Djourous Abschied vom HSV naht: „Wollte im Januar weg“

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Er ging als Kapitän in die Saison, verlor aber zunächst die Binde, dann seinen Stammplatz. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, eine Trennung zeichnet sich ab. Jetzt macht sich der Schweizer Luft…

In einem Interview mit der „Aargauer Zeitung“ spricht der 66-malige Nationalspieler über seine Zukunft und über die jüngste Vergangenheit, in verblüffender Offenheit.

Über seine Zukunft äußerte er sich wie folgt:

Djourou: „Mal schauen. Sie wissen, wie ich das meine. Ich bin und bleibe Profi. Aber mir bleiben noch drei Monate Vertrag. Und ich habe weiterhin Angebote.“ [Aargauer Zeitung via Kicker]

Diese Aussage lässt im Grunde äußerst wenig Interpretationsspielraum zu, er wird den HSV, nach jetzigem Stand im Sommer verlassen. Zuletzt wurde beispielsweise West Ham United als Interessent gehandelt. Der Innenverteidiger spielte bereits in London, beim FC Arsenal, was sicherlich kein Nachteil wäre.

Zudem gab der 30-jährige zu, dass er bereits im Wintertransferfenster wechseln wollte. Ein weiteres klares Indiz für einen Abgang, schließlich hat sich seine Situation seitdem klar verschlechtert.

Djourou: „Deshalb wollte ich im Januar weg. Ich hatte Angebote. Sie sagten dann aber: ‚Nein, wir brauchen dich. Du bist so wichtig!‘ Und dann spiele ich trotzdem nicht.“ [Aargauer Zeitung via Kicker]

Tatsächlich stand er nach der Winterpause nur noch einmal in der Liga in der Startelf, bezeichnenderweise beim 0:8 in München. Das „deshalb“ am Satzanfang bezieht sich im Übrigen auf die Absetzung als Kapitän, die ihn schwer getroffen hat.

Djourou: „Es machte den Eindruck, dass der Trainer das Problem an einen anderen Ort zu verschieben versuchte. Damit die Leute über ein Thema zu reden hatten – also den Captain-Wechsel.“ [Aargauer Zeitung via Kicker]

Klare Vorwürfe gegen seinen Trainer, der ohnehin nicht mehr auf ihn zu setzen schien, schließlich wurden im Winter mit Mavraj und Papadopoulos gleich zwei Spieler für die Innenverteidigung verpflichtet, die es auch prompt zum Stammspieler schafften.

Djourou spielt seit 2014 für die Hamburger, 94 Bundesligaspiele absolvierte er seitdem. Ob er die 100-Spiele-Marke noch erreicht, darf zumindest bezweifelt werden. Dennoch läge ihm der Verein am Herzen, der Unruhe zum Trotz.

Djourou: „Für den HSV zu spielen, ist etwas Besonderes. Der Druck ist viel höher als anderswo. Es ist meine vierte Saison hier. Ich hatte acht Trainer und drei Sportchefs. Das sagt doch einiges aus, oder?“

Weiter: „Ich habe riesige Emotionen erlebt. Denken Sie nur an die Relegationsspiele gegen Karlsruhe. Die Rettung in letzter Sekunde. Das sind Emotionen pur.“ [Aargauer Zeitung via Kicker]

Das klingt schon ein wenig nach Schlussbilanz…

 

(Photo credit should read PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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