wie nie jemand zuvor und brachen einen Rekord nach dem anderen. Ronaldo ist bei Portugal unter Trainer Roberto Martinez auch mit 41 Jahren im Sturmzentrum gesetzt, auch wenn er mittlerweile einiges an Tempo und Spritzigkeit eingebüßt hat.
Nach wie vor ungebrochen ist dagegen der Ehrgeiz des Modellathleten, der bei Al-Nassr in Saudi-Arabien sein Geld verdient. Zehn Jahre nach dem Gewinn der Europameisterschaft will er als zweitältester Akteur aller Teilnehmer endlich den ersehnten WM-Pokal mit Portugal gewinnen. Nicht zuletzt, um auch auf dieser Ebene mit Messi gleichzuziehen.
Neymar, 34 Jahre, Brasilien
Im Schatten der beiden Rekordjäger galt Neymar viele Jahre lang als der Kronprinz. Die Thronfolge von Messi und Ronaldo trat der Brasilianer nie an, auch weil die beiden Platzhirsche eine unglaubliche fußballerische Langlebigkeit auszeichnet. Inzwischen ist der Thronfolger selbst 34 Jahre alt und hat es nur auf den letzten Drücker in den brasilianischen Kader geschafft.

Dass Neymar wie Messi und CR7 mit 40 Jahren noch auf Top-Niveau spielt, ist nicht zu erwarten, zu oft streikte der Körper des Edeltechnikers in den vergangenen Jahren. Wenn er seine Schuhe an den Nagel hängt, darf Neymar dennoch auf eine große Karriere zurückdenken – vielleicht ja sogar doch noch mit dem WM-Pokal in der Vitrine.
Luka Modric, 40 Jahre, Kroatien
Der erste Spieler, der bei der Verleihung des Ballon d’Ors die Phalanx von CR7 und Messi durchbrach, war 2018 Luka Modric. Der Spielmacher, der nach 13 Jahren bei Real Madrid 2025 zur AC Milan wechselte, prägt auch 2026 noch das Spiel der kroatischen Nationalmannschaft.

In der Gruppenphase wird der 40-Jährige sein 200. Länderspiel absolvieren. In seiner Heimat gilt er als bester kroatischer Fußballer aller Zeiten und steht sinnbildlich für die äußerst erfolgreiche Ära der letzten Jahre. 2018 führte Modric seine Mannschaft bis ins WM-Finale gegen den späteren Sieger Frankreich, in Katar sicherte man sich im Spiel um Platz 3 gegen Marokko erneut eine Medaille. Diesmal zählt die etwas in die Jahre gekommene Mannschaft zwar eher zu den Außenseitern, wird aber alles daran setzen, der Gallionsfigur einen würdigen Abschied zu bereiten.
Manuel Neuer, 40 Jahre, Deutschland
Eigentlich hatte Manuel Neuer seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft bereits beendet, nun folgt das spektakuläre Comeback. Kurz vor der WM holte Bundestrainer Julian Nagelsmann den Weltmeister von 2014 zurück in sein Team und ernannte ihn trotz Verletzungssorgen zur Nummer eins für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

Die anstehende Weltmeisterschaft wird nun definitiv das Ende von Neuers DFB-Laufbahn markieren, die neue Generation um Jonas Urbig und Noah Atubolu scharrt mit den Hufen. Vom Fußball hat der frühere Schalker allerdings noch nicht genug. Im Mai verlängerte der Routinier seinen Vertrag beim FC Bayern um ein weiteres Jahr bis 2027.
Auch sie könnten zum letzten Mal bei einer WM dabei sein
Neben diesen fünf prägenden Ikonen des Fußballs werden weitere große Namen ihren letzten WM-Tanz bestreiten. Mohamed Salah ist mit Ägypten dabei und wäre in vier Jahren bereits 38 Jahre alt. Das gilt auch für Belgiens Regisseur Kevin de Bruyne. Torhüter Guillermo Ochoa gehört beim Weltturnier seit der WM 2006 zum Inventar, der 40 Jahre alte Mexikaner hat aber bereits sein Karriereende angekündigt. Schalke-Stürmer Edin Dzeko wird seine Laufbahn wohl fortsetzen, dass er mit 40 Jahren eine weitere Weltmeisterschaft mit Bosnien und Herzegowina bestreiten wird, kann jedoch ausgeschlossen werden.
Auch Riyad Mahrez (35, Algerien), Romelu Lukaku (33), Axel Witsel (37, beide Belgien), N’golo Kante (35, Frankreich), Ivan Perisic (37, Kroatien), Virgil van Dijk (34, Niederlande), Sadio Mané (34, Senegal), James (35, Kolumbien), Granit Xhaka (33, Schweiz) und Casemiro (34, Brasilien) werden bei der WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko nicht mehr zum Kader zählen. Ihre erste und wohl auch letzte Weltmeisterschaft bestreiten die österreichischen Urgesteine David Alaba (34) und Marko Arnautovic (37).

