Aufstiegscheck: 2. Bundesliga

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Zurzeit tobt ein spannender und nervenaufreibender Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga. Es werden zwei direkte Aufsteiger und ein Relegationsteilnehmer gesucht, eine Mannschaft aus dem Vierkampf schaut am Ende in die Röhre. Doch wer hat am Ende die Nase vorn?

Auch am vergangenen Spieltag verschoben sich die Kräfteverhältnisse in der Spitzengruppe der zweiten Liga wieder. Braunschweig gewann in Kaiserslautern, Hannover gewann das wichtige direkte Duell gegen Union Berlin mit 2:0 und der VfB Stuttgart holte ein 0:3 gegen Dresden auf und fuhr einen wichtigen Zähler ein.

Die aktuelle Lage in der Tabelle stellt sich wie folgt dar:
VfB Stuttgart 44:29, 50 Punkte
Braunschweig 41:27, 50 Punkte
Union Berlin 40:26, 50 Punkte
Hannover 42:29, 49 Punkte

Stuttgart – Mit Offensivpower gegen den Trend

Die letzten 5 Spiele:

VfB Stuttgart 3:3 Dynamo Dresden
Greuther Fürth 1:0 Stuttgart
Stuttgart 1:1 Bochum
Braunschweig 1:1 Stuttgart
Stuttgart 2:0 Kaiserslautern

Die letzten Spiele der Schwaben verliefen nicht besonders erfolgreich. 6 Punkte aus 5 Spielen reichte zwar um zum jetzigen Zeitpunkt an der Tabellenspitze zu stehen, dennoch muss in den kommenden Spielen eine Steigerung her. Der Trend zeigt bei der Mannschaft von Hannes Wolf derzeit etwas nach unten. In den nächsten Spielen soll vor allem die individuell herausragende Offensive um Mane, Terodde, Ginczek und Green den Unterschied machen.

Gegen Dresden zeigte man nach einem frühen 0:3-Rückstand, dass die Mannschaft intakt ist. Mit vielen Chancen, angetrieben von einem überragenden Gentner und dem unbändigen Willen erreichte man ein 3:3. Dieses Resultat muss Stuttgart nun positiv einordnen. Und nicht nur das, die Reaktion nach dem Rückstand muss in neue Energie umgewandelt werden. Stuttgart hat einen der besten Kader der Liga und noch genug Spiele um das unter Beweis zu stellen.

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Das Restprogramm/Prognose

1860 (A), Karlsruhe (H), Bielefeld (A), Union Berlin (H), Nürnberg (A), Aue (H), Hannover (A), Würzburg (H)

Die Schwaben haben kein leichtes Restprogramm. Die Spiele in München und Bielefeld sind unangenehm, Aue ist unter dem neuen Trainer in Schwung gekommen. Hannover und Union sind direkte Konkurrenten, gegen die man punkten muss. Am letzten Spieltag könnte außerdem mit Würzburg ein Gegner kommen, der noch um den Klassenverbleib zittern muss. Stuttgart sollte zumindest eines der direkten Duelle gewinnen und konstantere Leistungen einfahren, dann sollte zumindest einer der drei Spitzenplätze möglich sein.

 

Braunschweig – Mit Effizienz nach oben

Die letzten 5 Spiele:

Kaiserslautern 0:1 Braunschweig
Braunschweig 3:2 Heidenheim
Düsseldorf 1:2 Braunschweig
Braunschweig 1:1 Stuttgart
Sandhausen 0:1 Braunschweig

Die Eintracht ist zwar „nur“ das fünftbeste Rückrundenteam, haben aber in den letzten Wochen wichtige Siege eingefahren. Die Mannschaft von Trainer Lieberknecht schlug am vergangenen Spieltag Kaiserslautern am Betzenberg. Eine Leistung, die nicht zu unterschätzen ist. Der Sieg in Kaiserslautern war sinnbildlich für die letzten Auftritte. Braunschweig spielte nicht herausragend, es reichte allerdings eine gelungene Aktion für den Sieg.

Und in der Tat ist Braunschweig in den letzten Wochen sehr effizient. Häufig reichten Distanzschüsse oder Standardsituationen für den Torerfolg. Lieberknecht ist das vollkommen egal, er nimmt jeden Punkt liebend gerne mit. Die etwas schwächere Phase nach der Winterpause ist damit erstmal vergessen. Braunschweig träumt von einer Rückkehr ins Oberhaus.

Das Restprogramm/Prognose

Fürth (A), Dresden (H), Hannover (A), Bochum (H), 1860 (A), Union (H), Bielefeld (A), Karlsruhe (H)

Auch Braunschweig hat kein leichtes Restprogramm. Fürth ist eine Wundertüte, Bochum ebenfalls. Karlsruhe, Bielefeld und 1860 benötigen dringend noch Punkte und Dresden, Union Berlin und Hannover sind Spitzenmannschaften. Für Braunschweig wird es darauf ankommen, die Form der letzten Woche mitzunehmen. Gelingt das, ist einiges möglich. Wenn Braunschweig aber die Konstanz vermissen lässt, wird man bei diesem Restprogramm vermutlich nicht mehr als Platz 3 erreichen können.

 

Union Berlin – Endlich die Chance nutzen

Die letzten 5 Spiele:

Hannover 2:0 Union Berlin
Union Berlin 1:0 Nürnberg
St. Pauli 1:2 Union Berlin
Union Berlin 2:0 Würzburg
Union Berlin 2:0 1860 München

Im Berliner Stadtteil Köpenick bahnt sich in dieser Saison ein absolutes Fußballmärchen an. Union scheint es nach einigen Jahren endlich geschafft zu haben und spielt um den Aufstieg mit. Dabei ist die Mannschaft von Jens Keller sehr stabil, hat in der Hinrunde noch einige Punkte liegen lassen und ist trotz der Niederlage in Hannover guter Dinge. Immerhin wurden zuvor sechs Spiele in Folge gewonnen und im Jahr 2017 ist die Defensive überragend.

Union führt die Rückrundentabelle an und wird sich von dem 0:2 in Hannover nicht unterkriegen lassen. Zumal man auch in Hannover die Chancen hatte um einen Sieg einzufahren oder zumindest einen Zähler mitzunehmen. Union besticht durch eine sehr zielstrebige Ausrichtung. Jens Keller hat in Ruhe eine Strategie entwickelt, die auf Ordnung und Balance basiert. Das könnte auch in den entscheidenden Wochen der Schlüssel zum Erfolg sein.

(Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Das Restprogramm/Prognose

Aue (H), Düsseldorf (A), Kaiserslautern (H), Stuttgart (A), Sandhausen (H), Braunschweig (A), Heidenheim (H), Fürth (A)

Union Berlin hat ein sehr unangenehmes Restprogramm vor der Brust. Gegen beide Konkurrenten muss man auswärts antreten, mit Fürth trifft man noch auf das zweitbeste Rückrundenteam. Sandhausen, Heidenheim und Aue können immer für eine Überraschung sorgen und Fortuna Düsseldorf ist unberechenbar. Union braucht alle verfügbaren Energien und muss alle Kräfte mobilisieren um den Traum zu verwirklichen und nach vielen guten Saisons endlich eine herausragende zu spielen.

 

Hannover 96 – Breitenreiter soll es richten

Die letzten 5 Spiele:

Hannover 2:0 Union Berlin
St. Pauli 0:0 Hannover
Hannover 1:0 1860 München
Karlsruhe 2:0 Hannover
Hannover 2:2 Bielefeld

Die letzten Spiele der 96er waren wie die bisherige Saison – relativ turbulent. Hannover hat einen hervorragenden Kader mit tollen Einzelspielern, aber unter Stendel sprang der Funke nicht immer über. Die Mannschaft spielte unkonzentriert, teilweise fahrig, nur um im nächsten Moment wieder einen mitreißenden Angriff zu starten. Die fehlende Konstanz hatte Konsequenzen, sowohl Trainer als auch Sportdirektor wurden ersetzt, Heldt und Breitenreiter installiert.

Und Breitenreiter muss jetzt seine alte Liebe Hannover in die erste Liga führen. Eine Aufgabe, die nicht einfach ist. Denn er ist Hannover einem enormen Druck ausgesetzt und hatte natürlich keine Zeit die Mannschaft mithilfe einer Vorbereitung nach seinen Vorstellungen auszurichten. Das Spiel gegen Union könnte Signalwirkung gehabt haben. In den entscheidenden Momenten konnte Hannover die entscheidenden Treffer erzielen. Wenn die Offensive, die gerade gegen Karlsruhe, 1860 und St. Pauli lahmte, wieder ihr Potenzial ausschöpft, ist vieles möglich.

Das Restprogramm/Prognose

Nürnberg (H), Würzburg (A), Braunschweig (H), Aue (A), Düsseldorf (H), Heidenheim (A), Stuttgart (H), Sandhausen (A)

Hannover mag zwar „nur“ auf Platz 4 stehen, aber bei einem Punkt Rückstand auf die Verfolger und zwei ausstehenden direkten Duellen ist alles möglich. Die Frage ist zurzeit, ob Hannover in der Lage ist die positive Tendenz aus dem Spiel gegen Union mitzunehmen. Die Auswärtsspiele in Aue, Heidenheim und Sandhausen werden allesamt extrem unangenehm. Denn alle diese Teams können gut kontern, wollen Hannover das Spiel machen lassen und etwaige Fehler ausnutzen. Für Hannover werden vermutlich die Auswärtsspiele das Zünglein an der Waage und nicht einmal die direkten Duelle. Gelingen Hannover dort 8-10 Punkte, dann sieht es gut aus, vielleicht sogar mit dem direkten Aufstieg. Gelingt das nicht, könnte die Mannschaft an dem Druck zerbrechen.

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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