Jahresawards 2022: Wer ist der Newcomer des Jahres?

Eintracht Frankfurts Randal Kolo Muani, hier nach einem Treffer gegen Hoffenheim, ist ein Anwärter auf den 90PLUS Jahresaward "Newcomer des Jahres".
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Das Fußballjahr 2022 neigt sich dem Ende entgegen, also ist es Zeit für die Jahresawards. In sieben Kategorien lassen wir das Jahr noch einmal Revue passieren. Die dritte Kategorie befasst sich mit dem Newcomer des Jahres. 

Dabei sei erwähnt, dass es sich nicht nur um Spieler handelt, die plötzlich durchgestartet sind. Auch ein Transfer in eine neue Liga und eine nochmals erfolgte Leistungssteigerung können ausschlaggebend sein, um in dieser Kategorie nominiert zu werden. 2022 haben sich viele Spieler auf hohem Niveau etabliert, so zum Beispiel Moises Caicedo (21), der sowohl bei Brighton als auch der Nationalmannschaft sehr viele gute Momente hatte. Gavi (18) wurde beim FC Barcelona und der spanischen Nationalmannschaft zu einem wichtigen Teil des Teams, sogar ein Jamal Musiala (19) hat seine ohnehin schon guten Ansätze noch einmal übertroffen und wurde in jungen Jahren zum Stammspieler. Für die 90PLUS-Redaktion war er jedoch kein Newcomer mehr,  drei andere Kandidaten sind übrig geblieben.

Unten im Artikel findet ihr die Möglichkeit zur Abstimmung!



Randal Kolo Muani (FC Nantes, Eintracht Frankfurt, Frankreich)

Als Randal Kolo Muani im Sommer 2022 ablösefrei vom FC Nantes zum Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt wechselte, galt er für viele Fußballinteressierte maximal als spannender Back-up für etablierte Akteure wie Lucas Alario oder Rafael Borré. Wie der Franzose, dessen Stammplatz-Mandat mittlerweile nicht mehr zur Disposition steht, jedoch die Fans am Main innerhalb kürzester Zeit verzückte, prädestinieren ihn zum Newcomer des Jahres. Der 24-Jährige kann mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten ein Team respektive Stadion mitreißen. Sinnbildlich für diese Qualität des Rechtsfußes steht die Bundesliga-Auftaktbegegnung gegen den FC Bayern München (1:6). Die SGE war in der ersten Halbzeit dem Rekordmeister hoffnungslos unterlegen. Zur Pause, beim Stand von 0:5, kam Kolo Muani zu seinem Debüt in der Beletage des deutschen Fußballs. Er verblüffte die Fans mit seiner unbekümmerten Art und erzielte, nach einer cleveren wie willensstarken Aktion gegen DFB-Keeper Manuel Neuer, direkt seinen ersten Treffer.

Mit einer fast schon kindhaften Nonchalance dribbelte sich der Unterschiedsspieler im Laufe der Saison antrittsschnell durch die gegnerischen Abwehrreihen, suchte erfolgreich das Eins-gegen-eins, hatte den Blick für den besser postierten Mitspieler oder schloß selbst ab. Gelegentlich wirken seine unorthodoxen Bewegungen ein wenig staksig, aber sie sind stets zielorientiert und kaum fair zu verteidigen. In 23 Pflichtspielen für die Frankfurter Adlerträger sind derzeit acht Tore und elf Assists für den Stürmer notiert. Bei aller positiven Resonanz hat Kolo Muani auch noch enormes Entwicklungspotenzial. Gerade in Abschlusssituationen wirkt er mitunter noch überhastet (nur jeder sechste Torschuss führte zum Erfolgserlebnis) und im Zweikampfverhalten zu stürmisch (bereits 25 Fouls in der Bundesliga).

Wettbewerbsübergreifend fehlte der Shootingstar nur einmal im Aufgebot von Oliver Glasners Mannschaft – ausgerechnet bei der 0:3-Auswärtspleite bei Kellerkind VfL Bochum. Ein Beleg für den mittlerweile unverzichtbaren sportlichen Stellenwert Kolo Muanis. Den krönenden Abschluss eines fantastischen Kalenderjahres stellte die Nominierung in den WM-Kader der Equipe Tricolore dar, bei der der 1,87 Meter große Mittelstürmer einen Treffer zur Vize-Weltmeisterschaft beitragen konnte. In der Nachspielzeit der Verlängerung des Finals gegen Argentinien hätte sich Kolo Muani gar zum Helden einer ganzen Nation aufschwingen können, scheiterte aber am herausragenden Emiliano Martinez.

Steven Busch

Enzo Fernandez (River Plate, SL Benfica, Argentinien)

Schon als er in Europa noch kaum bekannt war, feierte Enzo Fernandez (21) bereits beachtliche Erfolge. Im Heimatland Argentinien führte er Jugendklub River Plate 2021 zur Meisterschaft, bereits ein Jahr zuvor feierte er mit Defensa y Justicia, für die er zu jener Zeit auf Leihbasis spielte, den Gewinn der Copa Sudamericana. Der Wechsel nach Europa im vergangenen Sommer war der nächste logische Schritt. Für eine Sockelablöse von zehn Millionen Euro sicherte sich Benfica die Dienste des 21-Jährigen.

Fernandez ist im zentralen Mittelfeld zuhause, wo er sich mit einem sehr vielseitigen Skillset einbringt. Ursprünglich für seine Zweikampfstärke und defensive Arbeitsmoral bekannt, entwickelte er sich immer mehr zu einem Spieler, der auch offensive Elemente beiträgt. Neben seinen Qualitäten als Distanzschütze macht er sich vor allem als Ballträger wichtig, der die Kugel aus der eigenen Hälfte in höhere Zonen transportiert und die Mitspieler in Szene setzt. Seine Qualitäten im Passspiel – auch hier hatte Fernandez in Argentinien Bestwerte vorzuweisen – machen ihn bereits im Alter von 21 Jahren zu einem ziemlich kompletten Box-to-Box-Spieler.

So war es auch wenig verwunderlich, dass sich Fernandez in Lissabon unter Roger Schmidt (55) schnell einen Stammplatz erkämpfte. Bislang kam „El Gordo“ („Der Dicke“), wie Fernandez liebevoll genannt wird, 24-mal für Benfica zum Einsatz, wobei ihm drei Tore und fünf Vorlagen gelangen. Seine größte Sternstunde schlug unterdessen in Katar: Nur zwei Monate nach seinem Länderspieldebüt bestritt er die WM als Stammspieler für Argentinien und trug entscheidend zum lang ersehnten Titelgewinn bei. Nach dem nervenaufreibenden Finalsieg gegen Frankreich wurde Fernandez zum besten Jungspieler des Turniers ausgezeichnet.

Michael Bojkov

Enzo Fernandez feiert das dritte Tor der Argentinier im WM-Finale gegen Frankreich,

(Photo by Julian Finney/Getty Images)

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Kvicha Kvaratskhelia (Dinamo Batumi, SSC Neapel, Georgien)

Als der Transfer von Kvicha Kvaratskhelia (21) von Dinamo Batumi zur SSC Neapel bekannt gegeben wurde, dachten die wenigsten Experten, dass den Partenopei damit DER Coup des Jahres gelungen ist (Kvaratskhelia ist für 90PLUS auch ein Kandidat zum „Transfer des Jahres“). Man hörte im Vorfeld vieles über den Dribbler, eine hohe Veranlagung wurde dem Georgier nachgesagt. Doch das ist keine Garantie für eine Erfolgsgeschichte. Schon gar nicht in einer Liga, die deutlich über der georgischen anzusiedeln ist. Was der 21-Jährige aber in den ersten Monaten in Neapel auf den Platz zauberte, sorgte für Verwunderung und Begeisterung zugleich.

Sein Debüt in der Serie A feierte der Georgier gegen Hellas Verona. Ein Tor, eine Vorlage, an fast jedem Angriff beteiligt. Der Spieler zeigte sich prompt von seiner besten Seite. Im zweiten Spiel folgte ein Doppelpack gegen Monza, auch in der Champions League verteilte er früh Visitenkarten. Vorlage gegen Liverpool, vier Scorerpunkte in zwei Spielen gegen Ajax und vor allem auch fernab dieser großartigen Statistiken viele begeisternde Auftritte: Kvaratskhelia steht nach seinem Wechsel bei 18 Torbeteiligungen in 17 Pflichtspielen und ist einer der Gründe, warum Neapel die Serie A anführt und einer der heißesten Kandidaten auf den Scudetto ist.

Was ihn auszeichnet? Er wirkt wie ein absolut kompletter Offensivspieler, der mit seinen Aufgaben wächst. Anpassungsprobleme in Italien? Fehlanzeige. Die teilweise hervorragend geschulten Verteidiger in der Serie A ließ er stehen wie Slalomstangen, auf engstem Raum behauptete er sich, aber auch mit viel Platz konnte er ebenso viel anfangen. Die Mischung aus intuitiven Entscheidungen, die oft brillant sind, und einer Freude an der Kunst des Fußballspielens übertragen sich vom Georgier auf die Tribünen. Kein Wunder, dass sie ihn schon „Kvaradona“ nennen.

Manuel Behlert

Hier könnt ihr abstimmen!

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

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