Kurz vor dem Beginn der WM droht der FIFA neuer Gegenwind. In der Kritik steht das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada ohnehin schon.
Am Donnerstag startete die Kampagne „Reboot FIFA“, die von der Interessenvertretung FairSquare geleitet wird. Diese hatte die FIFA schon bei der letzten WM in Katar scharf kritisiert. Wie der englische Guardian schreibt, ruft die Kampagne dazu auf, sich der größten Einzelbeschwerde gegen das Verhalten der FIFA und ihrer Funktionäre anzuschließen. Nach dem Turnier in Nordamerika soll die Beschwerde bei der Ethikkommission des Weltverbandes eingereicht werden.
„Die Menschen sind zu Recht wütend und frustriert über eine Reihe von Problemen, von den exorbitanten Ticketpreisen für die Weltmeisterschaft bis hin zur Vergabe des Friedenspreises an einen Mann durch die FIFA, der anschließend einen illegalen Krieg gegen einen WM-Teilnehmer begann“, erklärte Nick McGeehan, der als Direktor für FairSquare tätig ist: „Diese Kampagne zielt darauf ab, diese Wut zu kanalisieren und effektiv zu nutzen, um den nötigen politischen Druck aufzubauen und so einen echten Wandel bei der FIFA zu erzwingen.“
FairSquare-Boss kritisiert FIFA und nimmt DFB in die Pflicht
Als einer der ersten Verbände schloss sich der norwegische NFF um Präsidentin Lise Klaveness der Kampagne an. „Die norwegische Reaktion folgte offensichtlich der Forderung der Vereine und einem klaren Mandat – das ist anderswo bisher nicht passiert. Wir sind noch nicht auf andere Verbände zugegangen, aber das wäre sinnvoll; sie haben bislang nicht die nötige Kritik erhalten“, sagte McGeehan im SID-Interview.

Gleichzeitig nahm er den DFB in die Pflicht: „DFB-Präsident Bernd Neuendorf sitzt im FIFA-Council und gehört zu denen, die einräumen, nicht konsultiert worden zu sein. Das wirft ernste Fragen auf: Warum protestieren Sie nicht gegen die Preisvergabe oder die fehlende Konsultation? Und warum sitzen Sie in einem Gremium, das den FIFA-Präsidenten nicht ordnungsgemäß kontrolliert?“

