Bayer Leverkusen und der FC Augsburg müssen wegen Pyrotechnik im eigenen Fanblock jeweils 12.000 Euro zahlen, wie beide Klubs am 1. Oktober mitteilten und die Urteile des DFB-Sportgerichts bestätigen. Spitzenreiter der noch jungen Strafenliste ist damit keiner von beiden: Aufsteiger Schalke 04 liegt nach einem einzigen Pokalabend bei 20.000 Euro.
Vier Bundesligisten hat das Sportgericht bislang für Vorfälle aus der laufenden Saison verurteilt. Grundlage dieser Übersicht sind die Entscheidungen, die der DFB in seiner Urteilsliste des Sportgerichts im Wortlaut veröffentlicht. Stand: 2. Oktober 2026.
Vier Klubs, 52.800 Euro – und ein Aufsteiger vorn
| Klub | Spiele | Gegenstände | Geldstrafe | davon für Prävention nutzbar |
|---|---|---|---|---|
| FC Schalke 04 | Pokal in Halle (24.8.) | 25 | 20.000 € | bis 8.000 € |
| FC Augsburg | Pokal in Cottbus (22.8.), gegen Schalke (30.8.) | 31 | 12.800 € | bis 5.100 € |
| Bayer 04 Leverkusen | in Elversberg (29.8.), gegen Union Berlin (5.9.) | mind. 15 | 12.000 € | bis 4.800 € |
| SC Paderborn 07 | gegen Freiburg (5.9.) | mind. 10 | 8.000 € | bis 3.200 € |
Schalkes Summe stammt aus der ersten Pokalrunde beim Halleschen FC. Laut Urteil brannten im Gästeblock zwischen der 49. Minute und der Zeit nach dem Abpfiff 25 Gegenstände ab, fast alle bengalische Feuer. Das Spiel ging in die Verlängerung, die Liste der Zündzeitpunkte reicht bis zur 120. Minute.
Leverkusens 12.000 Euro setzen sich aus zwei Urteilen zusammen: 8.000 Euro für mindestens zehn Fackeln vor dem Anpfiff in Elversberg, 4.000 Euro für fünf Bengalos in der 66. Minute gegen Union Berlin. Paderborn zahlt 8.000 Euro für mindestens zehn Fackeln zu Beginn des Heimspiels gegen Freiburg.

Augsburg zündet am meisten und zahlt trotzdem weniger
Der FCA hat die längste Liste. 30 bengalische Feuer zählte die DFB-Sicherheitsbeobachtung am ersten Spieltag gegen Schalke, verteilt über das gesamte Spiel, dazu kommt ein Rauchkörper aus dem Pokalspiel in Cottbus. Macht 31 Gegenstände – sechs mehr als bei Schalke.
Bezahlt wird dafür deutlich weniger. Der Grund steht im Urteil: Zwei Täter wurden ermittelt, deshalb halbierte der Kontrollausschuss den Regelsatz für das Schalke-Spiel von 24.000 auf 12.000 Euro. Die Halbierung war dabei schon Teil des Strafantrags; ein Urteil über 24.000 Euro hat es entgegen der Darstellung in der Vereinsmitteilung nie gegeben.
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Neuer Tarif: Die Fackel kostet 800 statt 1.000 Euro
Alle sieben Urteile rechnen mit demselben Satz: 800 Euro je abgebranntem Gegenstand. In der Vorsaison waren es in der Bundesliga noch 1.000 Euro – nachzulesen etwa im Urteil gegen den VfB Stuttgart vom 18. August, das einen Vorfall vom letzten Spieltag 2025/26 betraf.
Dahinter steht der neue Strafzumessungsleitfaden, den das DFB-Präsidium vor der Saison beschlossen hat. Laut DFB wurden die Strafen für in der Hand gehaltene Fackeln leicht gesenkt, die für Böller, Raketen und geworfene Pyrotechnik deutlich erhöht. Gleichzeitig dürfen die Klubs einen größeren Teil der Strafe behalten, wenn sie ihn in Sicherheit oder Prävention stecken: bisher rund ein Drittel, jetzt 40 Prozent.
Teurer als 15 Fackeln: ein Banner
Leverkusens höchste Einzelstrafe der vergangenen Wochen hat mit Pyrotechnik nichts zu tun. Am 23. September verhängte das Sportgericht 15.000 Euro wegen eines DFB-feindlichen Schmähbanners, das im Mai beim Heimspiel gegen den HSV rund vier Minuten lang im Fanblock hing. Der Vorfall gehört zur Vorsaison und fehlt deshalb in der Tabelle.
Bemerkenswert ist das Verhältnis. Vier Minuten Stoff kosten Bayer mehr als 15 brennende Fackeln in zwei Spielen.
Die bisherigen Urteile reichen nur bis zum zweiten Spieltag, die Liste wird also länger. Erkennbar ist schon jetzt, wie der neue Katalog wirkt: Die Menge entscheidet über die Summe, die Täterermittlung über den Rabatt. Bis zum 31. März 2027 müssen alle vier Klubs nachweisen, wofür sie ihren Präventionsanteil ausgegeben haben. Der DFB hat die Fackel billiger gemacht und den Beleg dafür teurer.

