Amine Adli im Porträt: Der nächste Hochbegabte für Bayer Leverkusen

Amine Adli
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Bayer 04 Leverkusen ist eine interessante Station für junge Talente aus aller Welt. Das ist seit vielen Jahren bekannt, in diesem Sommer wurde es aber erneut besonders deutlich. Gleich drei hervorragende, junge Spieler wechselten nach Leverkusen. Einer von ihnen ist Amine Adli. 

  • Amine Adli: Ein Hocbbegabter für die Werkself
  • Der nächste junge und vielversprechende Spieler
  • Adli will seinen Weg in Leverkusen gehen

Piero Hincapie (19), Odilon Kossounou (20) und Amine Adli (21) haben einiges gemeinsam. Sie wechselten allesamt im Sommertransferfenster zu Bayer 04 Leverkusen. Noch dazu sind all diese Spieler sehr jung und vor allem sehr talentiert. Adli, der für weniger als zehn Millionen Euro vom FC Toulouse zu Bayer wechselte, hat das Potenzial, ein echter Glücksgriff zu werden. Wir stellen den Neuzugang genauer vor.

Amine Adli: Ausgebildet in Toulouse

Geboren wurde Amine Adli am 10. Mai 2000 im französischen Eu. Früh zog es den Linksfuß in seiner Jugend zum FC Toulouse, schon ab 2015 spielte er dort in der Jugendabteilung und konnte auf sich aufmerksam machen. Über die U19 gelang der Sprung in die Reservemannschaft, von dort stieg der ehemalige U18-Nationalspieler Frankreichs in die Profimannschaft auf. Seine ersten Einsätze, wenn auch nur als Joker und verhältnismäßig kurz, verbuchte Adli in der Saison 2019/20, als der FC Toulouse aus der Ligue 1 abstieg. 

Für den jungen Offensivspieler war der Abstieg eine Chance, denn in der Ligue 2 konnte Adli ohne den ganz großen Druck reifen. Schon zu Beginn der Saison zeichnete sich ab, dass die Saison 2020/21 für Adli eine sehr gute werden könnte. Das Auftaktspiel in der Ligue 2 bestritt er über 90 Minuten, am zweiten Spieltag gelang ihm die erste Torbeteiligung, am neunten Spieltag der erste Doppelpack. Adli gewöhnte sich sukzessive an das Niveau und wurde quasi von Monat zu Monat besser. Die Ausbeute am Saisonende: 36 Spiele, acht Tore, acht Vorlagen. Nun war er beim FC Toulouse angekommen.

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Adli zu Leverkusen: Der nächste Schritt

Schon früh deutete sich im Sommer an, dass Amine Adli ein Faktor auf dem Transfermarkt sein könnte. Sein Vertrag beim FC Toulouse endete im Sommer 2022, es war also die letzte Chance für den Klub, noch eine gute Ablösesumme für den Spieler zu erhalten. Hinzu kam, dass der Aufstieg in die Ligue 1 nicht gelang. Adli zählte zu den talentiertesten Spielern der zweiten französischen Liga, der nächste Schritt erschien sinnvoll. Doch erst im Laufe der letzten Wochen kamen entsprechende Gerüchte auf. Zunächst war es der FC Bayern, der Kontakt zur Spielerseite aufnahm. 

Amine Adli noch im Trikot des FC Toulouse

Photo by Imago

Der Rekordmeister sprach intensiv mit dem Spieler, offenbarte die Pläne, die man mit ihm hatte. Das Problem: Ein offizielles Angebot gab der FC Bayern nicht ab, spielte stattdessen auf Zeit, weil auch noch andere Transferaktivitäten zu erledigen waren, die Priorität genossen. Bayer Leverkusen witterte folglich seine Chance, insbesondere nach dem Verkauf von Leon Bailey (23) an Aston Villa. Die Werkself forcierte nun selbst die Kontakte, unterbreitete Toulouse ein Angebot und der Deal kam zustande. In Leverkusen kann Adli nun in einem jungen, offensiv ausgerichteten Team weiter reifen und den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. 

Ein trickreicher Dribbler: Die Qualitäten von Leverkusen-Neuzugang Adli

Die Qualitäten des 21-Jährigen zeigen sich sehr schnell, wenn er auf dem Platz steht. Adli ist ein Instinktfußballer, der mit schnellen Bewegungen und einem technisch sehr feinen Dribbling versucht, im vordersten Bereich des Spielfelds für Unruhe zu sorgen. Hierbei ist es fast egal, von welcher Position der Offensivspieler kommt. Sei es als klassischer Spielmacher, als hängende Spitze, als Flügelspieler oder gar direkt im Sturmzentrum: Einen Teil seiner umfassenden Qualitäten kann dieser Spieler überall ausspielen. Diese Flexibilität im Offensivbereich wird dem Youngster zu relativ viel Spielzeit verhelfen. Einen Spielertypen wie ihn hat man bei der Werkself gerne auf dem Platz, zudem spielt Leverkusen auch international, sodass mehr rotiert werden dürfte.

Überdies ist es Amine Adli relativ egal, ob er gegen eine dicht gestaffelte Defensive mit wenig Räumen oder gegen eine aufgerückte Abwehr, die Räume offenbart, spielt. Seine enge Ballführung erlaubt es ihm, auch in engen Räumen zur Geltung zu kommen und sein guter Antritt verhilft ihm im Konterspiel nicht selten zu einem entscheidenden Vorteil. Der 21-Jährige Offensivspieler kann sowohl Tore erzielen als auch vorbereiten, beteiligt sich gerne am Kombinationsspiel, insofern ist er eine Bereicherung für die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane.

Natürlich ist noch nicht jedes Detail in seinem Spiel vollends ausgereift. Zuweilen fehlt es Adli noch an der nötigen Übersicht für den besser postierten Mitspieler. Auch ist das Umschaltverhalten auf die Defensive oder die generelle Arbeit gegen den Ball noch ausbaufähig. Das sind aber Elemente, die ein Spieler seinem eigenen Spiel schnell hinzufügen kann. In Leverkusen hat man zudem die Geduld, mit solchen Spielern zu arbeiten, sie in Ruhe reifen zu lassen. Das dürfte auch Amine Adli entgegen kommen.

 

 

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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