Salihamidzic neuer Sportdirektor beim FC Bayern

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Die Suche hat ein Ende! Lange nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Matthias Sammer hat der FC Bayern München einen neuen Sportdirektor vorgestellt. Auch wenn man die Aufgaben nach Kräften intern zu lösen versuchte war man sich mit der Zeit einig, dass ein neuer Mann dieses Amt übernehmen und sich voll und ganz darauf konzentrieren soll. Dieser Mann ist nun mit Hasan Salihamidzic gefunden. Der Bosnier war zuletzt als Markenbotschafter des FCB tätig.

Als aktiver Spieler war Salihamidzic für den Hamburger SV, den FC Bayern, Juventus Turin und den VfL Wolfsburg aktiv. Seine beste Zeit hatte er in München, wo er von 1998 bis 2007 unter Vertrag stand. 2012 beendete er seine Karriere, jetzt übernimmt er den vakanten Posten beim FC Bayern und sammelt weitere Erfahrungen in seiner Laufbahn nach der aktiven Karriere.

(Photo by Lennart Preiss/Bongarts/Getty Images)

Anforderungsprofil

Zuletzt wurde das Aufgabenmodell des neuen Sportdirektors beim FC Bayern durch Uli Hoeneß sehr genau skizziert. Der neue Mann muss das Nachwuchsleistungszentrum mitorganisieren und dort nach Kräften mithelfen. Überdies soll Salihamidzic das Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Vorstand sein. Diese Aufgaben übernahm Matthias Sammer als er im Amt war ebenfalls. Er hatte ein besonderes Gespür für die Abläufe im Verein und beherrschte das Spiel mit den Medien nahezu perfekt.

Ob und inwieweit Hasan Salihamidzic diese Aufgaben ausfüllen kann, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass der 40-jährige keine Erfahrungen in diesem Bereich mitbringt. Die Koordination innerhalb des Vereins und die permanenten Gespräche mit Mitarbeiter aller Abteilungen ist ihm definitiv zuzutrauen. Ob er allerdings jemand ist, der eine ähnliche langfristige Denkweise an den Tag legt wie Philipp Lahm, der sicher auch in der Lage wäre konstruktiv mit Hoeneß, Rummenigge & co. zu diskutieren und sie auf etwaige Fehler hinzuweisen, bleibt zumindest fraglich. Eine 1A-Lösung scheint der Bosnier definitiv nicht zu sein.

Aussagen von der Pressekonferenz

Karl-Heinz Rummenigge sagte, dass es klar sei, dass die Position des Sportdirektors ausgefüllt sein muss. „Er hat hier bekanntermaßen einige Jahre als Fußballprofi gearbeitet, er war auf dem Platz extrem fleißig und ist ein Mensch, der immer Vollgas gegeben hat.“ Weiterhin sagte Rummenigge: „Wir sind überzeugt, dass er die Aufgaben so erfüllt, wie wir das erwarten.“ Salihamidzic wird offiziell als Sportdirektor eingestellt und erhält einen Vertrag bis 2020. „Er hat alle Vollmachten, die es in diesem Job braucht. Er soll Bindeglied sein, mit allen Kompetenzen und Verantwortungsbereichen, die nötig sind.“ Dazu zählt auch der Nachwuchs, er soll ein Auge auf das Nachwuchsleistungszentrum haben.

Salihamidzic selbst stellte klar, dass er sofort Feuer und Flamme war, als Rummenigge und Hoeneß an ihn herangetreten sind. „Ich habe immer Kontakt zum FC Bayern gehabt und werde 25 Stunden an 7 Tagen in der Woche für die Spieler da sein. Ich freue mich sehr auf die Aufgabe und muss mich erst einmal einarbeiten.“ Salihamidzic fügte hinzu: „Wenn wir alle an einem Strang ziehen bin ich überzeugt, dass wir alle Chancen haben, großen Erfolg einzufahren.“ Weiterhin sagte Uli Hoeneß, dass es keine Vertragsverhandlungen gebe, bei denen Salihamidzic nicht am Tisch sitzen wird. Man traut ihm also zu, Verantwortungen zu übernehmen und schnell in den Job hineinzuwachsen.

Keine Ideallösung?

Salihamidzic scheint keine absolute Ideallösung zu sein. Zwar betonte der FC Bayern, dass man keinen „Schnellschuss“ vollziehen wollte, aber die lange Zeit, in der diese Position unbesetzt blieb und die kurze Verhandlungszeit, die Salihamidzic selbst bestätigt hat, deuten darauf hin, dass es zumindest die ein oder andere Absage oder Meinungsverschiedenheit beim Austausch mit anderen Kandidaten gegeben hat. Es ist schwer einzuschätzen, welche Kompetenzen Salihamidzic mitbringt. Natürlich wäre auch bei Philipp Lahm die Erfahrung nicht vorhanden, aber seine Aussagen aus der Vergangenheit lassen auf einen gewissen Weitblick schließen.

Doch Philipp Lahm wird in der kommenden Zeit nicht zur Verfügung stehen und möchte Abstand vom Profifußball gewinnen, ehe er sich mit seiner persönlichen Zukunft beschäftigt. Die Tür für Lahm steht laut Rummenigge und Hoeneß weiterhin offen, aber das Problem dabei ist selbstredend, dass Lahm den Zeitpunkt, an dem er eine Entscheidung fällt, komplett offen gelassen hat. Der FC Bayern kann also nicht für einen fixen Zeitpunkt mit Lahm planen, weswegen eine andere Lösung forciert werden musste.

Perspektiven für Salihamidzic

Es wäre nicht fair, den neuen Sportdirektor des FC Bayern zum jetzigen Zeitpunkt abzuschreiben, ebensowenig ist es angebracht, jetzt schon von einer guten Verpflichtung zu sprechen. Es scheint, als würden Rummenigge und Hoeneß jemanden holen, der für sie „formbar“ ist und eher von eben jenen beiden lernen soll, als dass er ihnen meinungsstark entgegentritt. Für Salihamidzic selbst ist diese Aufgabe natürlich eine Chance sich zu beweisen. Charakterlich scheint er definitiv zum FC Bayern zu passen, das tat er bereits als Spieler. Doch ob er als Sportdirektor erfolgreich arbeitet und das auch noch über einen langfristigen Zeitraum, muss abgewartet werden.

Was ist, wenn Salihamidzic die Ansprüche nicht umsetzen kann? Denkbar ist definitiv, dass er danach einen anderen Job beim FC Bayern übernehmen wird. Im Nachwuchsleistungzentrum werden seine bis dahin erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen sicher benötigt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass der 40-jährige nach einer gewissen Eingewöhnungszeit einen vernünftigen Job leistet und sich längerfristig im Geschäft behaupten kann. Der Faktor Philipp Lahm spielt hierbei zumindest jetzt eine untergeordnete Rolle, zumal durchaus denkbar ist, dass der Ex-Kapitän des deutschen Rekordmeisters sogar einen anderen Posten als den des Sportdirektors anstrebt. Salihamidzic und der FC Bayern: Es wird spannend.

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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