„Nicht unbedingt eine Glanzleistung von uns“ – Die Stimmen zu Fürth-Bayern

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News | 3:1 gewann der FC Bayern am Ronhof in Fürth. Nach 93 intensiven Minuten nahmen sich die Protagonisten Zeit für die Fragen bei DAZN.

Kimmich unzufrieden, Müller mahnt zu mehr Genauigkeit

Thomas Müller, Joshua Kimmich sowie ein Eigentor von Sebastian Griesbeck besiegelten den 3:1-Sieg, Cédric Itten verkürzte für das Kleeblatt. Kurz nach Wiederbeginn sah Benjamin Pavard nach hartem Einsteigen gegen Ex-Münchener Julian Green die rote Karte. Nach der Partie stellten sich die Protagonisten bei DAZN den Fragen.

Die Stimmen im Überblick:

Julian Nagelsmann (FC Bayern): Die rote Karte hat eine größere Tragweite (als das Gegentor) für die nächsten, weiß nicht wieviele Spiele er (Benjamin Pavard) kriegt. Ich hoffe, zwei. Also, maximal zwei wären gut. Wir haben in der Pause genau so eine Szene angeguckt, wo wir gute Bälle in die rote Zone spielen können und dann in der Situation, anders, als in der ersten Halbzeit oft, auch einen guten Anschluss haben von Josh (Kimmich) auf der Sechs, Lewy spielt den Ball dann mit einem Kontakt, anstatt auf Josh. Und dann haben wir hinten ein Anschlussverhalten, was nicht so gut ist, wo wir ein bisschen träge sind. Und dann sind die Räume auf einmal groß. Dann war die Grätsche auch nicht zwingend notwendig. Ich glaube, wir können es auch so noch verteidigen. Ich würde mir wünschen, dass er (Süle) sofort Anschluss hat, dann sind wir im Gegenpressing in einer gefährlichen Situation. Am Ende darf er nicht mehr raus, das ist richtig. Ich habe die Szene vorher noch nicht gesehen, das ist gerade das erste Mal und da kann man schon Rot geben. Das geht auf die Achillessehne, das ist meist nicht so eine gute Zone, um zu grätschen.

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Zu seiner gelben Karte: Ja, die war unberechtigt. Weil der Ball nicht im Aus war. Und es war Handspiel von Dudziak. Und das ist auch Fakt so. Ich krieg ja glaube ich keine Geldstrafe bei Gelb. Wenn er mich auf die Tribüne geschickt hätte, hätte es mich geärgert, aber so…

Thomas Müller (FC Bayern): Wenn man uns spielen sieht, dann sieht das teilweise ganz gut aus. Natürlich haben wir wieder drei Tore gemacht und wir hatten auch eine gute Einstellung. Wir waren sehr seriös, haben gute Sachen gespielt. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, hatten wir in der ersten Halbzeit, obwohl wir viel Ruhe hatten im Aufbau, wenn wir in den Zwischenraum gekommen sind, haben wir einen Tick zu wenig draus gemacht. Gerade eben den angesprochenen Raum vor der Box. Wenn Lewy als Stürmer die Verteidiger mit reinnimmt in den Fünfmeterraum und wir den Ball da anspielen, dann haben wir da eigentlich zu viele Chancen durch schlechte Kontakte, einen halben Meter links, einen halben Meter rechts, zwei super Konterchancen haben wir verdaddelt. Und das ist dann ein bisschen ärgerlich. Aber klar, wenn du in Unterzahl bist, dann ist es ein anderes Spiel. Wenn du dann trotzdem das 3:0 machst, dann gibt dir das ein gutes Gefühl.

zu seinem Treffer: Phonzie hat ein immer besseres Auge mittlerweile für den Raum, für die Spieler, die da sind. Er kann sein Tempo gut nutzen. Der Ball wird natürlich punktgenau serviert und ich hab ihn dann reingeschoben. Genauigkeit vor Härte, vielleicht ein kleines Bisschen Glück, dass er durch die Beine geht. Aber ich wollte ihn schon gegen die Laufrichtung. Deshalb hat es mich sehr gefreut, zu treffen.

Joshua Kimmich (FC Bayern) Ich würde sagen, dass es nicht unbedingt eine Glanzleistung von uns war. Ich denke, wir hatten es eigentlich auch in Unterzahl unter Kontrolle. Wir haben versucht hinten rauszuspielen, da ist uns auch schon in der ersten Halbzeit der ein oder andere Fehler passiert. In der zweiten Halbzeit hatten wir den ein oder anderen Fehler zuviel. Somit haben wir die Fürther immer wieder eingeladen, hatten dann auch einige Standardsituationen, auch Eckbälle. Am Ende haben wir das dann aber trotzdem verdient gewonnen.

zu seinem Treffer: Also, klar wollte ich den rechts unten einschieben. Dass er dann so reingeht, ist dann ganz gut.

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„Hätten nach der Unterzahl mehr machen können“ – Fürth hadert mit sich selbst

Sebastian Griesbeck (Fürth): Wir gehen mit 0:0 ins Spiel, so startet jedes Spiel. In dem Moment haben wir einen Punkt. Wir haben versucht, das 0:0 so lange wie möglich zu halten. Das hat nicht so gut funktioniert. Dann läufst du natürlich hinterher, gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Trotzdem haben wir es insgesamt nicht so schlecht verteidigt. Zwei dumme Weitschusstore, wo wir die Ordnung im Rückraum nicht ganz haben. Dann die Standardsituation, wo ich rumstochere mit Lewandowski. Dumm, weil wir in Überzahl sind und dann wäre vielleicht die Chance gewesen, zurückzukommen.

zu seinem Eigentor: Positionskampf. Ich versuche, vor Lewandowski an den Ball zu kommen und der geht dann ins eigene Tor. Ist dann natürlich dumm, sollte nicht passieren. Da muss ich eine bessere Position haben und versuchen, den Ball gescheit zu klären.

Sascha Burchert (Fürth): Unterschiede kann man viele aufzählen, wenn man gegen so eine Mannschaft spielt. Aber ich glaube, wir haben versucht, es von Anfang an aktiv zu gestalten, nicht zu abwartend. Wir haben versucht, sie vor Probleme zu stellen. Ist dann natürlich bitter, dass das erste Tor ein Konter ist. Das ist das, was man vermeiden muss, wenn man versucht, eine Ballbesitzmannschaft vor Probleme zu stellen. Dann ist ein Kontertor sehr ärgerlich.

Auf die Frage, ob Köln und Bochum realistischere Gegner sind, um Punkte zu holen, um hinten wegzukommen: Ja, kurz und knapp, ja. Wir brauchen Punkte. Aber trotzdem wiederhole ich mich: Wir brauchen die Intensität von heute und dass jeder von der Laufbereitschaft und vom Einsatz so abliefert, wie heute. Und dann ist in Köln was möglich, zuhause gegen Bochum was möglich. Von daher: Wir sind positiv, wir haben versucht, die Zuschauer heute mitzunehmen, in jedem Zweikampf, in jedem Duell. Und ich denke, das können wir auch nächste Woche mit nach Köln nehmen.

Stefan Leitl (Fürth): Es war wieder eine deutliche Leistungssteigerung zu den vergangenen Wochen. Ich glaube wir haben gegen Wolfsburg (0:2) den ersten Schritt gemacht, gegen Hertha (1:2) den zweiten, heute gegen eine Weltklassemannschaft, ich glaube man hat an der Aufstellung erkannt, dass sie uns nicht unterschätzt haben, sie haben alles auf den Platz gebracht, was sie haben. Und trotzdem hatten wir viele gute Pressingmomente, waren mutig. Das, was wir uns vorgenommen haben. Am Ende eine kleine Kritik an meine Jungs, wir waren lange in Überzahl und da hätten wir sicherlich heute mehr draus machen können.

 



 

Zum abermaligen Eigentor: Es war nicht so, dass sie uns auseinandergespielt haben. Gerade das zweite Tor, ein Schuss außerhalb des Sechzehners, wo wir einen Tick zu spät kommen. Wir haben immer gesagt, wir wollen aus der Kompaktheit diese Pässe eben attackieren, das ist uns dort nicht gelungen. Aber das dritte Tor ist natürlich extrem bitter. Wieder eine Standardsituation, die wir einfach besser verteidigen müssen.

zum Tor durch Cédric Itten: Erstmal die Einwechslung. Mich freut es persönlich für Timmy (Tillman), er kommt ja auch von Bayern München, dass ihm dieser Assist gelungen ist. Aber die Ruhe dann in der gegnerischen Hälfte, dass wir Fußball spielen können, haben wir glaube ich bewiesen. Wir sind mutig vorne geblieben und haben das gut ausgenutzt. Was sehr gut ist, ist die Boxbesetzung. Beide Stürmer sind in der Box. Ich glaube, wir hätten noch die ein oder andere bessere Situation kreieren können, um so zum Abschluss zu kommen.

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Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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