Nicolas Kühn ist 26 Jahre alt, deutscher Nationalität, in Neustadt am Rübenberge geboren – und hat in seiner gesamten Karriere noch kein einziges Bundesliga-Spiel bestritten. Das ändert sich nun: Borussia Mönchengladbach hat den Offensivspieler am Deadline Day von Como 1907 ausgeliehen, wie der Klub und bundesliga.com bestätigten. Der Vertrag läuft bis zum Ende der Saison 2026/27, Kühn trägt im ista-Borussia-Park die Rückennummer 19.
Für Gladbach ist es der elfte Sommer-Neuzugang – und ein später Versuch, eine Offensive zu beleben, die zum Auftakt nichts zustande brachte. Nach dem 5:0 in der ersten DFB-Pokal-Runde beim TSV Schott Mainz verlor die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski zum Bundesliga-Start 0:3 bei RB Leipzig.
Eine Karriere komplett an der Bundesliga vorbei
Kühns Weg führte durch die Nachwuchsabteilungen von Hannover 96, RB Leipzig und Ajax Amsterdam, danach spielte er für die zweite Mannschaft des FC Bayern München und gewann dort den Titel in der 3. Liga. In den deutschen Profiligen kam er laut kicker auf 37 Drittliga- und 27 Zweitliga-Einsätze – aber eben nie auf einen in der Bundesliga.
Den Durchbruch schaffte er im Ausland. Im Juli 2022 wechselte Kühn zu Rapid Wien, im Januar 2024 weiter zu Celtic Glasgow. In Schottland folgte die beste Phase seiner Laufbahn: 24 Tore in 69 Spielen, zwei Meistertitel (2023/24 und 2024/25), dazu der schottische Pokalsieg 2023/24 und der Ligapokal 2024/25. In der Champions League steht Kühn bei zehn Einsätzen und drei Toren.
Ein verlorenes Jahr in Como
Im Juli 2025 zog Kühn weiter nach Italien zu Como 1907. Dort blieb er Ergänzungsspieler: 23 Serie-A-Einsätze, davon 17 als Einwechselspieler, ein Tor. Como bestätigte die Leihe selbst und bezifferte Kühns Bilanz auf 23 Ligaspiele mit einem Tor und einer Vorlage. Zum Start der neuen Saison stand er nicht mehr im Kader.
Schröder: „Ein Profil, das wir nicht hatten“
Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder begründete den späten Zugriff in der Klubmitteilung so: „Wir haben immer gesagt, dass wir handeln wollen, wenn sich noch eine spannende Möglichkeit bei einem Spieler ergibt, der uns sofort verstärken kann. Nicolas ist linksfüßig, flexibel in der Offensive, schnell, kann Eins-gegen-eins-Situationen lösen und bringt auch Torgefahr mit. Das hat er nicht zuletzt auf internationaler Ebene gezeigt.“
Kühn selbst nannte die Bundesliga als entscheidendes Argument: „Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen, deshalb war mir schnell klar, dass ich diesen Schritt gehen will. Borussia ist ein ambitionierter und cooler Klub. Grundsätzlich war es immer mein Ziel, in der Bundesliga zu spielen, und ich bin sehr froh, dass das jetzt Realität wird.“
Debüt schon am Samstag möglich
Die Gelegenheit kommt schnell: Am zweiten Spieltag empfängt Gladbach am Samstag, 5. September, um 15.30 Uhr den Aufsteiger SV Elversberg, der zum Auftakt 3:2 gegen Bayer Leverkusen gewonnen hat. Für Polanski, dessen Situation nach dem Fehlstart in Leipzig kritisch diskutiert wird, ist Kühn damit eine sofort verfügbare Option – und für den 26-Jährigen die erste echte Chance in der Liga, in der er nie angekommen ist.

