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90PLUS » Loris Karius gegen den Rest: Wie Schalke dem FC Bayern zum ersten Mal seit 14 Monaten die Null aufzwang
Bundesliga

Loris Karius gegen den Rest: Wie Schalke dem FC Bayern zum ersten Mal seit 14 Monaten die Null aufzwang

90PLUS Redaktion
05.09.26, 23:30
90PLUS Redaktion
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GELSENKIRCHEN, GERMANY - SEPTEMBER 05: Manuel Neuer of Bayern Munich, acknowledges the fans after the Bundesliga 2026/27 match between FC Schalke 04 and FC Bayern München at Veltins-Arena on September 05, 2026 in Gelsenkirchen, Germany. (Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Gelsenkirchen. In der 88. Minute zog Harry Kane aus der Distanz ab, und für einen Moment war klar, wie dieser Abend enden würde: so wie die zwölf davor. Dann flog Loris Karius, lenkte den Ball über die Latte, und die Veltins-Arena begriff, dass diesmal etwas anders war. Schalke 04 und der FC Bayern trennten sich 0:0 – das erste Pflichtspiel seit Juli 2025, in dem der Meister ohne Tor blieb, und der erste Punkt des Aufsteigers gegen München nach zwölf Niederlagen in Folge.

Die Tabelle hat der Abend gleich mitverändert. Weil der SC Freiburg am Nachmittag 1:0 in Paderborn gewann, steht nicht mehr Bayern oben, sondern der Europa-League-Finalist – mit sechs Punkten, ebenso wie Borussia Dortmund und Aufsteiger Elversberg. Bayern hat vier.

Kompanys zweiter Anzug sitzt nicht

Vincent Kompany hatte rotiert, wie er es nach dem 4:1 im Pokal in Osnabrück angekündigt hatte. Kane, Michael Olise und Minjae Kim saßen zunächst draußen, Lennart Karl, Ismael Saibari und Jonathan Tah begannen. Es war der Versuch, die Kaderbreite zu testen, die Bayern in diesem Sommer teuer eingekauft hat – Saibari allein kostete 50 Millionen Euro.

Der Test ging schief, ohne dass es dramatisch wurde. Bayern kontrollierte das Spiel, drückte Schalke in die eigene Hälfte und kam auf 14 Torschüsse gegen zwei. Aber die Durchschlagskraft fehlte. Nathaniel Brown scheiterte nach einer Viertelstunde aus zehn Metern an Karius, Luis Díaz verzog kurz vor der Pause freistehend aus 13 Metern. Sportschau zog die nüchterne Bilanz: Der „zweite Anzug“ um Saibari und Karl sitze noch nicht wirklich.

Zur Pause kam Kane für Brown, in der 57. Minute folgten Olise und Jamal Musiala. Der Druck stieg – und traf auf einen Torwart, der seinen Abend hatte. Karius parierte gegen Olise (59.), dann gegen Kane (88.). Bayerns einziger echter Rückschlag bleibt eine Zahl: 14 Monate lang hatte München in jedem Pflichtspiel getroffen.

Schalke: Leidenschaft als Spielsystem

Miron Muslić hatte nach dem 0:3 in Augsburg – mit Roter Karte für Ron Schallenberg und einem Fehler von Maximilian Wöber vor dem zweiten Gegentor – dreimal gewechselt und die Mannschaft tief gestellt. Lücken schließen, auf Konter lauern. Die Konter blieben weitgehend aus, aber die Lücken auch. Moussa Sylla führte über 90 Minuten ein Privatduell mit Dayot Upamecano, Nikola Katić und Dejan Ljubičić räumten hinten ab, und Adil Aouchiche hatte in der 36. Minute per Freistoß sogar die beste Schalker Chance – Manuel Neuer parierte.

Dass es Loris Karius war, der den Punkt festhielt, gibt der Geschichte eine zusätzliche Wendung. Der frühere Liverpool-Torwart, dessen Karriere nach dem Champions-League-Finale 2018 nie wieder in die Spur kam, wurde in der ausverkauften Arena zum Man of the Match gewählt. Die Gelben Karten gegen Aleksandar Pavlović und Katić in der 72. und 73. Minute zeugten davon, wie intensiv es zuletzt wurde.

Was das Ergebnis bedeutet

Für Schalke ist es der erste Punkt der Saison, und er fühlt sich an wie drei. Die Bundesliga war an diesem Abend zum ersten Mal seit Mai 2023 zurück in Gelsenkirchen – drei Jahre nach dem Abstieg, der mit einem 0:6 in München eingeleitet worden war. Am Freitag geht es zu Union Berlin.

Für Bayern ist es ein Warnschuss ohne Schaden. Zwei Punkte Rückstand nach zwei Spieltagen sind nichts, und die erste Elf hat in dieser Saison 5:1 gegen Stuttgart gespielt. Aber Kompany weiß jetzt, dass die Rotation, die er sich für die englischen Wochen aufbauen wollte, noch keine Garantie ist. Am Samstag kommt Elversberg in die Allianz Arena – der Aufsteiger, der zwei Spiele gespielt und zwei gewonnen hat.

Und Freiburg? Steht nach dem fünften Pflichtspielsieg im fünften Spiel oben. Zumindest bis Bayern das nächste Mal trifft.

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