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Barcelona vs Real Madrid: Zahlenspiele vor dem “El Clásico”

17. Dezember 2019 | Spotlight | BY Christoph Albers

Am Mittwoch um 20:00 Uhr steigt das vierte und letzte “El Clásico” des Jahres. Wir liefern euch einige spannende Zahlen vor dem Duell zwischen Barcelona und Real Madrid!

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Dürfte Barcelona eigentlich nur Sechster sein?

Der FC Barcelona ist mit 35 Punkten aus 16 Spielen und einer Tordifferenz von +23 Tabellenführer, knapp vor Real Madrid, das punktgleich ist und eine um zwei Tore schwächere vorweist. Barça überzeugt vor allem in der Offensive und ist in dieser Hinsicht mit 43 erzielten Toren das Nonplusultra der Liga. Mit 33 erzielten Toren folgt Real Madrid auch hier auf dem zweiten Platz, allerdings mit einem guten Sicherheitsabstand.

Glaubt man aber dem “Expected Goals (xG)” Modell von understat, dann ist dieses Bild stark verzerrt. Laut deren Berechnungen, durfte der FC Barcelona nämlich eigentlich nur mit 29,24 Toren rechnen und hat damit deutlich “überperformt” (13,76 Tore). Real Madrid hat dagegen etwas “unterperformt”, sie hätten demnach mit 35,58 Toren rechnen dürfen, 2,58 Tore mehr als sie tatsächlich erzielt habe.

Die Tabelle, die auf Grundlage der erwarteten Tore und Gegentore pro Spiel errechnet wurde, verdeutlicht die Abweichungen auch nochmal: Barça wäre dort mit 28,8 zu erwartenden Punkten nur Tabellensechster, während Real Madrid mit 32,94 zu erwartenden Punkten weiterhin Zweiter wäre. Atlético wäre übrigens Erster, mit 35,49 zu erwartenden Punkten.

(Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Real Madrid in der Defensive mit Courtois & Fortunas Hilfe

Was die Defensive angeht, hat allerdings Real Madrid klar die Nase vorn. Die “Königlichen” mussten bisher erst 12 Gegentore hinnehmen und stellen damit die zweitbeste Defensive der Liga – nur Atlético ist mit 10 Gegentoren sicherer. Betrachtet man allerdings auch hier die zu erwartenden Gegentore, so hätten sie mit 16,52 Gegentoren rechnen müssen.

Der FC Barcelona hat dagegen 20 Gegentore kassiert und ist damit im Ligavergleich nur an siebter Stelle, gleichauf mit dem Zehnten Osasuna und dem Fünfzehnten Valladolid. Hier hat Barça offenkundig deutlich Luft nach oben. Als kleiner Trost: Eigentlich wären nur 18,35 Gegentore zu erwarten gewesen, womit sie im Vergleich immer noch Siebter gewesen wären.

“Benzependencia”?

Auf individueller Ebene fällt vor allem auf, dass sich beide vor allem auf ihre Top-Torjäger verlassen können: Lionel Messi und Karim Benzema führen die Torschützenliste von La Liga mit jeweils 12 Toren an. Benzema war mit seinen 12 Toren und fünf Assists sogar an über der Hälfte der Tore seiner Mannschaft direkt beteiligt, genauer gesagt an 51,51%. Lionel Messi hat mit seinen 12 Tore und sechs Vorlagen sogar noch einen Scorerpunkt mehr auf seinem Konto, anteilig gesehen war er jedoch nur an 41,86% der Tore seiner Mannschaft beteiligt.

Abgesehen von Lionel Messi, hat der FC Barcelona mit Luis Suarez (neun Tore, drei Assists) und Antoine Griezmann (sechs Tore, vier Assists) auch sonst noch zwei sehr zuverlässige Spieler in seinen Reihen. Und sogar Arturo Vidal, der in seinen 400 Einsatzminuten in der Liga starke vier Tore erzielte, hat mehr Tore erzielt als der zweitgefährlichste Real-Akteur. Bei den “Königlichen” ist Abwehrchef Sergio Ramos mit drei Toren den zweitbesten Wert aufzuweisen. Ansonsten hat kein Spieler der Mannschaft mehr als zwei Tore erzielt.

(Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

29 verschiedene Torschützen für Barcelona

Reals große Stärke ist demnach, dass im Grunde jeder Spieler mal treffen kann. In den bisherigen 16 Spielen konnten sich ganze 15 Spieler in die Torschützenliste eintragen. Der FC Barcelona kommt aber immerhin auch auf 14 verschiedene Torschützen und muss sich demnach auch nicht verstecken, was da angeht.

Betrachtet man anschließend die eingesetzten Spieler, fällt auf, dass Barça bereits 24 Spieler eingesetzt hat. Real Madrid kommt ironischerweise ebenfalls auf 24. Mit 1.410 Spielminuten ist Sergio Ramos der Spieler mit den meisten Spielminuten auf Seiten der Hauptstädter. Bei den Katalanen nimmt Torwart Marc-Andre Ter Stegen diese Rolle ein, er stand die maximale Dauer von 1.440 Minuten auf dem Platz.

Real Madrids wertvollster Spieler fehlt

Zum Abschluss werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Marktwerte der Kollegen von transfermarkt.de. Was den Gesamtmarktwert des Kaders anbetrifft, führt Real Madrid das La Liga Ranking mit einem Wert von 1,19 Milliarden Euro an. Der FC Barcelona landet mit einem Wert 1,18 Milliarden Euro knapp dahinter auf Platz 2.

Berechnet man allerdings den durchschnittlichen Wert eines Spieler (Gesamtmarktwert/Anzahl der Spieler im Kader), so hat wieder der FC Barcelona die Nase vorn. Ein Spieler des FC Barcelona ist demnach durchschnittlich 51,13 Millionen Euro wert, während ein Spieler von Real Madrid durchschnittlich nur 45,75 Millionen Euro wert. Lionel Messi und Eden Hazard sind mit einem Marktwert von jeweils 150 Millionen Euro die wertvollsten Spieler beider Teams, der Belgier wird das Spiel am Mittwoch allerdings verletzungsbedingt verpassen.

Die Frage, wer das Spiel am Mittwochabend gewinnen wird, können uns diese Statistiken natürlich nicht beantworten, da müssen wir unsere Augen auf den grünen Rasen des Camp Nou richten. Aber zumindest geben sie einen Hinweis darauf, wie nah diese Teams beieinander sind…

(Photo by OSCAR DEL POZO/AFP via Getty Images)

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.


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