Spektakel in der Konferenz, Jobretter Dortmund und irrer Lewandowski-Lauf

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Bundesliga Awards | Am 26. Spieltag der Bundesliga war erneut einiges los. RB Leipzig bleibt an Bayern München dran, Robert Lewandowski traf schon wieder dreifach und die erste Halbzeit der Samstagskonferenz war an Spektakel kaum zu überbieten. 

Spektakel-Award: Die erste Halbzeit der Samstagskonferenz

Samstagmittag, 15:30 Uhr: Wenn das „eigene“ Team nicht spielt, dann ist vor allem die Konferenz bei den Zuschauern der Bundesliga gefragt. Und selbst neutrale Zuschauer sollten an diesem Samstag in den ersten 45 Minuten auf ihre Kosten gekommen sein. Denn es wurde aus allen Rohren gefeuert! In Bremen stand es zur Halbzeit gegen Wolfsburg 1:2, in Köln gab es ebenfalls zwei Tore, eines davon per Elfmeter. Und das waren die absoluten Langweiler in der Viererkonferenz!

Photo by Imago

Schauplatz Allianz Arena, Bayern gegen Stuttgart. Ein Platzverweis von Alphonso Davies nach elf Minuten sorgte für Hoffnung bei den Schwaben. Doch schon zur Pause führte der FC Bayern mit 4:0! Ein noch wilderes Spiel in den ersten 45 Minuten spielte sich in Frankfurt ab. Die SGE und Union Berlin schossen jeden Ball, der ihnen vor die Füße sprang, auf den gegnerischen Kasten. Teilweise auch in den eigenen, wie Robert Andrich unter Beweis stellte. Die Hessen führten zur Pause gegen ein gut mitspielendes Union mit 4:2! 15 Tore in vier Spielen in einer Halbzeit: In der Konferenz war etwas geboten!

Ballmagnet-Award: Stefan Ortega

Zum Auftakt des Spieltags traf Arminia Bielefeld zuhause auf RB Leipzig. Für die Gastgeber war dieses Spiel durchaus ein Bonusspiel im Abstiegskampf, weit entfernt von einem Punktgewinn war Bielefeld am Ende aber nicht. Das hatte mehrere Gründe. Zum Einen ist natürlich die Disziplin der Mannschaft im Spiel gegen den Ball zu erwähnen. Aber das war noch nicht alles, denn Torhüter Stefan Ortega stellte eindrucksvoll unter Beweis, warum sich der FC Bayern für ihn interessieren soll.

Beim Gegentreffer, der das Spiel (1:0 für Leipzig) entschied, war Ortega machtlos. Doch es gab noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, in denen er sich auszeichnen konnte. Ortega parierte stark gegen Christopher Nkunku, zeigte hervorragende Reflexe und wurde in nahezu jeder Druckphase von RB zum Spielverderber. Dass es am Ende nicht zu einem Punkt reichte, lag vor allem daran, dass die Offensive bei ihren Entlastungsangriffen zuweilen zu ungenau agierte.

Symbolcharakter-Award: Frederik Rönnöw

Schalke 04 schlittert unaufhörlich in Richtung 2. Bundesliga. Die Schalker verloren auch gegen Borussia Mönchengladbach wieder, diesmal mit 0:3. Die Bilder bei den Spielen der Königsblauen gleichen sich mittlerweile sehr häufig. Die Anfangsphase ist recht gut, ein Fehler entscheidet dann das Spiel. Auch diesmal machte Schalke defensiv Fehler, klärte vor dem 0:1 durch Lars Stindl nicht gut, ließ beim 0:2 Stefan Lainer völlig frei einköpfen.

Doch noch viel deutlicher wurde die aktuelle Lage bei Schalke 04 beim Tor zum 0:3. Einen Kopfball von Nico Elvedi konnte Frederik Rönnow zwar parieren, als er aber auf den Boden fiel, verlor er die Kontrolle über den Ball. Rönnow griff hektisch in Richtung der Kugel und versuchte wieder die Kontrolle zu generieren, doch das schlug fehl. Im Endeffekt warf sich der Torhüter, der sonst einen guten Job machte, den Ball quasi selbst in das eigene Tor.

Unaufhaltsam-Award: Robert Lewandowski

Robert Lewandowski ist ein Phänomen. Der Torjäger des FC Bayern ging mit 32 Saisontoren in den 26. Spieltag. Gegen Stuttgart deutete sich früh an, dass es zu einem komplizierten Nachmittag für Bayern und Lewandowski werden könnte. Der frühe Platzverweis von Davies war dafür ursächlich. Doch der Rekordmeister spielte in Unterzahl sehr gut und nutzte die sich bietenden Chancen. Auch Lewandowski traf und trug sich mehrfach in die Torschützenliste ein.

Photo by Peter Schatz / Imago

Der Pole machte das 1:0, das 3:0 und das 4:0, steht nun bei 35 Saisontoren und jagt den Rekord von Gerd Müller. In der zweiten Halbzeit hätte er sogar noch einmal treffen können, schoss den „leichtesten“ Ball aber aus kurzer Distanz drüber. Dennoch, das mussten nach dem Spiel auch die Verantwortlichen des VfB konstatieren, war der Angreifer einfach einen Nummer zu groß für den Aufsteiger.

Jobretter-Award: Borussia Dortmund

Am Samstagnachmittag spielte Borussia Dortmund auswärts beim 1. FC Köln. In der medialen Berichterstattung war zuvor zu lesen, dass für Köln-Trainer Markus Gisdol dieses Spiel eine enorme Bedeutung hat. Die Zukunft des Trainers stand, paradoxerweise genau wie vor dem Hinspiel in Dortmund, auf dem Spiel. Das Hinspiel endete mit 2:1 für den 1. FC Köln, der effizient war und gleich zweimal nach Eckbällen traf.

Damals sorgte das Dortmund-Spiel also für einen Befreiungsschlag für Gisdol, gleiches passierte auch diesmal. Nach einem frühen Haaland-Tor, das die Führung für den BVB bedeutete, reagierte Köln gut. Ondrej Duda und Ismail Jakobs drehten die Partie, bis in die Schlussphase hinein führte der Effzeh sogar. Haaland sorgt zwar noch für den Ausgleich, für Gisdol war dieses Spiel aber erneut sehr wichtig, denn eine Entlassung erscheint nun unwahrscheinlich.

Blitzstart-Award: FSV Mainz 05

Der FSV Mainz 05 hat sich mit dem neuen Trainer Bo Svensson stabilisiert und holt Punkt um Punkt gegen den Abstieg. Am Sonntag spielten die 05er auswärts bei der TSG Hoffenheim und wollten ihren Lauf fortführen. Und schon zu Beginn der Partie war Mainz extrem giftig und versuchte, hoch zu pressen.

Die Folge: Ballgewinn, Robert Glatzel läuft auf den Torhüter zu, bleibt cool und schiebt zum 0:1 ein! Schon nach 25 Sekunden zappelte der Ball also im Netz. Das gesamte Spiel der Mainzer zu Beginn war extrem engagiert, viele Ballgewinne resultierten. Schon nach fünf Minuten hätte es eigentlich 0:2 stehen müssen.

Das Spiel beruhigte sich in der Folge etwas, Mainz 05 musste auch den Ausgleich hinnehmen. Doch die Offensive funktionierte insgesamt sehr gut und obwohl die Gäste zahlreiche teils hochkarätige Chancen liegen ließen, feierte Mainz einen verdienten und immens wichtigen 2:1-Sieg im Abstiegskampf.

Riesenslalom-Award: Christian Günter

Abc

 

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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