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Bundesliga | Das Murmeltier grüßt in München, Fortuna zaubert und der Check von Abraham

10. November 2019
Manuel Behlert

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Bundesliga | Das Murmeltier grüßt in München, Fortuna zaubert und der Check von Abraham

Der 11. Spieltag der Bundesliga schrieb wieder einmal einige Geschichten! Das Topspiel zwischen Bayern und Dortmund war der erste Auftritt von Hansi Flick als Cheftrainer des Rekordmeisters in der Liga, Schalke und Düsseldorf lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, der Effzeh steht vor dem Chaos und am Sonntag boten Topteams Topleistungen!

Reißleine-Award: 1. FC Köln & Mainz 05

Bereits vor dem 11. Spieltag war klar, dass es bei den Spielen in Köln und Mainz auch um den Job des Trainers der Heimmannschaft gehen wird. Beide Mannschaften verloren ihr Spiel am Wochenende, beide Vereine zogen die Reißleine und trennten sich vom Trainer. Am Samstagmorgen, einen Tag nach der 1:2-Niederlage des Effzeh gegen die TSG Hoffenheim, wurde Achim Beierlorzer entlassen, am Sonntag, also einen Tag nach dem 2:3 der Mainzer gegen Union, bestätigte der Verein die einvernehmliche Trennung von Sandro Schwarz. Beide werden nun in der Länderspielpause nach einer neuen Lösung suchen.

Spielkultur-Award: Fortuna Düsseldorf

Am Samstagnachmittag spielte Fortuna Düsseldorf beim FC Schalke 04 und das Spiel war durchaus sehr unterhaltsam. Schalke 04 ging dreimal in Führung, dreimal glich Fortuna aus. Nicht nur das ist erwähnenswert, sondern auch, dass der erfahrene Rouwen Hennings gleich alle drei Treffer erzielte. Beeindruckend war aber vor allem, wie Fortuna Düsseldorf die Treffer 2 und 3 erzielte. Beim 2:2 spielte man sich hervorragend aus der Defensive nach vorne, nutzte die Lücken der Schalker Defensive und sorgte dafür, dass Hennings den Konter nur noch abschließen musste. Beim 3:3 kombinierte sich Fortuna am Strafraum der Schalker sehenswert durch, Ayhan lupfte den Ball sensationell über die Verteidiger und Hennings blieb cool. Die Düsseldorfer, die in vielen Spielen nicht gerade durch diese Glanzpunkte in fußballerischer Hinsicht auffielen, wussten zu begeistern und verdienten sich dadurch auch den Punkt.

Vaterglück-Award: Patrick Herrmann

Für Patrick Herrmann läuft derzeit nahezu alles rund. Der Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach wurde zuletzt erstmals Vater, aber nicht nur privat, sondern auch sportlich sind die Schlagzeilen positiv. Das stellte Herrmann auch gegen Werder Bremen unter Beweis, als er für Borussia Mönchengladbach der spielentscheidende Mann war.

 (Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Herrmann war sehr beweglich, immer anspielbar, reagierte beim 2:0 blitzschnell und nutzte seine Chance, schloss später trocken und präzise zum 3:0 ab und hatte noch weitere gute Offensivaktionen. Die Länderspielpause kommt für Herrmann auch nur deswegen recht, weil er nun Zeit mit der Familie verbringen kann!

“Und täglich grüßt..”-Award: Der BVB in München

Am Samstagabend stand das Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund auf dem Programm. Die Vorzeichen zu deuten war wohl selten so kompliziert, wie vor diesem Spiel, denn der FC Bayern hatte einen neuen Trainer und entsprechend neue Impulse, beim BVB war die Frage, ob nun die positiven Elemente aus der 2. Halbzeit gegen Inter überwiegen, oder die Probleme aus der ersten Halbzeit. Im Endeffekt siegte der FC Bayern souverän mit 4:0 und für den Gast aus Dortmund ereignete sich ein deja-vu. Denn in den letzten Jahren verlor Dortmund immer in München, häufig auch sehr hoch, völlig unabhängig von der Form vor diesem Gipfeltreffen. Dass es auch diesmal zu einer Niederlage kam, war vor allem in der Höhe durchaus überraschend. Die Serie setzte sich jedenfalls fort.

“Leise, still und heimlich”-Award: TSG Hoffenheim

Zu Saisonbeginn musste Alfred Schreuder bei der TSG Hoffenheim einige Änderungen vornehmen und einige Spieler ersetzen, die in den Jahren zuvor zu den Leistungsträgern zählten. Schreuder hatte Probleme, die Mannschaft ebenso – und nach wenigen Wochen sahen die Medien bereits eine Trainerdiskussion aufkommen. Die TSG blieb geduldig – und wurde belohnt. In den letzten Wochen spielte Hoffenheim gar nicht völlig anders als zu Beginn der Saison, die Strukturen waren aber vorhanden, die Abstimmung innerhalb der Mannschaft passte und Fehler wurden schnell ausgebügelt.

 (Photo by Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images)

Die Folge: Die Kraichgauer haben es geschafft sich klammheimlich in den Bereich der Champions League zu manövrieren! Fünf Siege in Folge sprechen in dieser engen Bundesliga eine klare Sprache!

Arbeitssieg-Award: Bayer Leverkusen & FC Augsburg

Viele Spiele an diesem Wochenende waren durchaus sehr unterhaltsam, phasenweise sogar spektakulär. Für die Partie des FC Augsburg am Samstagnachmittag in Paderborn galt das nicht. Der FCA profitierte von einem schönen Freistoßtreffer von Philipp Max und davon, dass Paderborn-Profi Gjasula einen Elfmeter nicht verwandeln konnte. Ansonsten ist die Geschichte des klassischen Arbeitssiegs schnell erzählt: Viele Zweikämpfe, viele Ungenauigkeiten, viele, schon im Ansatz vergebene Chancen. Das Spiel von Bayer Leverkusen in Wolfsburg war über weite Strecken auch nicht so hochklassig, wie man das erwarten konnte. Die Werkself setzte sich mühsam mit 2:0 durch, nach einem Bellarabi-Treffer, der sich durch die Abwehr tankte, erhöhte Paulinho kurz vor dem Ende nach einem Konter auf 2:0. Fußballerische Glanzpunkte wurden aber kaum gesetzt.

“Unrühmliches Ende”-Award: David Abraham vs. Freiburg

Zum Abschluss des Spieltags stand das Spiel zwischen dem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt auf dem Programm. Und auch wenn die 90 Minuten sportlich einiges hergaben, wird man im Nachgang fast nur über die Szenen kurz vor dem Abpfiff sprechen. Die SGE lag mit 0:1 hinten, der SCF klärte einen Ball, der dann in das Seitenaus ging. David Abraham wollte den Ball holen, Freiburg-Coach Streich ließ den Ball an sich vorbeirollen und Abraham sorgte mit einem Bodycheck gegen Streich, der aufgrund der Wucht dieses Checks zu Boden ging, für Aufregung. Die gesamte Bank der Freiburger sprang auf, Vincenzo Grifo, der im Nachgang wie auch Abraham die rote Karte sah, fuhrwerkte eben jenem Abraham im Gesicht herum und wird ebenfalls eine Sperre erhalten. Der gesamte Frust von Abraham nach einer eigentlich guten zweiten Halbzeit entlud sich in einer Situation – und wird sicher noch ein Nachspiel haben.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

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