Eintracht Frankfurt versucht am Deadline Day, Arnaud Kalimuendo zurückzuholen. Nottingham Forest stellt dafür Bedingungen, die deutlich unbequemer sind als noch vor acht Monaten.
Der aktuelle Stand
Nach Informationen von Sky verhandelt die Eintracht mit Forest über den 24-jährigen Franzosen. Die Engländer bestehen dabei auf einem festen Verkauf und lehnen eine Leihe mit Kaufpflicht ausdrücklich ab. Die Ablöseforderung liegt bei über 30 Millionen Euro. Weitere Klubs sollen ebenfalls interessiert sein.
Die Pointe: eine nicht gezogene Option
Was die Verhandlung so unangenehm macht, hat die Eintracht selbst mitverursacht. Im Januar 2026 lieh sie Kalimuendo für eine Leihgebühr von 1,5 Millionen Euro aus – inklusive einer Kaufoption über rund 27 Millionen Euro für den folgenden Sommer.
Gezogen wurde sie nicht. Der Franzose kehrte nach Ablauf der Leihe nach Nottingham zurück. Nun, acht Wochen später, verlangt Forest für denselben Spieler mehr als 30 Millionen – und diesmal sofort und in einer Summe.
Warum Forest hart bleibt
Aus englischer Sicht ist die Haltung nachvollziehbar. Forest hatte Kalimuendo im Sommer 2025 für 30 Millionen Euro von Stade Rennes geholt und sich dabei gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt. Ein Verkauf unterhalb dieser Summe wäre ein eingestandener Fehlgriff.
Dass es sportlich einer war, lässt sich schwer bestreiten: In 16 Pflichtspielen für Forest erzielte er zwei Tore, nur viermal stand er in der Startelf. Sein Vertrag an der City Ground läuft noch bis 2030 – Zeitdruck hat der Klub also nicht.
Was er in Frankfurt geleistet hat
Die Bundesliga bekam einen anderen Spieler zu sehen. In 19 Ligaspielen für die Eintracht kam Kalimuendo auf sechs Tore und eine Vorlage. Sportvorstand Markus Krösche hatte ihn im Januar so beschrieben: ein Stürmer, der Tempo, Tiefenläufe und Abschlussstärke mit hoher Arbeitsrate gegen den Ball verbinde. Er passt sehr gut zu unserer Mannschaft
, sagte Krösche damals.
Die Vita spricht ebenfalls für ihn: In der Jugend von Paris Saint-Germain ausgebildet, sammelte er bei zwei Leihen zum RC Lens 21 Tore in 65 Spielen, ehe er bei Stade Rennes in 112 Partien auf 40 Treffer kam. In der Ligue-1-Saison 2024/25 war er mit 17 Toren drittbester Torschütze der Liga. Für Frankreichs Nachwuchsauswahlen stehen 52 Einsätze und 23 Tore zu Buche, bei den Olympischen Spielen 2024 traf er unter Thierry Henry.
Warum die Eintracht überhaupt sucht
Der Bedarf hat einen konkreten Auslöser. Ritsu Doan steht vor einem Wechsel nach Saudi-Arabien, wo Al-Ittihad einen Ersatz für den nach Leverkusen abgewanderten Moussa Diaby sucht. Damit entsteht in Frankfurts Offensive kurzfristig eine Lücke – und der Klub hat im Sommer bereits Ellyes Skhiri nach Köln abgegeben und Torhüter Noah Atubolu aus Freiburg verpflichtet.
Der Zeitplan
Das deutsche Transferfenster schließt am Dienstag um 20 Uhr, das englische am selben Abend. Ob die Eintracht bereit ist, mehr als 30 Millionen Euro in einer Summe aufzubringen, dürfte die entscheidende Frage der letzten Stunden sein.

