Zorc bremst Erwartungshaltung an den BVB: „Bayern können sich zehn Gnabrys mehr leisten als wir“

BVB-Sportdirektor Zorc
Bundesliga

News | In einem Interview sprach der scheidende BVB-Sportdirektor Michael Zorc über das Modell Ausbildungsverein, junge Spieler, die in Dortmund ihren Erwartungen nicht gerecht wurden, und die sportliche Erwartungshaltung an den Klub.

Junge Spieler, die nicht einschlagen? Zorc: „Dafür müssen wir uns kritisch hinterfragen“

BVB-Sportdirektor Michael Zorc (59) hat in einem Interview zugegeben, dass in der jüngeren Vergangenheit viele junge Spieler im Verein nicht an ihr erwartetes Leistungslimit herankamen. „Wir haben es nicht geschafft, diese Spieler auf das nächste Level zu hieven. Das ist in der Häufung zu oft passiert, dafür müssen wir uns auch kritisch hinterfragen“, sagte der 59-Jährige im Interview mit der WAZ (via transfermarkt.de).

„Wir haben aber auch eine spezielle Drucksituation in Dortmund. Der eine kommt damit nicht so klar, der andere setzt sich vielleicht keine neuen Ziele. Schritte nach vorne haben wir eher erreicht über unsere internationalen Top-Talente, die uns nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich geholfen haben“. Damit meinte er Spieler wie Pierre-Emerick Aubameyang (32), Ousmane Dembélé (24), Jadon Sancho (22) oder aktuell Erling Haaland (21), die allesamt voll einschlugen.



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Die aktuelle Situation um Haaland verfolge man beim BVB derweil ruhig. „Sie machen den Fehler, dass Sie uns aufgrund der täglichen Medienschlagzeilen eine Unruhe und Genervtheit attestieren, die es de facto gar nicht gibt“, so der Sportdirektor über die sich häufenden Gerüchte, der Norweger würde kurz vor einem Transfer zu ManCity stehen. Der Ex-Profi ergänzte jedoch: „Was uns nicht gefällt, ist die immer kürzer werdende Verweildauer, weil das ganze Fußballgeschäft noch hektischer geworden ist. Aber die Gesellschaft eben auch. Es wird für uns eine Herausforderung sein, zu versuchen, solche Top-Jungs länger bei uns zu halten.“

Am Modell des Ausbildungsklubs Borussia Dortmund zweifelt Zorc derweil nicht, im Gegenteil. Für junge, talentierte Spieler wie nicht zuletzt Haaland sei der BVB „der attraktivste Klub in Europa. Deshalb sollte das auch ein wichtiger Teil unseres Geschäftsmodells bleiben. Denn die fertigen 1a-Spieler gehen zu Manchester City. Oder zu Bayern München.“

Problematisch sieht der 59-Jährige derweil die Erwartungshaltung, die Borussia könne auf Dauer nicht immer nur Vizemeister werden, sondern müsse in der Bundesliga-Tabelle auch wieder über dem FC Bayern stehen. „Wir werden fast immer Zweiter – und es ist vielen Leuten nicht gut genug. Dabei ist das ein ungleiches Rennen. Wir haben im letzten Geschäftsjahr 285 Millionen Euro weniger Umsatz gemacht als der FC Bayern. Dieser Unterschied führt dazu, dass sich die Bayern, was die Gehälter angeht, circa zehn Gnabrys mehr leisten können als wir“, so der Sportliche Leiter, der dahingehend keine Veränderung in den kommenden Jahren erkennen will.

„Aber das rechtfertigt auf der anderen Seite natürlich nicht unser Ausscheiden im DFB-Pokal beim FC St. Pauli, unser Ausscheiden aus der Champions-League-Gruppe gegen Sporting Lissabon und auch nicht anschließend aus der Europa League gegen Glasgow Rangers“, führte Zorc weiter aus. „Wir müssen davon wegkommen, dass man als gescheitert gilt, wenn man nicht Meister wird. Letzteres wird der Normalfall sein, und wir müssen dennoch die Möglichkeit haben, Zufriedenheit zu erreichen. Bei unseren 800 Mitarbeitern, aber auch auf der Fanseite.“

Photo by Getty Images

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