Trotz Überzahl: Leipzig stolpert in Gladbach

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News | Am Montagabend gastierte RB Leipzig in Mönchengladbach. Die Sachsen verschliefen den ersten Durchgang völlig und lagen zur Halbzeit mit 1:2 hinten. Trotz dreißigminütiger Überzahl hielten die Gladbacher dem Druck stand und brachten die Sachsen um drei wichtige Punkte im Endspurt auf die Champions-League-Plätze.

Leipzig harmlos, Hofmann trifft kurz vor der Pause

Für die Gastgeber ging es in diesem Spiel nur noch darum, die völlig verkorkste Saison würdevoll zu beenden. Ganz anders sieht das bei RB Leipzig aus, die Sachsen befinden sich mitten im Kampf um die Champions-League-Plätze. Besonders im ersten Durchgang aber schien es, als sei das eher Hemmnis als zusätzlicher Ansporn. In der Anfangsphase tat sich die Mannschaft von Domenico Tedesco extrem schwer, aus eigenem Ballbesitz gegen tief stehende Gladbacher Torchancen zu kreieren. Diese wiederum waren nach zuletzt vielen Gegentoren zunächst um Spielkontrolle und Stabilität bemüht.

Folgerichtig dauerte es bis zur 17. Minute, ehe das Spiel die erste ernsthafte Torchance aufweisen konnte. Über mehrere Stationen kombinierten sich die Gladbacher vor den Leipziger Strafraum, wo Konrad Laimer unfreiwillig auf Breel Embolo vorlegte und dieser ohne Mühe das 1:0 erzielen konnte. Wer dachte, dass dieses Gegentor die Gäste aufwecken würde, wurde allerdings bitter enttäuscht. Auch in der Folge waren es die Borussen, die in Form von Manu Koné (26′) und Stefan Lainer (31′) zumindest ein wenig Gefahr ausstrahlen konnten.

Leipzig Gladbach

(Photo by Lukas Schulze/Getty Images)

Symptomatisch für die letzten Wochen von Borussia Mönchengladbach fiel dann mit dem ersten Torschuss der Leipziger der Ausgleich. Silva machte einen langen Ball clever fest, spielte auf Nkunku der enorm viel Wiese vor sich hatte und eiskalt zum 1:1 einschob (36′). Es schien, als würde der Treffer das Spiel von RB Leipzig beflügeln. Gerade in Person von Christopher Nkunku konnten sich die Gäste immer wieder in gefährliche Räume kombinieren. Entgegen dieser Entwicklung hatten aber die Gladbacher das letzte Wort im ersten Durchgang. Nach einem Ballgewinn war es Jonas Hofmann, der das Spiel sofort schnell machte und Embolo mitnehmen konnte. Über den Schweizer kam der Ball erneut zu Hofmann, der frei vor Gulacsi die Nerven behielt und lässig einschob.

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Gladbach erhöht in Unterzahl, Leipzig läuft verzweifelt an

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein völlig anderes Bild im Borussia-Park. Man merkte deutlich, dass die Gäste sich für die zweite Halbzeit eine Menge vorgenommen hatten. Die Offensivspieler von Leipzig liefen nun deutlich höher und aggressiver an und es war deutlich mehr Tempo im Spiel, wovon sich die Gladbacher merklich beeindrucken ließen. In der 55. Minute rettete Sommer mit einer schönen Parade die Führung, als er einen Kopfball von Silva mit den Fingerspitzen noch gegen die Latte lenken konnte. Es schien nun, als wäre es nur eine Frage der Zeit, bis der Druck der Sachsen zu groß wird und der Ausgleich fällt. Für die Fohlen kam erschwerend hinzu, dass sie ab der 64. Minute in Unterzahl agieren mussten. Elvedi ging als letzter Mann gegen Nkunku ungeschickt in den Zweikampf, traf den Franzosen am Fuß und sah rechtmäßig die Rote Karte.

Entlastung schafften die Offensivkräfte von Borussia Mönchengladbach nun kaum noch. Welle um Welle schwappten die Angriffe der Bullen in Richtung Yann Sommer, ohne dass dabei jedoch echte Chancen heraussprangen. Entgegen des gesamten Spielverlaufs war es dann allerdings ein Gladbacher, der das nächste Tor erzielte. Nach einem behäbig vorgetragenen Gegenangriff spielte Beyer mit Glück Jonas Hofmann frei, der trocken links unten abschloss und somit seinen zweiten Treffer des Abends markierte (77′).

Leipzig warf anschließend noch einmal alles nach vorne. Bis auf Angelinos Distanzschuss (84′) blieb der Ansturm trotz hohen Drucks jedoch weitestgehend chancenarm. Mit dieser Niederlage in Mönchengladbach verliert Leipzig wichtige Punkte im Rennen um die Champions-League-Plätze und steht zwei Spieltage vor Saisonende hinter Leverkusen und Freiburg auf Platz 5.

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

 

Kilian Thullen

Bosz, Rose & Co. im Herzen, die Bundesliga im Blick. Seinen Durst nach Gegenpressing und dynamischem Offensivspiel stillt Kilian vor allem in Deutschland. Seit 2018 bei 90PLUS.

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