Der Hamburger SV hat am Deadline Day seinen größten Wunsch erfüllt: Fábio Vieira kehrt fest zurück. Die Ablöse liegt bei rund neun Millionen Euro – der Hälfte dessen, was der FC Arsenal vor zehn Tagen noch verlangte.
Die Eckdaten
- Modell: fester Transfer vom FC Arsenal
- Ablöse: rund neun Millionen Euro
- Vertrag: langfristig
- Rückennummer: steht noch nicht fest
- Alter: 26
Der Poker, den der HSV gewonnen hat
Wochenlang war der Transfer an einer einzigen Zahl gescheitert. Arsenal rief nach Sky-Informationen rund 18 Millionen Euro auf, der HSV bewegte sich im Bereich von acht bis neun Millionen. Zwischenzeitlich berichtete eine Arsenal-nahe Plattform von einer Einigung über zwölf Millionen plus Boni, die Hamburger Morgenpost widersprach umgehend.
Am Ende setzte sich der Klub durch, der die schwächere Verhandlungsposition zu haben schien. Die Gründe dafür lagen in London: Vieira spielte unter Mikel Arteta keine Rolle mehr, beim Premier-League-Auftakt gegen Coventry City stand er nicht einmal im Kader, und sein Vertrag wäre nach dieser Saison ausgelaufen. Ein Verkauf war für Arsenal praktisch alternativlos – nur ein finanzstärkerer Interessent hätte den Preis noch treiben können. Er meldete sich nicht.
Wie ernst es dem HSV war, hatte sich vergangene Woche gezeigt, als Sportdirektor Claus Costa eigens nach London reiste, um Vieira auf dem Arsenal-Trainingsgelände zu treffen.
Was er in Hamburg schon war
Vieira kannte den Weg. In der vergangenen Saison war er auf Leihbasis gekommen und wurde zum Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld – Sky beziffert seine Bilanz auf 29 Einsätze mit sieben Toren und fünf Vorlagen. Am Klassenerhalt des Aufsteigers hatte er erheblichen Anteil.
Bemerkenswert ist der Kontrast zur Vorgeschichte: 2022 hatte Arsenal 35 Millionen Euro an den FC Porto überwiesen, nachdem Vieira in Portugal die meisten Vorlagen der Liga gesammelt hatte. In Nordlondon setzte er sich nie durch, es folgten Leihen zu Porto und schließlich nach Hamburg.
Die Stimmen
Vorständin Sport Kathleen Krüger beschrieb den Neuzugang als Fußballkünstler im besten Sinne
– einen Spieler mit herausragenden technischen Fertigkeiten, der mit seinem Ballgefühl Zuschauer verzaubern könne. Das habe er in der vergangenen Bundesliga-Saison eindrucksvoll bewiesen.
Vieira selbst erklärte, er sei sehr glücklich, wieder da zu sein: Er kenne den Klub, die Fans und viele Mitspieler, und er habe von Anfang an gespürt, wie sehr sich der HSV um ihn bemüht habe.
Ein Deadline Day mit drei Zugängen
Vieira ist nicht der einzige Neue. Am Vormittag machte der HSV die Verpflichtung von Rechtsverteidiger Zakaria El Ouahdi vom KRC Genk offiziell. Dazu steht der norwegische Linksverteidiger David Møller Wolfe vor einer Leihe mit Kaufoption von den Wolverhampton Wanderers.
Damit hätte der Aufsteiger binnen weniger Stunden beide Außenbahnen neu besetzt und den zentralen Kreativspieler dauerhaft gebunden – nach einem Saisonauftakt, der beim 0:1 in Dortmund wenig Freude machte. Das Transferfenster schließt um 20 Uhr.

