England Premier League Awards

Advantage Liverpool – No Kane, no Problem

16. April 2019
Chris McCarthy

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Advantage Liverpool – No Kane, no Problem

7 Awards – Premier League | Der große Sieger des 34. Spieltags ist zweifelsohne der FC Liverpool. Warum, und was die anderen Partien für Erkenntnisse lieferten, behandeln wir in unseren 7 Awards.

“Advantage Liverpool” – Award: FC Liverpool

Dank eines Doppelschlags zwischen der 51. und 53. Minute, darunter ein Weltklasse-Tor von Mohamed Salah, konnte der FC Liverpool sich im Spitzenspiel des 34. Spieltags mit 2:0 gegen den FC Chelsea durchsetzen und die Tabellenführung der Premier League zurückerobern.

Wie schon in den Spielen gegen Southampton und Tottenham, war der Sieg für die Reds lange Zeit ein hartes Stück Arbeit. Die Blues lieferten eine couragierte und disziplinierte Leistung, ließen allerdings in der Offensive die letzte Durchschlagskraft und ein Quäntchen Glück vermissen. Ganz egal, Liverpool hat nach diesen drei unangenehmen Gegnern neun Punkte mehr auf dem Konto und genau das könnte im engen Titelrennen den Unterschied machen.

Anders als Manchester City, hat Liverpool alle Top-Sechs-Gegner bereits hinter sich und somit ein relativ entspanntes Restprogramm vor sich. Die Cityzens können mit zwei Punkten Rückstand, dafür aber einem Spiel weniger auf dem Konto, den Titel aus eigener Kraft verteidigen. Doch aufgrund der bevorstehenden Aufgaben, u.a. gegen Manchester United und Tottenham, kristallisiert sich in den letzten Wochen der Saison ein klarer Vorteil für die Reds heraus. Advantage Liverpool.

“Erleichtert” – Award: Pep Guardiola 

Selbst ein Trainer wie Pep Guardiola hat Angstgegner. Dazu durfte sich, zumindest für die Verhältnisse des Spaniers, zuletzt auch Crystal Palace zählen. Die letzten zwei Duelle gegen die Eagles konnten nicht gewonnen werden, darunter das 2:3 nach Führung im heimischen Etihad in der Hinrunde. Nur gegen Everton (3) and Borussia Mönchengladbach (4) hat Guardiola in seiner Trainer-Karriere längere Serien ohne Sieg vorzuweisen.

Nach dem bequemen aber am Ende unnötig knappen 3:1 Sieg gegen Crystal Palace wird Pep gleich doppelt erleichtert sein. Die Cityzens, die ihre Dominanz zunächst nicht in Toren ausdrücken konnten und nach dem 1:2 Anschlusstreffer von Luka Milivojević zehn Minuten zittern mussten, konnten nicht nur die Negativserie ihres Trainers beenden, sondern Liverpool dicht auf den Fersen bleiben.

“Ja ist denn heute schon Weihnachten”-Award: FC Arsenal 

“Ja ist denn heute schon Weihnachten?”, das wird sich der FC Arsenal am Montagabend in Watford gedacht haben. Die Gunners, nur drei Siege in den letzten 15 Auswärtsspielen und in der Fremde noch ohne weiße Weste, wurden in der Anfangsviertelstunde nämlich gleich doppelt von den Hornets beschenkt.  

Zunächst vertändelte Keeper Ben Foster völlig fahrlässig den Ball, sodass er bei seinem Klärungsversuch nur noch den heranstürmenden Pierre-Emerick Aubameyang anschießen konnte. Der Abpraller landete im Tor: 0:1 nach zehn Minuten. Nur 60 Sekunden später das nächste Geschenk. Kapitän Troy Deeney brachte Watford durch seinen scheinbar zu aggressiven Arm-Einsatz im Zweikampf mit Lucas Torreira in Unterzahl. 

Die offensiv verschwenderischen Gunners taten sich schwer, die Geschenke der Gastgeber anzunehmen, konnten nach einer nervösen Schlussviertelstunde trotzdem den unnötig knappen 1:0 Sieg über die Zeit retten. Arsenal kehrt somit zurück auf Platz vier. 

(Photo by Henry Browne/Getty Images)

“No Kane – no Problem” – Award: Tottenham 

Man würde meinen, dass eine Mannschaft gewaltige Probleme haben würde, wenn der mit Abstand beste Spieler ausfällt. Gerade die Spurs, die nicht den breitesten Kader vorzuweisen haben, sollten ohne adäquaten Ersatz die Verletzung eines Harry Kane kaum bewältigen können.

2018/2019 ist das jedenfalls nicht der Fall. Alle fünf Spiele in den der Engländer nicht zur Verfügung stand, wurden gewonnen, so auch die Partie gegen Huddersfield am Samstag (4:0). Eine Statistik, die bei der Verteidigung der “Top-Four”-Platzierung Hoffnung geben sollte, fällt Harry Kane doch bis Saisonende aus. 

“Ein Hauch Mourinho” – Award: Ole Gunnar Solskjaer

Seit dem 28. März ist die Tinte trocken. Ole Gunnar Solskjaer hat sich mit Hilfe der tollen Ergebnisse für ein festes Engagement als Trainer von Manchester United empfohlen. Doch trotz der Resultate (16 Siege in 23 Pflichtspielen) gab und gibt es Zweifel.

Die letzten Wochen unter der Leitung des Norwegers waren rein leistungstechnisch nämlich alles andere als überzeugend. Auf die erste Premier-League-Niederlage seiner Amtszeit (0:2 gegen Arsenal) folgte ein glücklicher Sieg gegen Watford und zwei Niederlagen gegen Wolverhampton (je 1:2), eine davon das Pokalaus. 

Die Vorstellung gegen den FC Barcelona im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League vergangenen Mittwoch war insgesamt ganz in Ordnung, die gegen West Ham am Samstag allerdings weniger. Dank einer großen Prise Spielglück, zweier Elfmeter-Tore von Paul Pogba und trotz lediglich 44% Ballbesitz im eigenen Stadion, konnten die Red Devils das Spiel mit 2:1 für sich entscheiden.

Am Samstag lag im Old Trafford ein Hauch Mourinho in der Luft. Hätte jedoch der Portugiese an der Seitenlinie gestanden, wäre die Kritik an der auffällig passiven Leistung wohl deutlich lauter ausgefallen. Solskjaer und seine Mannschaft müssen sich allmählich wieder steigern…

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

“Abstiegsangst” – Award: Brighton & Hove Albion 

Schon vor einem Monat betrug der Vorsprung Brightons auf die Abstiegsränge fünf Zähler. Daran hat sich nichts verändert. Die Stimmung an der Südküste dagegen hat sich dramatisch verschlechtert. 

Die Gründe dafür sind das verlorene Sechspunktespiel gegen Southampton und vor allem die desolate Leistung bei der 0:5 Heim-Schmach gegen Bournemouth. Der Leistungstrend zeigt eindeutig in die falsche Richtung und obwohl die Seagulls weniger Spiele auf dem Konto haben als die Konkurrenz, wird in Brighton nochmal große Abstiegsangst breit. 

Das Restprogramm ist alles andere als vielversprechend. Den Anfang macht das direkte Abstiegsduell heute gegen Cardiff:

 

“Heimschwäche” – Award: Leicester 

Nach vier Siegen in Serie mussten Brendan Rodgers und Leicester City am Freitag mal wieder ein Niederlage hinnehmen. Die Foxes verloren zuhause mit 0:1 gegen Newcastle. Natürlich zuhause, denn in der laufenden Saison hat der Meister von 2016 eine ungewohnte Heimschwäche entwickelt.

Die Niederlage gegen die Magpies war 2018/2019 bereits die achte Niederlage im King Power Stadium. Seit der Eröffnung des Stadions 2002 hat Leicester in einer Premier-League-Saison hier noch nie so oft verloren. 

Chris McCarthy

(Photo CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

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