Bundesliga | Haaland auf und davon, Augsburg schläft und Pohjanpalo im Torrausch

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Bundesliga Awards | Der 31. Spieltag der Bundesliga ist vorüber, zumindest, wenn man das Spiel von Hertha BSC, das abgesagt werden musste, ausklammert. Der FC Bayern hat verloren, der Kampf um die Champions League spitzt sich zu. Und wir schauen zurück!

„Auf und davon“-Award: Erling Haaland

Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg standen sich am Samstag im wichtigen Spiel im Kampf um die Champions League gegenüber. Die Gastgeber aus Niedersachsen hatten viel vor und spielten zu Beginn eigentlich auch recht gut. Doch Erling Haaland hatte etwas gegen den guten Start der Wölfe und brachte Dortmund in Führung. Der BVB hielt gut dagegen und versuchte, Wolfsburg das eigene Spiel nicht aufziehen zu lassen. Bis zum Platzverweis von Jude Bellingham gelang das auch gut.



Anschließend musste sich Dortmund ein wenig anpassen. Das gelang allerdings ganz ordentlich, bis Erling Haaland seinen Auftritt hatte. Ballgewinn, Mo Dahoud schaltete blitzschnell und setzte den Norweger in Szene. Haaland machte in der Folge das, was er am besten kann. Er rannte seinen Gegenspielern davon, brachte ein wenig Raum zwischen sich und den Gegenspieler und schoss den Ball eiskalt an Koen Casteels vorbei in das Tor. 0:2, Deckel drauf, Dortmund hat nun gute Chancen, noch an Wolfsburg und/oder Frankfurt vorbei zu ziehen.

„Deutliche Überlegenheit“-Award: Mainz 05

Am Samstagnachmittag spielte der FC Bayern auswärts bei Mainz 05. Mit einem Sieg hätte der Rekordmeister den Titel klarmachen können. Doch dass eine schwierige Aufgabe mit viel Widerstand auf den Favoriten wartet, war klar. Mainz befindet sich in der Rückrundentabelle nämlich in den Europapokalrängen und holte zehn von zwölf möglichen Punkten in den letzten Spielen. Entsprechend stark war auch die Startelf des FC Bayern. Alles, was Rang und Namen hatte, spielte.

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Doch auch das reichte nicht. Der FSV Mainz 05 war in allen Belangen überlegen und gewann am Ende hochverdient mit 2:1. Erstaunlich: Es waren nicht vor Phasen, in denen Mainz den Favoriten förmlich wegbiss. Die 05er fanden spielerische Lösungen, hatten in den ersten 45 Minuten deutlich mehr Torchancen und verteidigten in der 2. Halbzeit derart kompakt, dass Bayern kaum zu klaren Chancen kam. Robert Lewandowski nutzte zwar ein Geschenk, doch mehr war nicht drin. Der Klassenerhalt für Mainz ist nun zum Greifen nah.

„Verschätzt“-Award: Frankfurt-Defensive beim 1:0

Im Topspiel am Samstagabend musste Eintracht Frankfurt auswärts bei Bayer Leverkusen antreten. Die Hessen kämpfen um die Champions League, haben mit Leverkusen besonders auswärts in den letzten Jahren aber zumeist schlechte Erfahrungen gemacht. Auch dieses Topspiel verlor die SGE, unter anderem aufgrund eines großen Abstimmungsproblems unmittelbar vor dem 1:0.

Ein langer Ball in den Strafraum der Hessen wurde nämlich zum Problem. Die Innenverteidiger schauten nach oben und sahen den Ball in den Strafraum fliegen, ohne sich besonders dafür zu interessieren. Und auch Kevin Trapp, der sonst eine gute Leistung zeigte, verschätzte sich in dieser Situation. Trapp kam zu spät raus, Leon Bailey schob den Ball aus spitzem Winkel am Torhüter vorbei und Leverkusen führte. Am Ende gewann die Werkself gar mit 3:1, das ging auch in Ordnung.

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„Verschlafen“-Award: FC Augsburg und die 1. Halbzeit

Der FC Augsburg empfing am Freitagabend den 1. FC Köln. Augsburg wollte unbedingt verhindern, irgendwie noch weiter in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden. Denn Trainer Heiko Herrlich stand schon vor dem Spiel in der Kritik. Die fehlende Weiterentwicklung der letzten Wochen und Monate hat Spuren hinterlassen. Und die erste Halbzeit des FCA war ein Trauerspiel in mehreren Akten.

Die Fuggerstädter verschliefen diese Partie komplett und machten Fehler um Fehler mit Ansage. Augsburg hatte nahezu keine Chance und lag schon zum Pausenpfiff mit 0:3 hinten. Dieses Ergebnis war nicht etwa dem Pech oder unglücklichen Entscheidungen geschuldet, Augsburg war einfach katastrophal schlecht, Dass es am Ende beim Stand von 2:3 sogar noch einmal eng wurde, lag eher daran, dass der 1. FC Köln in der zweiten Halbzeit eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass er derzeit auch nicht vollumfänglich gefestigt ist.

„Torrausch“-Award: Joel Pohjanpalo

Union Berlin spielte am Samstagnachmittag gegen Werder Bremen. Die Favoritenrolle lag dabei bei den Köpenickern, doch es dauerte etwas, bis Union dieser Rolle auch gerecht wurde. Highlights in der ersten Halbzeit zu finden, war nahezu unmöglich. Umso flotter wurde die Partie im zweiten Durchgang. Das lag an zwei Faktoren: Einerseits erlebte Werder ein echtes Blackout und spielte teilweise katastrophal nach vorne und machte unglaubliche Fehler, andererseits hatte Joel Pohjanpalo einen guten Tag,

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Der finnische Stürmer bei Union Berlin ist durchaus als Knipser bekannt und stellte das am Samstag auch unter Beweis. Pohjanpalo nutzte die sich bietenden Chancen und geriet in einen wirklichen Torrausch. Nicht einmal 20 Minuten brauchte der Angreifer, um einen ast- und lupenreinen Hattrick zu erzielen. Werder war besiegt, auch das Tor zum 3:1 änderte daran nicht mehr viel.

„Entscheidung vertagt“-Award: RB Leipzig

Durch die Niederlage des FC Bayern in Mainz bestand die Gelegenheit, dass der Rekordmeister quasi „auf dem Sofa“ Meister wird. RB Leipzig wollte dem FC Bayern dabei aber keinen Gefallen tun und das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gewinnen. In den letzten Wochen war vor allem die Chancenverwertung von RB ein großes Problem. In der ersten Halbzeit zeigte sich, dass das nicht einfach ad acta gelegt werden kann. In den ersten 45 Minuten, von denen RB rund 30 Minuten in Überzahl spielte, platzte der Knoten nicht.

Dafür unmittelbar nach der Halbzeit. Mit dem 1:0 im Rücken tat sich die Elf von Trainer Julian Nagelsmann deutlich leichter, bekam zudem noch einen Elfmeter von den Schwaben geschenkt. Diesen Elfmeter nutzte Emil Forsberg zum 2:0, das auch der Endstand war. Die Entscheidung im Titelkampf ist vertagt, RB manifestierte zudem den zweiten Platz.

„Im Stich gelassen“-Award: Stefan Ortega

Zum Abschluss des Spieltags musste Arminia Bielefeld am Sonntagabend bei Borussia Mönchengladbach spielen. Dass es für die Gäste dabei auch auf Stefan Ortega im Tor ankommen würde, war klar. Doch der Torhüter der Ostwestfalen war, salopp formuliert, eine „arme Sau“. Schon nach 18 Minuten führten die Fohlen souverän mit 3:0, spielten den Gegner komplett nieder und kombinierten nach Lust und Laune.

Doch es gehörten zwei Parteien dazu. Gladbach spielte gut, Bielefeld aber auch desolat. Ortega wurde mehrfach im Stich gelassen, seine Vorderleute verteidigten nicht gut. Wenn man als Torhüter eine sehr sehr ordentliche Leistung zeigt und am Spielende fünfmal hinter sich greifen muss, dann spricht das eine deutliche Sprache. Das 5:0 ging in Ordnung und besonders Ortega dürfte nach diesem Spiel nicht gerade gut gelaunt sein.

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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