Die SpVgg Greuther Fürth hat ihre Suche nach einem Mittelstürmer beendet. Jordan Siebatcheu kommt ablösefrei vom französischen Zweitligisten Stade Reims und unterschreibt für zwei Jahre, mit Option auf ein weiteres.
Die Eckdaten
- Ablöse: keine – Reims lässt ihn trotz laufenden Vertrags kostenfrei ziehen
- Vertrag: zwei Jahre, das Kleeblatt hält eine Option auf ein weiteres Jahr
- Alter: 30
- Position: Mittelstürmer, 1,91 Meter
- Bisheriger Klub: Stade Reims, Ligue 2
Ein Profil, auf das Fürth lange gewartet hat
Geschäftsführer Sport Daniel Meyer machte deutlich, dass die Verpflichtung das Ende einer längeren Suche ist. Man habe lange nach einem passenden Spieler für diese Position Ausschau gehalten und in Siebatcheu genau das gesuchte Profil gefunden: einen großen, bulligen Strafraumstürmer mit gutem Abschluss, der Bälle auch als Wandspieler festmachen könne.
Trainer Heiko Vogel bringt eine persönliche Vorgeschichte mit. Er kennt den Angreifer aus seiner Zeit in der Schweiz, wo beide mehrfach aufeinandertrafen. Vogel beschreibt ihn als wuchtigen, intensiv spielenden Stürmer, der sich im Strafraum wohlfühle – und betont, Siebatcheu habe in den Gesprächen deutlich gemacht, dass er noch einiges vorhabe.
Der Spieler selbst nennt zwei Gründe für die Entscheidung: Es hat mich total gereizt, zurück nach Deutschland zu kommen.
Dass er den Trainer bereits kenne, habe zusätzlich geholfen.
Was er mitbringt
Für einen Zweitligisten ist die Vita ungewöhnlich. Siebatcheu bestreitet nicht seine erste Station in Deutschland: Für den 1. FC Union Berlin und Borussia Mönchengladbach kam er auf 75 Bundesligaspiele mit neun Toren und acht Vorlagen. Dazu kommen sechs Champions-League-Partien mit zwei Treffern und 24 Einsätze in der Europa League mit vier Toren.
In der Schweiz wurde er zudem Torschützenkönig, bevor ihn Union 2022 aus Bern holte. Der Start in Berlin war fulminant: Drei Tore und zwei Vorlagen in den ersten sechs Einsätzen trugen dazu bei, dass die Eisernen am Ende der Saison 2022/23 als Tabellenvierter die Champions League erreichten.
Die Jahre danach
Danach kam er nicht mehr in Tritt. Eine Leihe zu Borussia Mönchengladbach in der Saison 2023/24 brachte keinen Durchbruch, nach der Rückkehr nach Köpenick blieb er 2024/25 ohne Treffer. Im Februar 2025 wechselte er für rund 4,5 Millionen Euro zu seinem Ausbildungsverein Stade Reims zurück, dem er sich einst als Siebenjähriger angeschlossen hatte.
Auch dort funktionierte es nicht. Auf eine enttäuschende Rückkehr folgte eine Leihe zum portugiesischen Erstligisten CD Tondela, in diesem Sommer stand er lediglich 40 Minuten im ersten Testspiel auf dem Platz. Dass Reims ihn nun trotz gültigen Vertrags kostenlos ziehen lässt, spricht für sich.
Was das für Fürth bedeutet
Für das Kleeblatt ist es ein Transfer ohne finanzielles Risiko und mit erheblichem Erfahrungsgewinn. Die entscheidende Frage lautet, welcher Siebatcheu im Ronhof ankommt: der Stürmer, der eine Bundesliga-Abwehr beschäftigen konnte, oder der, der seit anderthalb Jahren kaum noch spielt.
Dass Vogel ihn aus früheren Duellen kennt, dürfte dabei helfen. Das deutsche Transferfenster schließt am Dienstag.

