FC Bayern: Wie es zu Heynckes kam

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Die Trainersuche beim FC Bayern München ist anscheinend beendet: So wie es aussieht, übernimmt Jupp Heynckes zum vierten Mal in seiner Karriere ein Traineramt beim Rekordmeister.

 

Wohl Platzhalter für Mr. X

Die Suche nach einem Coach endet wohl mit einer faustdicken Überraschung: Heynckes wird wohl bis Saisonende übernehmen. Wie der „Kicker“ berichtet, haben die Verantwortlichen sich hierbei vollkommen auf den deutschen Markt beschränkt, ausländische Vorschläge sollen keine Beachtung gefunden haben.

Deshalb kamen wohl auch die mitunter seltsamen Vorschläge zustande. Zu Beginn der Sondierungsphase wären demnach unter anderem die Namen Ottmar Hitzfeld und Mehmet Scholl gefallen. Beide Übungsleiter haben eine Vergangenheit bei den Bayern, der Erstgenannte ging gar als einer der erfolgreichsten Coaches in die Klubgeschichte ein. Allerdings hat Hitzfeld seine Karriere als Trainer bereits vor mehr als drei Jahren beendet. Scholl trainierte in der jüngeren Vergangenheit die Amateure des FCB, seit dem Jahr 2013 arbeitet er jedoch ausschließlich als TV-Experte. Dementsprechend wurden beide Kandidaten auch nicht kontaktiert.

(Photo by SASCHA SCHUERMANN/AFP/Getty Images)

Es gab laut dem Magazin ebenfalls (noch) keinen Kontakt zu TSG-Coach Julian Nagelsmann, obwohl für einige andere Medien in den jüngsten Tagen schon das Tragen einer roten Jacke (wie es der 30-Jährige bei einem Ausflug nach München tat) Beweis genug für ein Engagement in der bayrischen Landeshauptstadt war. So oder so: Die Verantwortlichen von Hoffenheim werden Nagelsmann (Vertrag bis 2021) zum jetzigen Zeitpunkt unter keinen Umständen die Freigabe erteilen.

Hingegen wurde nach Informationen der Zeitschrift mit Thomas Tuchel gesprochen. Mit dem ehemaligen Trainer von Borussia Dortmund gab es angeblich einen Austausch, doch „die Anbahnung einer Zusammenarbeit zieht sich schon zu lange hin.“ Die absolute Überzeugung zu einer Zusammenarbeit existiert anscheinend nicht – auf beiden Seiten. So soll auch der ehemalige BVB-Spieler Mats Hummels zu seinen Erfahrungen mit Tuchel in der Saison 2015/2016 intern befragt worden sein. Was immer der deutsche Nationalspieler auch sagte: Das Engagement wird mit ziemlicher Sicherheit nicht zustande kommen.

Der größte Verlierer könnte am Ende womöglich Willy Sagnol sein. Laut dem „Kicker“ gibt es aus Kreisen der Mannschaft durchaus Befürworter für eine Anstellung des Franzosen bis Saisonende. Allerdings hat der Verein keine Gespräche mit ihm geführt. Inwieweit es mit Sagnol nun weitergeht, wenn der neue Coach einen eigenen Assistenten mitbringen würde, ist noch offen. Auf der anderen Seite muss man hier festhalten, dass der Champions League-Sieger von 2001 erst seit diesem Sommer wieder bei dem Klub angestellt ist. Es wäre eigentlich untypisch für den Verein, einen ehemaligen Spieler situationsbedingt so schnell wieder fallen zu lassen.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

Daher könnte es durchaus sein, dass Sagnol einen Platz im Trainerteam des neuen Trainers finden wird. Dieser wird nach der Auslese der ganzen genannten Kandidaten aller Voraussicht nach Jupp Heynckes sein. Der 72-Jährige beendete 2013 mit dem Triple-Gewinn eigentlich seine Trainer-Karriere, wahrscheinlich kehrt er nun – nach 2009 und 2011 erneut – auf Wunsch seines engen Freundes Uli Hoeneß zurück. Die vierte Liaison zwischen Trainer und Klub wird im nächsten Sommer dann schon wieder zu Ende sein. Nach jetziger Planung soll nämlich dann der tatsächliche Wunschtrainer kommen und den „Platzhalter“ Heynckes ablösen: Julian Nagelsmann.

Wenn sich diese Szenarien bestätigen sollte, hätte wohl auch Uli Hoeneß des kolportierten internen Machtkampf mit Karl-Heinz Rummenigge gewonnen: Angeblich favorisierte der Präsident die Lösung Nagelsmann bzw. Interimslösung/Nagelsmann, während Rummenigge zu der Option Tuchel tendiert haben soll. Die augenscheinlich gewählte Option lässt keine Zweifel, wer sich intern durchgesetzt hat.

Eines steht ohnehin fest: Der FC Bayern erlebt gerade die turbulenteste Phase seit Jahren.

 

 

 

Marius Merck

Eine Autogrammstunde von Fritz Walter weckte die Leidenschaft für diese Sportart, die über eine (“herausragende”) Amateurkarriere bis zur Gründung von 90PLUS führte. Bei seinem erklärten Ziel, endlich ein “Erfolgsfan” zu werden, weiter erfolglos.

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