Bundesliga | RB Leipzig dreht gegen Bochum erst spät auf

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News | Im Topspiel des 7. Spieltags empfing RB Leipzig den VfL Bochum. Es war ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Geschichten: Während die Gastgeber vor der Pause noch an sich selbst scheiterten, bekamen sie in den Schlussminuten doch noch einen 3:0-Sieg – nicht zuletzt dank Jesse Marschs Wechseln.

Bochum bemüht, RB verschwenderisch: Pfiffe zur Pause

Die Leipziger Saison steht wie der Langstreckenflieger auf der Startbahn. Allein, nach oben will es nicht gehen. Am Dienstag gab es eine 1:2-Heimniederlage gegen Brügge. Im Vergleich zu diesem Spiel tauschte Jesse Marsch viermal: Angeliño, Joško Gvardiol, Amadou Haidara und Tyler Adams begannen für Nordi Mukiele, Konrad Laimer und Dominik Szoboszlai. Kapitän Willi Orban fehlte aufgrund eines grippalen Infekts.

Der VfL Bochum trotzte dem VfB Stuttgart vergangenen Sonntag ein 0:0 ab. Zwei Wechsel nahm Thomas Reis vor: Etwas mehr Stabilität für das defensive Mittelfeld mit Robert Tesche und etwas mehr Dribbelstärke in vorderster Front mit Takuma Asano. Eduard Löwen und Sebastian Polter bekamen dafür Tickets am Spielfeldrand.

 



 

RB begann wie die Feuerwehr. 2. Minute, wie schon beim 6:0 gegen Hertha BSC täuschten Emil Forsberg und Angeliño bei einem Freistoß aus dem Halbfeld mehrmals an. Der Schwede flankte letzlich – und fand Joško Gvardiol. Der kroatische Nationalspieler beförderte die Kugel allerdings genau in die Arme von Manuel Riemann. Keine 60 Sekunden später brach Leipzigs Linksverteidiger durch, versuchte Riemann zu umkurven. Am Ende wurde der Winkel viel zu spitz, Erhan Mašović klärte auf der Linie. Der Spielzug lief weiter, Forsberg flankte von rechts erneut in die Box, wo Herbert Bockhorn Yussuf Poulsen zu Fall brachte, Robert Hartmann entschied umgehend auf Elfmeter. Nach Rücksprache mit Johann Pfeifer in Köln und eigener Betrachtung der Bilder nahm Hartmann seine Entscheidung zurück, weil Bockhorn zuerst den Ball spielte. Allerdings traf er Forsberg mit gestrecktem Bein. Eine klare Fehlentscheidung lag mitnichten vor.

Weiter ging der Vollwaschgang für den VfL, 8. Minute, Forsberg zog von der Strafraumkante ab, Riemann parierte. 11. Minute, Poulsen gewann den Zweikampf gegen Armel Bella Kotchap und bediente Forsberg. Leipzigs Nummer 10 fintierte einmal. Sein Abschluss streifte die Oberkante des Querbalkens. Bochums ersten Torschuss gab Elvis Rexhbecaj in Minute 13 ab. Es war keiner, der Péter Gulácsi vor größere Probleme stellte.

Auch Nkunku vergibt: RB Leipzig scheitert an sich selbst

Im Anschluss nahmen sich die Hausherren eine kleinere Auszeit – bis zur 28. Minute. Angeliño dribbelte sich bis an die Grundlinie durch und flankte butterweich in die Mitte. Dort köpfte Poulsen relativ klar am Tor vorbei. Nur eine Minute später steckte Kevin Kampl einen Freistoß perfekt durch die Gasse zum formstarken Christopher Nkunku. Frei vor Riemann vergab auch er. Der Querpass zu Yussuf Poulsen wäre die bessere Idee gewesen. Es war kaum zu glauben, dass RB Leipzig aus so vielen, nicht nur Chancen, sondern Großchancen, noch keinen eigenen Treffer erzielen konnte. Die Spannung, die im Klub, ob des schwachen Starts in die Saison mit drei Niederlagen in der Bundesliga und deren zwei in der Champions League herrschte, war spürbar. Immer wieder gab es dezente Pfiffe.

Nach 36 Minuten konnten die Bochumer, die sich in der Offensive zwar mutig, aber wenig durchschlagskräftig präsentierten, ihre erste bessere Chance verbuchen. Mit einem Doppelpass drang Anthony Losilla in den Strafraum ein. Der Versuch auf den linken Winkel ging am Pfosten vorbei. Bis auf eine Situation, in der Nkunku frei vor Riemann stand, den Ball aber nicht annehmen konnte, tat sich vor der Pause nichts mehr.

Es gab Pfiffe in der Red-Bull-Arena. RB Leipzig dominierte den Aufsteiger zwar nach Belieben, kam zu einer ganzen Reihe von Großchancen, stand sich dabei jedoch selbst im Weg oder spielte es zu kompliziert.

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Marschs Wechsel brechen den Bann: Leipzig besiegt Bochum klar

Ohne Wechsel ging es in Halbzeit zwei. RB Leipzig begann erstmal nicht so druckvoll, wie vor der Pause. Sie konzentrierten sich eher auf Momente. 55. Minute, Tyler Adams zog volley ab, Riemann parierte. Vier Minuten später wurde Christopher Nkunku im Strafraum zu Fall gebracht. Ein Pfiff seitens von Robert Hartmann blieb aus.

Photo by Alex Grimm/Getty Images

So traute sich der VfL Bochum auch selbst aus dem Körbchen. 65. Minute, Christopher Antwi-Adjei machte sich auf die Reise, wurde aber von Gvardiol stark gestoppt.  Wenig später wechselte Jesse Marsch zweimal und brachte Dominik Szoboszlai und André Silva für Emil Forsberg sowie Yussuf Poulsen. 70. Minute, Eckball Leipzig. Erster Ballkontakt Szoboszlai, Kopfball André Silva, ebenfalls mit dem ersten Ballkontakt – Tor. Gerade einmal 42 Sekunden standen die beiden auf dem Platz – und brachten RB Leipzig auf die Anzeigetafel.

Nun zeigte sich der Vizemeister wesentlich konsequenter. 184 Sekunden nach dem Führungstreffer steckte Torschütze Silva maßgenau für Christopher Nkunku durch – Tor. Wiederum nur fünf Minuten nach dem 2:0 spitzte Nkunku eine weite Gvardiol-Flanke von links an Manuel Riemann vorbei. Der Ball hatte genug Spin und drehte sich hinter die Linie – 3:0, Fußball kann manchmal so einfach sein. Und der vor der Pause vom Publikum noch geäußerte Unmut löste sich binnen kürzester Zeit buchstäblich in Wohlgefallen auf. Nun hüpfte das ganze Stadion und einer ging noch rein. Das war am Ende nicht der Fall, mit diesen drei Treffern war die Geschichte des letzten Topspiels vor der Länderspielpause auserzählt.

Es ist ein hochverdienter Sieg. Wenngleich RB in der ersten Halbzeit eher an sich selbst scheiterte, gaben die Wechsel Jesse Marschs nach der Pause den Ausschlag. 10 Punkte stehen für die Leipziger mittlerweile zu Buche, macht – vorbehaltlich des Ausgangs der Sonntagsspiele – Platz 7. Bochum bleibt auch nach diesem Spieltag mit vier Zählern Vorletzter, da Fürth am Freitagabend in Müngersdorf 1:3 unterlag.

Der Endstand aus der Red-Bull-Arena: RB Leipzig 3, VfL Bochum 0.

Photo by Alex Grimm/Getty Images

Victor Catalina

 

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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