Kahn auf Bayern-JHV: „European Super League zurecht kollabiert“

Oliver Kahn, Vorstandvorsitzender des FC Bayern München, spricht hier bei der Vorstellung von Marcel Sabitzer
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News | Oliver Kahn hat sich auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München zu den vergangenen und geplanten Erfolgen geäußert.

Kahn: Dominanz des FC Bayern München „nicht unser Problem“

Oliver Kahn (52) hat auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des FC Bayern München erstmals als Vorstandsvorsitzender zu den anwesenden Mitgliedern gesprochen. Unter anderem thematisierte er auch die Erfolge der vergangenen Jahre. Dabei ging er auch auf die neunte Meisterschaft in Folge ein.

Stimmen, welche die Bundesliga dadurch für langweilig halten, entgegnete er: „Vielen da draußen gefällt diese Dominanz nicht, aber das ist nicht unser Problem.“ Für diese Erfolge benötigt es laut Kahn besondere Spielertypen. Aus diesem Grund bedankte er sich auch bei Abgängen und ehemaligen Spielern.

„Für solch eine Serie braucht man eine Achse von Spielern. Spieler, die den Anspruch haben, Spitzenleistungen zu wiederholen. Ich möchte mich bedanken bei den Spielern, die uns verlassen haben und diese Ära mitgeprägt haben. Vielen Dank für alles, was ihr für diesen Klub geleistet habt.“

Robert Lewandowski (33) ist jemand, der noch im Verein ist und trotzdem bereits besonderes geleistet hat. Zum Tor-Rekord des Polen aus der vergangenen Spielzeit sagte Kahn: „Robert Lewandowski hat nur 29 Spiele für die 41 Tore gebraucht. Damit hat er eine Bestmarke gestellt, die nie mehr gebrochen wird, außer vielleicht von ihm selbst.“

Der 52-Jährige sieht Lewandowski als „besten Stürmer der Welt.“ Sollte dieser beim Ballon d’Or am Montag leer ausgehen, „zutiefst enttäuschen, so Kahn und fügte an: „Niemand verdient es, wie er.“

FC Bayern: Kahn spricht von „Wandel“ in der Zukunft und warnt

Zeitgleich mahnte Kahn aber auch: „Es gibt keinen Grund überheblich zu werden. Die Erfolge der Vergangenheit sind keine Garantie für Erfolge in der Zukunft.“ Er warnte vor einem „fundamentalen Wandel“ im Fußball, der dadurch herbeigeführt werde, indem immer mehr Investoren immer größere Summen in Vereine investieren.

„In der ECA (European Club Association, Anm. d. Red) kämpfen wir dafür, dass es nicht sein kann, dass Investoren unbegrenzt Geld in Vereine pumpen können und das endlich effektive Strafen bei Verstößen verhängt werden“, so der ehemalige Torhüter.

Dabei verteidigte er auch die bestehenden Wettbewerbsstrukturen: „Die European Super League ist zurecht innerhalb von 48 Stunden kollabiert, denn das wäre das Ende des Fußballs gewesen, wie wir ihn kennen.“

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Trotzdem sieht er den FC Bayern München international weiterhin mehr als konkurrenzfähig. Daher gab er als Marschroute für die laufende Spielzeit aus: „Wir haben in dieser Saison die Chance, die Champions League zu gewinnen und zum 10. Mal die Meisterschaft in Folge zu gewinnen.“

Damit hätte der FC Bayern ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen: „In den europäischen Top-Ligen gibt es keine Mannschaft, die das je erreicht hat. Dafür müssen wir weiterhin alles geben“, so Kahn.

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images for FC Bayern)

Gero Lange

Fußballbegeistert seit der Heim-WM 2006. Großer Fan von Spektakelfußball mit vielen schönen Toren, am liebsten aus der Distanz. Seit 2020 bei 90PLUS

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