Luis Enrique: Laufbahn, Triple und Nachfolger

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Auf der Pressekonferenz nach dem 6:1 Erfolg des FC Barcelona gegen Sporting Gijón war es soweit: FC Barcelona Trainer Luis Enrique (46), Spitzname Lucho, verkündete seinen Rücktritt als Cheftrainer der Katalanen zum Saisonende im Sommer.

 

 

Schon in den letzten Wochen hat es immer wieder Gerüchte um einen möglichen Rücktritt des Spaniers gegeben, nun herrscht Gewissheit: Luis Enrique wird seinen im Sommer 2017 auslaufenden Vertrag bei den Blaugrana nicht weiter verlängern und von seinem Posten als Cheftrainer zum Saisonende zurücktreten. Auf der Pressekonferenz nach dem 6:1 Erfolg des FC Barcelona gegen Sporting Gijón verkündete er nun:

„Heute verkünde ich, dass ich nächste Saison nicht der Trainer des FC Barcelona sein werde. Es ist eine sehr schwierige Entscheidung für mich, ich habe einige Zeit darüber nachgedacht, aber ich denke, ich muss mir gegenüber ehrlich und fair sein.“

Schon während der Vorbereitung habe Luis Enrique über seinen Trainerposten beim FC Barcelona nachgedacht und dies Sportdirektor Roberto Fernández (54) mitgeteilt. Dieser habe ihm Zeit gegeben eine Entscheidung zu treffen, diese sei nun gefallen. Grund für den Rücktritt seien die Anstrengungen, welche mit dem Cheftrainerposten zusammenhingen:

„Ich habe nur sehr wenig Zeit mich auszuruhen, nur wenige Stunden zum Abschalten und ich denke es wäre gut für mich, am Ende der Saison aufzuhören, ich brauche eine Pause zum Erholen – dies ist der Grund für meine Entscheidung. Ich möchte dem Verein für das Vertrauen in mich danken, sowohl als Spieler als auch als Trainer. Sie waren die ersten, die mir die Chance gaben, die Reserve zu trainieren, was ich für drei Jahre tat. Später durfte ich dieses Team für drei Jahre traineren, was für mich unvergesslich bleiben wird.“

 

Enrique als Spieler und erste Trainerstationen

Luis Enriques Karriere als Fußballprofi begann 1989 bei Sporting Gijon, ehe er 1991 Madrid wechselte und neben Legenden wie Fernando Hierro, Iván Zamorano und Gheorghe Hagi
spielte. Nach dem Gewinn von Meisterschaft, Pokal und Superpokal schloss er sich 1996 dem Rivalen FC Barcelona an. Dort spielte er neben Stars wie Patrick Kluivert, Phillip Cocu, Luís Figo und Rivaldo. In seinen acht Jahren bei Barca gewann er je zweimal die spanische Meisterschaft und den spanischen Pokal. Er siegte im Europapokal der Pokalsieger, dem spanischen Superpokal und wurde UEFA Supercup Sieger und 1991 sogar Olympiasieger mit Spanien. Im Jahr 2004 beendete er seine Spielerkarriere bei Barcelona.

Getty Images

Vier Jahre später engagierte ihn der FC Barcelona als Cheftrainer der zweiten Mannschaft FC Barcelona B, ehe er 2011 Cheftrainer des AS Rom wurde. Nach mäßigen Erfolgen mit der Roma unterschrieb er 2013 beim spanischen Erstligisten Celta Vigo. Auch dort blieb er nur für eine Saison, allerdings nur 2014 Cheftrainer des FC Barcelona zu werden.

Barcas Ausfschwung, Transfersperre und Triple

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

Luis Enrique übernahm einen FC Barcelona, der eine schwierige Saison hinter sich hatte: Unter Trainer Gerardo Martino (54), welcher im Sommer das Amt des wegen seiner Erkrankung zurückgetretenen Trainers Tito Vilanova übernommen hatte, verpasste Barcelona die Meisterschaft. Nur einen Monat vor der Übernahme Enriques erlag zudem Ex-Trainer Vilanova im Alter von nur 45 Jahren seinem Krebsleiden, was einige der Barcelona Profis privat schwer traf. So verriet Innenverteidiger Piqué im Oktober 2016, dass er vor der Saison 2014 darüber nachgedacht habe, seine Karriere vorzeitig zu beenden. Auch Trainer Enrique habe ihn jedoch dazu bewegt zu bleiben und wieder Spaß am Fußball zu finden:

„Ich war kurz davor, mich von der Nationalmannschaft und Barça zu verabschieden. Ich habe mit verschiedenen Trainern gesprochen und habe mich dazu entschieden, weiter zu machen. Ich wollte ein Teil davon sein und jetzt bin ich auf dem Höhepunkt meiner Karriere und habe Spaß.“

Barcelonas erste Saison unter Cheftrainer Enrique wurde von einem großen Thema überschattet: Wegen Transfers von Minderjährigen verhängte die FIFA eine einjährige Transfersperre gegen den FC Barcelona, dieser legte jedoch Widerspruch gegen das Urteil ein. Der Sportgerichtshof CAS bestätigt diese Transfersperre jedoch wieder, sodass Barcelona im Winter- sowie Sommertransfer-Fenster keine Spieler für den Spielbetrieb melden durfte. Trotz dessen schlug sich das Team von Enrique exzellent und so feierte Luis Enrique bereits am Ende seiner ersten Saison mit Barca den großen Erfolg: Der Gewinn des Tripels aus Championsleague, spanischer Liga und dem spanischem Pokal!

(Photoby Josep Lago/AFP/Getty Images)

Letzte Saison folgte der erneute Gewinn der spanischen Liga, sowie des spanischen Pokals, des UEFA Supercups und der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft. August 2016 gewann Enrique den spanischen Superpokal gegen den FC Sevilla und auch in der Copa del Rey steht man gegen Deportivo Alavés im Finale. In der Liga und Championsleague läuft es diese Saison jedoch weniger gut. Nach der 0:4 Pleite in Paris kann nur noch ein Wunder das Ausscheiden aus der Championsleague verhindern, in der Liga ist der Titelkampf ebenfalls sehr eng. Aktuell liegt man einen Punkt vor Real Madrid auf dem ersten Tabellenplatz, die Madrilenen haben jedoch noch ein Spiel mehr in der Hand. Das El Clásico könnte daher die Entscheidung im Titelkampf bringen! Eines ist ihm jedoch jetzt schon gelungen: Mit einer Siegquote von 75 Prozent hat er die zweitbeste Quote eines Barcelonas Trainers und liegt damit direkt hinter seinem ehemaligen Mitspieler Pep Guardiola (78 Prozent gewonnene Spiele).

 

Luchos Nachfolge: Die Kandidaten

Wer nach Luis Enrique neuer Cheftrainer des FC Barcelona werden könnte ist indes noch ungeklärt. Im Raum stehen viele Namen, so wird unteranderem der ehemalige Barcelona Spieler und derzeitige Everton Trainer Ronald Koeman (46) mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht. Gegenüber Sky Sports äußerte dieser jedoch kürzlich:

„Im Moment denke ich nicht über andere Klubs nach, da ich einen Vertrag in Everton habe. Everton ist ein Projekt – ich möchte dabei bleiben und das ist alles, was ich aktuell dazu sagen kann.“

(Photoby Cesar Manso/AFP/Getty Images)

Neben Koeman steht laut Informationen der Marca Athletic Bilbao Trainer Ernesto Valverde (53) im Fokus der Katalanen. Valverde soll ein freundschaftliches Verhältnis zu Barca Sportdirektor Roberto Fernández pflegen, zudem läuft der Vertrag des Spaniers im Sommer aus. Valverde trainierte bereits den den FC Valencia, Villareal sowie Espanyol Barcelona und kennt sich daher in der spanischen La Liga bestens aus. Mit Bilbao wurde Valverde im August 2015 spanischer Supercup Sieger, damals schlug man den FC Barcelona mit 4:0 im San Mamés.

Im weiteren Fokus sollen zudem Sevilla Trainer Jorge Sampaoli (56), der ehemalige PSG Trainer Laurent Blanc (51) sowie Óscar Garcia von RB Salzburg stehen. Eine Verpflichtung von Tottenham Hotspur Trainer Mauricio Pochettino scheint derweil unwahrscheinlich, der Argentinier hatte seinen Vertrag erst im letzten Jahr bis 2021 verlängert.

 

 

 

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