FC Bayern prüft schwere Rassismusvorwürfe gegen die Nachwuchsabteilung

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News | Die Sportschau veröffentlichte heute Recherchen vom WDR Magazin Sport Inside die eine enorme Sprengkraft haben könnten. Am Nachwuchscampus des FC Bayern soll es zu rassistischen Ausfällen gekommen sein.

Heftige Vorwürfe an den FC Bayern

Schon vor der Veröffentlichung von „Sport Inside“ heute nahm ein möglicher Rassismus-Verdacht in den Reihen des FC Bayern an Fahrt auf. Auf Twitter kursiert ein Account mit dem Namen eines Nachwuchscampus-Mitarbeiters des Rekordmeisters, auf dem Ausschnitte aus angeblichen WhatsApp-Verläufen geteilt werden. Diese sind hochproblematisch und von rassistischen Ausfällen durchzogen. Mehrfach fällt das N-Wort und weitere Beleidigungen, die hier keinen weiteren Raum finden sollen, aber sowohl auf Twitter als auch im Bericht der Sportschau zu finden sind, wenn man sich ein eigenes Bild machen will. Auf Nachfrage des WDR bezeichnete der FC Bayern den Twitter-Account als „Fakeprofil“. Doch man kündigte auch „interne Untersuchungen“ an. Für die Echtheit der Chatverläufe könnte allerdings sprechen, dass „Sport Inside“ diese schon seit Wochen vorliegen sollen und nicht erst seit der Veröffentlichung auf Twitter.

Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen einen, namentlich nicht genannten, Jugendtrainer, doch auch andere Mitarbeiter sollen zum Teil mit Smileys positiv auf dessen Ausfälle reagiert haben. Der Hauptbeschuldigte soll schon mehrfach für Beschwerden gesorgt haben, die Führung des Campus „decke“ ihn aber, im Nachwuchsbereich soll der Trainer über eine gewisse Macht verfügen. So erwähnt der Bericht auch, dass die Chatverläufe schon zwei Jahre alt sind und eventuell jetzt in die Öffentlichkeit rücken, weil zuletzt mehrere Mitarbeiter des Jugendbereiches, teilweise unzufrieden, die Reihen des Rekordmeisters verlassen mussten.

Nicht nur Chatverläufe belasten Jugendtrainer des FC Bayern

In der Recherche des Investigativ-Magazins wird sich allerdings nicht nur auf die genannten WhatsApp-Gespräche bezogen. Vier anonyme Schreiben von besorgten Eltern an dien Führungsebene des Nachwuchscampus sowie des gesamten FC Bayern liegen dem WDR vor. In diesen äußerten die Eltern der Jugendspieler teilweise schwere Bedenken und Vorwürfe gegen den besagten Jugendtrainer. Die Existenz von drei dieser Briefe bestätigte auch der FC Bayern, sprach allerdings von einer „persönlichen Fehde“ und gehe deshalb davon aus, dass alle Schreiben von der selben Person stammen würden. Nicht nur homophobe und rassistische Ausfälle, sondern auch sadistische Trainingsmethoden werden in den Schreiben kritisiert. Die Echtheit der Dokumenten kann auch „Sport Inside“ zum jetzigen Zeitpunkt nicht final belegen. Laut dem Verein habe man sich nach diesem Schreiben an verschiedene Elternteile in Einzelgesprächen gewandt. Diese bestätigten die Vorwürfe nicht und bescheinigten dem Trainer einen guten Leumund.

Der FC Bayern ließ auf Anfrage von „Sport Inside“ folgendes verlauten: „Die Inhalte, die sie uns zur Kenntnis gebracht haben, sind Gegenstand einer internen Untersuchung. Wir werden mit unseren zuständigen Stellen Echtheit und Sachverhalt aufklären und anschließend bewerten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt dazu keine Aussage in der Öffentlichkeit abgeben können“. Aufgrund der teilweise offenen Formulierung des Ausgangsberichtes sollte bei einem solch sensiblem Thema weiterhin abgewartet werden, inwieweit sich die vorliegenden Dokumente final verifizieren lassen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätte dies eine enorme Sprengkraft. Gerade vor dem Hintergrund des klaren Bekenntnisses gegen Rassismus vom FC Bayern, sollte der Verein um eine schnelle und lückenlose Aufklärung bemüht sein.

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Julius Eid

Photo by MATTHIAS HANGST/POOL/AFP via Getty Images

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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