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Bundesliga | Harit dreht auf, Werder-Lazarett und “Mentalitätsscheiße”

24. September 2019
Manuel Behlert

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Bundesliga | Harit dreht auf, Werder-Lazarett und “Mentalitätsscheiße”

Der 5. Spieltag der Bundesliga ist vorüber und wieder einmal hält Deutschlands höchste Spielklasse einiges an Gesprächsstoff bereit. Amine Harit ist wieder der “Alte”, Robert Lewandowski kameradschaftlich und bei Werder gehen die Spieler aus. Der Blick zurück!

Kameradschafts-Award: Robert Lewandowski

Manchmal sind es die kleinen Gesten, die eine große Wirkung haben. Als der FC Bayern München am Wochenende gegen den 1. FC Köln bereits mit 2:0 führte, hatte Robert Lewandowski bereits doppelt getroffen. Der Rekordmeister bekam einen Elfmeter zugesprochen und alles sah danach aus, als würde der Pole es sich nicht nehmen lassen den Hattrick zu erzielen. Doch Lewandowski gab den Ball an Neuzugang Philippe Coutinho weiter, der bis dato ein starkes Spiel absolvierte. Der Brasilianer bedankte sich und musste gleich zweimal antreten, weil der erste Elfmeter wiederholt werden musste. Doch beide Male behielt Coutinho die Nerven und sorgte somit für sein erstes Erfolgserlebnis als Spieler des FC Bayern.

“Aufdreh”-Award: Amine Harit

Seine erste Saison in der Bundesliga war phasenweise spektakulär, die zweite das genaue Gegenteil. Ungewissheit machte sich breit, als man vor der Saison über Amine Harit, seine Qualitäten und seine Einsatzzeiten in dieser Saison sprach. David Wagner vertraute dem Typ Straßenfußballer, der Situationen auf engstem Raum lösen kann und als Ideengeber im Offensivbereich glänzt. Und er vertraute ihm zurecht. Schon in Paderborn zeigte Harit hervorragende Bewegungsabläufe, gegen Mainz 05 entschied er das Spiel am Freitagabend. Harit legte nicht nur das Tor von Serdar auf und sorgte mit Dribblings, Pässen und Ideen für Kreativität, er übernahm auch kurz vor dem Ende beim Stand von 1:1 Verantwortung und schoss den Ball mit dem Außenrist zum Siegtreffer ins Netz. Harit dreht auf!

Solo-Award: Javairo Dilrosun

(Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Hertha BSC durchlebte einen sehr schwierigen Saisonstart. Die Mannschaft setzt das, was Trainer Covic von ihr verlangt, noch nicht um und in allen Mannschaftsteilen gilt es Dinge zu verbessern. Mehr offensive Durchschlagskraft erhoffte man sich in der Hauptstadt von Javairo Dilrosun, der auch einmal mit einem Dribbling für Furore sorgen kann. Und eben das machte der Youngster auch im Spiel gegen den SC Paderborn. Auch wenn die Leistung des Hauptstadtklubs insgesamt sehr dürftig war, Dilrosun war ein permanenter Unruheherd und erzielte das 1:0 in unnachahmlicher Manier – per Sololauf, natürlich.

Lazarett-Award: Werder Bremen

Ein wenig Verletzungspech im Fußball kommt immer mal wieder vor. Vereine sind mal häufiger, mal weniger betroffen und das Lazarett einzelner Verein ist mal groß, mal weniger groß. Doch was Werder Bremen dieser Tage erlebt, ist eine riesengroße Katastrophe. Das Lazarett Werder ist enorm groß, mit Milos Veljkovic, Ömer Toprak, Niklas Moisander, Ludwig Augustinsson, Kevin  Möhwald, Yuya Osako, Fin Bartels und Niclas Füllkrug fehlen Werder derzeit zahlreiche wichtige Spieler. Außerdem waren Spieler wie Bargfrede oder Rashica, die gegen Leipzig schon zum Kader zählten, zuvor außer Gefecht und sind bei Weitem nicht bei 100 % Spielfitness. Trotzdem zog sich Werder achtbar aus der Affäre, zumindest bis zum nächsten Spiel sollte der ein oder andere Akteur wieder fit sein.

Ausgerechnet-Award: Florian Niederlechner

Wenn Spieler gegen ihre Ex-Vereine spielen, dann treffen diese überdurchschnittlich häufig das Tor. Ist das wirklich so, oder wird es nur überdurchschnittlich häufig hervorgehoben? Wie auch immer: Am Samstag spielte der SC Freiburg zuhause gegen den FC Augsburg und Florian Niederlechner. Der Stürmer wechselte nach einigen Jahren in Freiburg zum FC Augsburg und unterstrich zu Saisonbeginn bereits seine Präsenz im Offensivdrittel. Und es kam, wie es kommen musste: Beim 1:1 am Wochenende bei seinem ehemaligen Arbeitgeber im Breisgau erzielte Niederlechner den Treffer für die Fuggerstädter.

“Mentalitätsscheiß”-Award: Marco Reus

Der ein oder andere Sky-Moderator ist durchaus dafür bekannt, nach dem Spiel zumindest etwas provokante Interviews zu führen. Zu einem solchen Interview kam es auch, als Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt zweimal eine Führung hergab und am Ende nur 2:2 spielte. „Boah, das geht mir so auf die Eier mit euch, mit eurer Mentalitätsscheiße. Ganz ehrlich!“, platzte es aus Marco Reus heraus, nachdem er gefragt wurde, ob es an der nötigen Mentalität fehlte. Man konnte Reus durchaus anmerken, dass er unzufrieden mit der eigenen Leistung, aber auch mit der des gesamten Teams war. Er resümierte überdies: “Wir ziehen es irgendwie nicht bis zum Ende durch, aber das hat nichts mit Mentalität zu tun. Kommt mir bitte nicht immer mit Mentalität.”

Ungeschlagen-Award: VfL Wolfsburg

Unter Bruno Labbadia hat sich der VfL Wolfsburg in der Vorsaison einigermaßen stabilisiert. Oliver Glasner, der neue Trainer der “Wölfe”, wollte diese Stabilisation zum Anlass nehmen, um eigene Ideen einzubringen, das Spiel weiterzuentwickeln. Die ersten Wochen des VfL Wolfsburg sind durchaus positiv zu beurteilen. Im Montagsspiel gegen eine durchaus nicht schlechte TSG Hoffenheim hatte der VfL einige Probleme, blieb dank eines sehr guten Moments von Admir Mehmedi aber weiterhin ungeschlagen. Das 1:1 sorgt nicht gerade für Jubelstürme, der Weg des VfL ist aber definitiv positiv zu beurteilen, Platz acht, neun Punkte und ein Sieg in der Europa League können sich sehen lassen.

(Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

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