Die große 90PLUS Afrika Cup Vorschau – Teil 2

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Am Samstag ist es endlich soweit, der Afrika Cup 2017 beginnt. Los geht es mit der Partie Gabun gegen Guinea-Bissau. Angestoßen wird um 17:00 in Libreville, Gabun. Damit ihr bis dahin auch gut informiert seid, wollen wir euch mit folgendem Text eine kleine Vorschau an die Hand geben.

Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil und den Gruppen C und D.

 

Gruppe C

Elfenbeinküste, Togo, DR Kongo, Marokko

Die Elfenbeinküste zählt nun schon seit Jahren zum engsten Favoritenkreis dieses Turnier, bei der letzten Ausgabe war es dann auch endlich soweit, die “goldene Generation” rund um die Toure-Brüder krönte sich selbst mit dem Titel. Nun treten sie an, um den Titel zu verteidigen, was ja, wie man sagt, noch schwerer ist, als den ersten Titel zu erringen. In diesem Falle trifft das sicherlich ganz besonders zu, denn das Team ist sicherlich nicht mehr so stark, wie 2015, allerdings im Vergleich zur Konkurrenz aber weiterhin eines der Stärksten.

Zwei Youngster sind dabei besonders im Auge zu behalten, Innenverteidiger Eric Bailly (22), der nach seinem Wechsel zu Manchester United seine Qualitäten auch auf höchstem Niveau nachweisen konnte und bestens einschlug, und Franck Kessie (20), der beim Serie A-Überraschungsteam Atalanta Bergamo für Furore sorgt und bereits von den ganz großen Teams gejagt wird. Dazu stehen natürlich noch weitere Stars aus Europa im Kader, in der Verteidigung sind das vor allem Serge Aurier (PSG) und Lamine Kone (Sunderland), im Mittelfeld sind es Nizzas Jean Seri und der Kapitän und Ex-Stuttgarter Geoffroy Serey Die. Aber vor allem ist es mal wieder der Angriff, der das Prunkstück darstellt, mit Wilfried Bony, Salomon Kalou, Max Gradel, Jonathan Kodjia und der Neuanwerbung Wilfried Zaha, der zuvor schon zwei Testspiele für die englische Nationalmannschaft bestritt. Insgesamt verfügt man damit über ausreichend Qualität, um um den Titel mitzuspielen, die stärkste Mannschaft im Turnier sind sie aber für uns nicht, in der Gruppe aber definitiv.

Das Team der Demokratischen Republik Kongo muss bei diesem Turnier leider auf ihren wohl größten Star verzichten, Evertons Flügelflitzer Yannick Bolasie fällt verletzungsbedingt leider aus, bedauerlicherweise sogar bis zu einem Jahr. Das ist natürlich ein herber Rückschlag, bedeutet aber auch, dass die anderen Starspieler mehr denn je gefordert sind. Das sind in erster Linie Innenverteidiger Chancel Mbemba (Newcastle) und Stürmer Cedric Bakambu (Villarreal). Dazu kommen noch ein paar Akteure die bereits auf gutem europäischen Niveau Erfahrungen sammeln durften, wie Marcel Tisserand (Ingolstadt), Youssouf Mulumbu (Norwich) und Dieumerci Mbokani, aber insgesamt fehlt es dem Team an der Qualität in der Breite und an Balance. Ein großer Pluspunkt ist aber eigentlich immer die gute Physis. Der Kongo wird sich, so vermuten wir, vor allem mit Marokko um Platz 2 in der Gruppe streiten.

Marokkos Mannschaft dürfte dagegen insgesamt etwas besser ausgeglichen sein, jedoch besteht eine große Gefahr, dass es vorne an Durchschlagskraft fehlt. Ein wirklicher Top-Stürmer, ein Torjäger, fehlt, was beim Afrika Cup in der Vergangenheit oft ein wichtiger war. Youssef El Arabi ist nominell der Mann, der diese Rolle am ehesten ausfüllen kann, bei seinem aktuellen Klub, Lekhwiya SC in Katar gelingt ihm das sehr gut (17 Tore in 12 Spielen), aber es ist eben Katar. Dahinter, im Mittelfeld ist man dagegen äußerst gut aufgestellt, Spieler wie Mbark Boussoufa, Mehdi Carcela-Gonzalez, Nabil Dirar, Faycal Fajr und Omar El Kaddouri stehen für großes technisches Vermögen und Spielstärke. Das Mittelfeld ist auf jeden Fall das größe Plus für Marokko. In der Verteidigung ist vor allem der Star der Mannschaft, Mehdi Benatia, gefragt, da sowohl seine Abwehrkollegen, als auch sein Keeper, nicht den höchsten Ansprüchen genügen. Zum ganz großen Wurf wird es demnach nicht reichen, aber es dürfte ein harter Kampf mit dem Kongo um Platz 2 werden. Auch wenn man mit Herve Renard einen wahren AFCON-Experten auf der Bank hat, der 48-jährige Franzose konnte das Turnier bereits zweimal (2011 mit Sambia und 2015 mit der Elfenbeinküste) gewinnen. Abschreiben sollte man sie also auf keinen Fall…

Abschreiben ist aber auch schon das Stichwort, dem Togo trauen wir bei diesem Turnier wenig zu. Ein Weiterkommen wäre eine faustdicke Überraschung. Auch hier sitzt ein Afrika Cup Experte auf der Bank, der 68-jährige Franzose Claude de Roy, auch er konnte das Turnier bereits gewinnen, aber das war im Jahr 1988, mit dem Kamerun. Zudem hat er auch nicht wirklich die Mittel, um bei diesem Turnier erfolgreich zu sein. Das Gesicht der Mannschaft ist nach wie vor Emmanuel Adebayor, der 32-jährige Stürmer verfügt zwar über eine gewisse Klasse, ist aber momentan vereinslos, demnach ohne Spielpraxis, und hat auch in den letzten Jahren deutlich abgebaut. Daneben stehen lediglich ein paar durchschnittliche Akteure, die in Europa aktiv sind, im Kader, darunter Dossevi, Romao, Ayite und Gakpe, sowie Düsseldorfs Ilhas Bebou. Damit wird nicht viel zu holen sein, für uns der klare Außenseiter in dieser Gruppe.

(Photo CARL DE SOUZA/AFP/Getty Images)

 

Gruppe D

Ghana, Mali, Ägypten, Uganda

Auch Ghana zählt, wie auch die Elfenbeinküste, natürlich immer zu den Favoriten auf den Titel, auch wenn der letzte Titel im Jahr 1982 gewonnen werden konnte. Grund dafür sind viele gute Individualisten und ein zumeist gut funktionierendes Kollektiv. Zuletzt war man ja auch sehr nah dran, musste sich aber im finalen Elfmeterschießen der Elfenbeinküste geschlagen geben. Dieses Jahr soll es aber endlich wieder was werden, aber zunächst muss man in einer starken Gruppe bestehen.

Die Basis bilden vor allem altbekannte Gesichter, die Ayew-Brüder, Andre und Jordan, Kapitän Asamoah Gyan, Emmanuel Badu, Mubarak Wakaso und Jonathan Mensah. Dazu kommen einige jüngere, vielversprechende Spieler, wie Schalkes Abdul Rahman Baba, Daniel Amartey, Atleticos Thomas und Franck Acheampong. Überraschenderweise ist auch Schalkes Bernard Tekpetey (19) dabei, der mit der Empfehlung von drei Bundesliga-Minuten und einem Europa League-Einsatz kommt. Auf ihn darf man sehr gespannt sein, falls er denn zum Einsatz kommt. Insgesamt sind die “Black Stars” aber sehr gut aufgestellt und sollten auch zum engeren Favoritenkreis gezählt werden.

Malis Team ist nominell dagegen deutlich schwächer aufgestellt, steht aber, wie eh und je, für ein äußerst physisches Spiel und ist für jeden Gegner sehr unangenehm zu bespielen. Ein Weiterkommen ist daher keinesfalls auszuschließen. Die größten Namen sind sicherlich Bakary Sako, der Flügelspieler von Crystal Palace, und Monacos Mittelfeldtalent Adama Traore. Dazu dürften den deutschen Lesern auch Bremens Sambou Yatabare ein Begriff sein, auch wenn der beim SVW zuletzt in die zweite Mannschaft verdrängt wurde. Der Mannschaft von Alain Giresse fehlen leider einige wichtige Akteure, wie Modibo Maiga und Cheick Diabate. Wir gehen davon aus, dass sie um Platz 2 in der Gruppe kämpfen werden.

Mit Ägypten haben sie allerdings einen harten Konkurrenten, der auch durchaus Platz 1 in der Gruppe erreichen kann, wenn man sich schnell findet. Der Rekordsieger (7 Mal) konnte gerade bei den Turniersiegen 2006, 2008 und 2010 vor allem auf eine sehr gute Organisation bauen, was gerade beim Afrika Cup DER Schlüssel zum Erfolg sein kann. Auch bei diesem Turnier ist es ihnen zuzutrauen, dass die Organisation gelingt. Dazu kommen dann noch einige exzellente Individualisten, besonders hervorzuheben sind dabei natürlich Mohamed Salah (AS Rom) und Mohamed Elneny (Arsenal). Dazu kommen die Routiniers, wie Ahmet Fathi und Ahmet Elmohamady und Top-Talent Ramadan Sobhi (19) von Stoke City, sowie Strümer Ahmed Hassan (Braga). Wir trauen Ägypten auf jeden Fall einiges zu, das Wort “Geheimfavorit” verbietet sich beim Rekordtitelträger naturgemäß…

Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf den klaren Außenseiter der Gruppe, Uganda. Ein Team ohne große Namen, ohne auch nur einen einzigen Spieler aus den großen Ligen und ohne große Erfahrung in diesem Wettbewerb. Kurz gesagt, vielleicht sind sie für eine Überraschung gut, vielleicht können sie zum Zünglein an der Waage in dieser Gruppe werden, aber wir trauen ihnen wenig zu und gehen klar von einem Ausscheiden in der Gruppenphase aus.

(Photo  MOHAMED EL-SHAHED/AFP/Getty Images)

 

Das war es von unserer Afrika Cup Vorschau, morgen geht´s dann ja auch schon los… Wir werden das gesamte Turnier natürlich begleiten, folgt uns einfach, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Christoph

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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