Borussia Dortmund hat die erste Runde des DFB-Pokals ohne Mühe überstanden. Beim Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club gewann der Bundesligist am Dienstagabend mit 5:0 (4:0) – allerdings erst, nachdem der Oberligist gut eine halbe Stunde lang die Null gehalten hatte. Weil der Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den FC Bayern (1:2) auf das erste Pokal-Wochenende fiel, stieg der BVB erst mit Verspätung in den Wettbewerb ein.
Gespielt wurde nicht auf dem heimischen Professor-Reinmüller-Platz, der laut SID nur 2500 Plätze fasst, sondern im Volksparkstadion. 45.917 Zuschauer kamen – nach SID-Angaben eine neue Bestmarke für ein DFB-Pokal-Spiel mit Beteiligung eines Fünftligisten.
Ein Eigentor bricht den Bann
Die Hamburger verteidigten mit einer Fünferkette und zwangen Dortmund lange zur Geduld: Erst nach 25 Minuten musste Torhüter Jannik Schoon zu einer ersten Parade greifen, berichtet der kicker. In der 33. Minute lenkte HEBC-Kapitän Janek Wrede dann eine flache Hereingabe von Julian Ryerson unglücklich ins eigene Tor. Drei Minuten später erhöhte Verteidiger Daniel Svensson – erneut nach Vorarbeit von Ryerson.
Doppelpack von Inácio
Danach kippte die Partie endgültig. Samuele Inácio traf in der 41. Minute nach Vorlage von Marcel Sabitzer und legte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2) nach, diesmal auf Zuspiel von Ryerson. Für den 18 Jahre alten Angreifer war es ein Abend der Wiedergutmachung: Am Bundesliga-Wochenende gegen den Hamburger SV hatte er kurz nach seiner Einwechslung Glatt-Rot gesehen und mit einem Flaschenwurf für Schlagzeilen gesorgt. Das 5:0 besorgte Fabio Silva in der 59. Minute mit einem platzierten Flachschuss – die Vorlage lieferte Joey Veerman, der damit seinen ersten Assist für den BVB verbuchte.
Kovač verändert sieben Positionen
Trainer Niko Kovač stellte seine Startelf im Vergleich zum 2:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen den HSV auf sieben Positionen um. Alexander Meyer stand anstelle von Gregor Kobel im Tor, Mathis Albert und Neuzugang Veerman gaben ihr Startelfdebüt. Serhou Guirassy, Joane Gadou, Jobe Bellingham, Maximilian Beier und Konstantinos Karetsas begannen auf der Bank, Giannis Konstantelias fehlte mit einem Kreuzbandriss.
„Wir hatten viele Wechsel, da brauchst du erstmal Rhythmus. Es hätten hinten heraus mehr sein können, aber wir haben die Pflichtaufgabe gelöst“, sagte Sabitzer bei RTL und Sky.
Der Torwartwechsel zur Pause
Beim HEBC nahm Trainer Philipp Obloch zur Halbzeit einen Torwartwechsel vor: Für Schoon kam der 33-jährige Nils Ahmann, der laut kicker in Durchgang zwei auf fünf Paraden kam und unter anderem gegen den eingewechselten Karetsas (82.) rettete. „Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Diese Kulisse hinter einem zu haben und diesen Ball zu halten, ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Ahmann dem SID.
Sein Vorgänger ordnete den Abend nüchtern ein: „Es ist einfach schwierig, gegen Dortmund nach 30 Minuten Verteidigen immer noch zu verteidigen. Sie waren einfach klar überlegen und irgendwann fallen die Dinger leider halt rein“, sagte Schoon.
Die Statistik unterstrich die Rollenverteilung: 77 zu 23 Prozent Ballbesitz, 36:2 Torschüsse und 17:2 Ecken für Dortmund. Der HEBC, in der Oberliga Hamburg mit zwei Siegen und drei Niederlagen gestartet, hielt dagegen – und stand am Ende beim Trikottausch mit den BVB-Profis.
Auslosung am Samstag
Seinen Zweitrundengegner erfährt der BVB am Samstag ab 17.45 Uhr. Wenige Stunden zuvor steht um 15.30 Uhr das Bundesliga-Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf dem Programm.

